ATX: Abwärtstrend durchbrochen

18. Juni 2010, 17:09
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Ein Kommentar von Christoph Schultes aus dem Equity Weekly der Erste Group

Nach einem starken Freitag letzte Woche und einem soliden Wochenbeginn konnte der ATX im
weiteren Verlauf der Woche nicht mehr zulegen, dennoch stand am Ende ein Plus von 2,6% zu
Buche. Der seit Mitte April bestehende Abwärtstrend konnte nach guten internationalen
Vorgaben jedenfalls durchbrochen werden, was uns auch für die nächsten Wochen hoffen
lässt.

Wochengewinner des österreichischen Leitindex war dieses Mal die EVN, was einen gewissen
Seltenheitswert hat. Der niederösterreichische Energieversorger legte - ohne nennenswerte
Neuigkeiten - um 8,6% zu. Von der Nachfrage nach Energietiteln profitierte auch der Verbund,
dessen Aktie um 6,3% stieg. Dies ist allerdings - anders als bei der EVN - als logische
Konsequenz der gestiegenen Strom-Großhandelspreise zu sehen. Fester notierten auch einige
zyklische Werte, allen voran Zumtobel und voestalpine, die nach Hochstufungen eines
internationalen Brokers um 6,3% bzw. 6,0% zulegen konnten. Auf der Verliererseite standen in
dieser Woche nur Telekom Austria (-0,9%) und bwin (-0,6%).

Fundamentalen Newsflow gab es an der Nebenfront. Die Meldung der Woche war sicherlich
das Übernahmeangebot der conwert für die ECO Business-Immo, das einen Kurssprung für
letztere von über 20% auslöste. Bei einem aktuellen Kurs von knapp unter EUR 6,50
(= Übernahmeangebot) sehen wir nun kaum mehr Potenzial und stufen die Aktie
konsequenterweise von Kaufen auf Halten zurück. Anders dagegen die Kapsch TrafficCom, die
nach den ansprechenden Zahlen zum vierten Quartal eine klare Kaufempfehlung aus unserer
Sicht bleibt.

Die nächste Woche wird aus Unternehmenssicht voraussichtlich ruhig verlaufen. Auf dem
Programm stehen Quartalsergebnisse der Bene, sowie die Dividendenzahlung der STRABAG
(EUR 0,50 pro Aktie). Impulse wird es somit höchstens von internationaler Seite geben, wobei
der ATX im Vergleich zu anderen Indizes ein gewisses Aufholpotenzial besitzt. Zu viel sollte
man sich in den nächsten Tagen/Wochen allerdings nicht erwarten.

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