Wiener verhaftet

Mann mit einer Million Kinderpornobildern

18. Juni 2010, 19:04

Acht Festplatten und zwei Computer voll Material entdeckte die Polizei bei einem Wiener - Er soll auch zwei Mädchen sexuell missbraucht haben

Wien - Es ist der größte Erfolg gegen einen Einzeltäter, der der österreichischen Exekutive im Kampf gegen die Kinderpornografie je gelungen ist. Ein 53-jähriger Frühpensionist aus Wien wurde schon im April verhaftet, wie am Freitag bekannt geworden ist. Der mutmaßliche Täter, der noch in Untersuchungshaft sitzt, soll nicht nur Konsument von mehr als einer Million Bildern gewesen sein: Die Polizei ist überzeugt, dass er auch die fünf beziehungsweise sechs Jahre alten Töchter einer Frau missbraucht hat, die bei ihm gewohnt hatte.

Der Tipp war aus Deutschland gekommen, Fahnder hatten dort registriert, dass ein Österreicher in einer einschlägigen Tauschbörse hoch aktiv war. Besondere Vorsichtsmaßnahmen hat der Mann nicht getroffen - über seine IP-Adresse, mit der ein Computer im Internet identifiziert werden kann, konnte der Verdächtige ausgeforscht werden.

Als die Beamten des Wiener Landeskriminalamtes dann mit einem Hausdurchsuchungsbefehl in der Wohnung auftauchten, wussten sie bald, dass viel Arbeit auf sie zukommt. Acht Festplatten, einen PC, einen Laptop und 250 DVDs stellten die Ermittler sicher.

Im Bundeskriminalamt, wo man für die Auswertung der Datenmenge auch eine eigene Software einsetzt, war man über den Umfang überrascht. Rund eine Million Bilder von fast nackten Mädchen und Buben unter 14 sowie mehr als 30.000 Bilder, auf denen sexuelle Handlungen an Kindern zu sehen waren. Mit Fotos gab sich der Mann nicht zufrieden: Auch 450 Filme mit Missbrauch von Babys und Kindern fand man.

Verdacht auf Missbrauch

Während der Frühpensionist bei der Einvernahme den Kinderpornobesitz mit der Begründung, ihm gefalle so etwas, eingestand, bestritt er einen weiteren Vorwurf. Als die Kriminalisten die - nicht pornografischen - Bilder von asiatischen Kindern fand, begannen sie nachzubohren. Es stellte sich heraus, dass der Mann nach seiner Scheidung vor drei Jahren eine Thailänderin mit ihren beiden kleinen Kindern bei sich wohnen ließ. Die Frau ist mittlerweile ausgezogen, bei der Befragung der Kinder sagten diese aber aus, sexuell missbraucht worden zu sein.

Der Mann dagegen sagte, es habe nur "herumgeblödelt" und sie auf seinem Schoß sitzen lassen. Hinweise auf andere mögliche Opfer gibt es derzeit nicht, der Mann soll von der Außenwelt fast isoliert gelebt haben.

Insgesamt zeigt sich beim Problemfeld der Kinderpornografie ein klarer Trend nach oben. Gab es im Jahr 1998 erst 57 Anzeigen, waren es zehn Jahre später bereits 862. Zu Verfahren wegen des entsprechenden Paragrafen 207a kam es aber in deutlich weniger Fällen. 179 Verurteilungen finden sich in der gerichtlichen Kriminalstatistik der Statistik Austria.

Auch die Bevölkerung ist sensibler geworden. Bei der ebenfalls im Bundeskriminalamt angesiedelten Meldestelle für Kinderpornografie, an die sich Privatpersonen via Internet melden können, wurden im Vorjahr fast 5500 verdächtige Webseiten gemeldet. Im Jahr 2007 war dieser Wert erst bei knapp 3700 gelegen.

Bei den Inhalten selbst zeigt sich ein zunehmender Trend zur Brutalität, sagt Ewald Ebner vom Bundeskriminalamt zur Austria Presse Agentur. Die Produktion habe sich von Ländern Osteuropas nach Südostasien verlagert. (Michael Möseneder/DER STANDARD-Printausgabe, 19.6.2010)

 

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Posting 1 bis 25 von 88
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mitch2
10
22.6.2010, 19:14

halt ein jäger und sammler

JosefGott
01
23.6.2010, 11:32

Messies sind Sammler. Ob er ein Jäger war, wird sich aber vielleicht vor Gericht herausstellen.

OttotheBusdriver
01
21.6.2010, 09:31
Vor einiger Zeit gabs mal einen Artikel auf heise.de/telepolis

Ein Interview mit einem Auskenner in der Szene. Der meint, das die Produktion von Kipo fast ausschließlich in den Familien stattfindet, oft mit Wissen und Duldung, tlw. unter Mithilfe der Frauen. Eine gewerbsmäßige Herstellung sei kaum bekannt, allenfalls in Rußland gäbe es einige Produzenten, die jedoch die Armut der Kinder nutzen und leicht "Freiwillige" anwerben können, für eher softe Sachen. Das härteste Zeug soll aber von den Familien stammen.
Der Tausch findet in sehr abgeschlossenen Zirkeln statt, oft gegen Geld, aber nie über Webseiten (http). Daher treffen Websperren doppelt daneben.
Auf heise.de danach suchen, is echt interessant!

Rosa Stahl
10
21.6.2010, 19:52

was? Keine katholischen Internate dabei?

tm2
33
20.6.2010, 21:07
wegsperren für immer - egal wohin

ich kann nur sprachlos den kopf schütteln, wenn ich mir die postings einiger user durchlese, die ohne jegliche sensibilität an diesem entsetzlichen thema vorbeischreiben.
als mutter eines 6 monate alten baby's kann ich nicht in worte fassen, was für eine tragödie und unfassbar seelische wie körperliche schmerzen diese kinder und baby's, im gegensatz zu einer haftstrafe - ein leben lang ausgesetzt sind.

blauwal
 
31
20.6.2010, 19:59
wetten

wetten das dieses schw..n einen milden richter/in finden wird.

JosefGott
02
21.6.2010, 00:14

Schwan? Schwedin?
Der wird als Massie Unzurechnungsfähig sein und als solcher freikommen.

Der Reaktionär
84
20.6.2010, 14:15
Her mit dem Internet Pranger


Ich fordere die Veröffentlichung aller persönlichen Daten von Kinderpornographie Konsumenten im Internet.

Der die Konsumation und damit die Herstellung von Kinderpornographie begünstigende Schleier der Anonymität des Internets gehört gelüftet.

Der Konsum von Kinderpornographie hat die totale soziale Vernichtung nach sich zu ziehen. Nur das schreckt ab, nur das verringert die Nachfrage und damit das stets mit Kindesmissbrauch einhergehende Angebot.

Kinderschutz geht vor Datenschutz.

Daher, her mit dem Internet Pranger!

LCD
13
20.6.2010, 22:04
"Der Konsum von Kinderpornographie hat die totale soziale Vernichtung nach sich zu ziehen."

Ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Solche Schwachmaten-Vorschläge sind natürlich in FPÖ-Wählerkreisen wilkommen, aber abgesehen davon dass sie Illegal sind, würden sie gar nichts ändern, wenn sogar Haft als Abschreckungsmaßnahme keine Wirkung hat.
Sowas wurde in USA umgesetzt, mit null erfolg. Oder ist dort etwa Kinderpornographie ausgerotet?

audrey187
14
20.6.2010, 21:01
totale soziale vernichtung...

... nur blöd, dass es den konsumenten von kinderpornografie wahrscheinlich in ihrer krankheit nicht besser geht, wenn sie sozial vernichtet sind. ist es nicht vielleicht so, dass sie noch gestörter werden dadurch und sozusagen noch weniger scheu haben vor derartigen dingen?
klar, kinderschutz ist wichtig. aber dass Ihre strategie funktionieren würde, zweifle ich an.

Bei uns hat jeder das Recht auf Meinungszensur
11
20.6.2010, 18:23

jo, da werden Täter sicherlich Tag und vor allem Nacht schlottern und ständig denken: "hoffentlich komme ich dann nicht auf den Internet-Pranger, wenn ich mir das jetzt anschau'!"

gunkeldibunkel
12
20.6.2010, 17:28

Eine solche Liste mit Kundendaten wäre natürlich der Traum sämtlicher Produzenten.

zippy
13
20.6.2010, 14:54

Völlig weltfremder Zugang zur Materie.

Das wird nicht wegen der Nachfrage produziert. Es macht den Tätern einfach Spaß. Sogar die Kinder selbst covern ihre Aktionen am Schulklo mittlerweile. Und heutzutag kann jedes Handy Videos. Im Internet landet das gratis.

Also, was willst du eigentlich?

Johannes St.
 
31
20.6.2010, 21:21
das mag vielleicht für einen Teil der Videos und Fotos eine Erklärung sein

aber genauso werden Fotos gemacht um sie für Geld verkaufen zu können oder eine Tauschware in Händen zu haben. Und der Teil wird nur wegen des Konsums dieser Unmenschen produziert!

Nessus
22
20.6.2010, 13:34
Gerade erst verlangen Rot und Schwarz Internetsperren...

...wird schon ein gewaltiger Fall aufgedeckt. Gar nicht schlecht, das Timing.

Ulrich Nagel
30
20.6.2010, 14:50

Es wird staendig ueber Internetsperren geredet und es werden staendig Leute gefunden, die Kinderpornographie besitzen oder herstellen. Aber sie haben recht, auch dieser Fall verdeutlicht, dass etwas getan werden muss.

LCD
13
20.6.2010, 22:05

Ich stimme ihnen zu. Dieser Fall verdeutlicht dass man etwas gegen Internetsperren tun muss.

b fel
01
20.6.2010, 11:59

Da gibt es offenbar einschlägige Tauschbörsen die der Mann ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen nutzt und die Polizei braucht noch immer Tipps um diese Person zu finden???

zippy
20
20.6.2010, 12:21

Nicht nur einschlägige. Ein kurzer Test-Blick in meinen Gnutella-Client hat vor zehn Sekunden über siebenhundert Angebote für pthc gelistet. Das heißt Preteenhardcore. Hunderte Gratisanbieter mit offener IP! Die wirklich argen Sachen dürften aber auf Usenetplattformen ablaufen, wo ich unlängst erst über ein seltsames Verschlüsselungssystem informiert wurde. Blick da noch nicht durch.

Trotz all dem halte ich den Kampf gegen KIPO für Augenauswischerei, solange man systematischen Missbrauch in der Kinderprostitution ignoriert. Und den privat missbrauchten Kindern hilft man am besten durch ein Klima, in dem Sexualität und das Gespräch darüber nicht tabuisiert wird. Dann wäre sowas nämlich kaum mehr möglich.

_valina
01
21.6.2010, 10:11

und sie glauben die kipo-kreise fallen auf diese honeypots herein?

..auch wenn sie die so herzzerreissend bewerben, herr inspektor!

dr mike
12
20.6.2010, 11:53

Ob 1 Million oder 50 wo ist der Unterschied ?

LCD
15
20.6.2010, 22:09

50 dürften sich in ihrem Familienalbum befinden (Aufreizende Posen, Badewannenpics und so...).

Def. Izit
11
20.6.2010, 10:22
der größte Erfolg ...., der der österreichischen Exekutive ...

Der Tipp war aus Deutschland gekommen

ente,ente,ente,ente,ente,ente,ente,...
00
20.6.2010, 20:44

eh klar

als ich einmal kinderporno gefunden hab und zur polizei ging, hieß es nur: "scheiss internet" und mit dem link konnten sie auch nicht viel anfangen.

damals hatte ich noch die naive vorstellung, man könnte die seite einfach abschalten und die "besitzer" verhaften...naja.

die polizei (in österreich) ist offensichtlich völlig mit dem thema überfordert.

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