Das Geheimnis der Monsterwellen

20. Juni 2010 17:31

Ein neues statistisches Modell erklärt, wie sich eine gefährliche Riesenwelle selbst stabilisiert

Bochum - Einem deutsch-schwedischen Forscherteam ist es gelungen, dem Geheimnis von Monsterwellen auf die Spur zu kommen. "Diese gefürchteten Wellen, die auf offenem Meer wie aus dem Nichts auftreten, haben ein gewaltiges Zerstörungspotenzial", erklärt der Physiker Padma Kant Shukla von der Ruhr-Universität Bochum. Gemeinsam mit seinem Kollegen Bengt Eliasson von der Universität Umeå konnte Shukla jetzt erstmals solche Monsterwellen theoretisch berechnen und modellieren. Vorhersagen könne man solche Wellen, mit denen auch das Kreuzfahrtschiff "Queen Elizabeth 2" vor 15 Jahren eine Begegnung hatte, noch nicht, erklärt der Forscher. Die Forschungsarbeit, die in den "Physical Review Letters" veröffentlicht wird, sei allerdings ein erster Schritt dazu.

Wellenmodell

"Wir haben in Computersimulationen ein neues statistisches Modell für solche nicht-lineare, miteinander interagierende Wellen entwickelt", so Shukla. "Es erklärt, wie sich das Wasser-Welle-System aufbaut, verhält und vor allem wie es sich selbst stabilisiert." Und weiter: "Die Monsterwellen überschreiten das übliche Ausmaß von Wellen, die durch Wind entstehen. Treffen zwei oder mehr Wellen in einem Winkel von 41 Grad aufeinander, können sie sich gegenseitig aufschaukeln", so der Physiker.

"Das bedeutet, dass zwei nicht-lineare, miteinander wechselwirkende Wellen sich demnach ganz anders verhalten als eine einzelne Welle, die normale Instabilitäten zeigt und sich in mehrere kleine Wellen auflöst, die dann schräg zueinander verlaufen", führt der Forscher aus. "Faszinierend daran ist die Tatsache, dass aus zwei oder mehr nicht-linearen Wellen regelrechte Wellenpakete mit dreimal höheren Amplituden als bei einer einzelnen Welle entstehen." Begünstigt durch starke Strömung und - entgegengesetztem - starken Wind kann sich daraus die gigantische Welle kontinuierlich aufbauen.

Wasserenergie gebündelt

"Die Energie des Wassers wird schmalbandig in einem engen Wellenlängenbereich und mit plötzlicher, großer Amplitude gebündelt", erklärt der Wissenschaftler. Die eigentliche Instabilität einzelner Wellen werde durch die Verbreiterung des Wellenspektrums "gesättigt", wodurch sich das Wasser-Welle-System vorübergehend selbst stabilisiert. "Dieses Verhalten ist typisch für die örtlich begrenzte Riesenwelle." Ihre Berechnungen stimmen mit Beobachtungen aus Experimenten in großen Wasserbehältern überein. "Demnach neigen Wellen mit langen Wasserkronen stark dazu, Extremereignisse hervorzurufen", so Shukla und Eliasson. (pte/red)


Link
Physical Review Letters (geplanter Titel der Studie: "Instability and Nonlinear Evolution of Narrow-Band Directional Ocean Waves")

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Zachi1
21.06.2010 17:01
Erklärt das auch...

...die "Grundwellen" vom Neusiedler See?

Michael Wehse
22.06.2010 14:32
Neusiedler See

Die Welle am Neusiedlersee ist durch die Wechselwirkung mit dem Boden steiler als üblich. Das wird in der Regel Grundwelle genannt. Wenn über längere Zeit mindestens 7 bft stehen, können einzelne Wellentäler so tief werden, dass sie an besonders flachen Stellen kurzfristig bis zum Seeboden hinabreichen. Das habe ich selber einmal draußen erlebt und kann in Hinkunft darauf verzichten.
Die im Artikel beschriebenen Kaventsmänner entstehen durch Wechselwirkung der Wellen untereinander und sind am Neusiedler See nicht bekannt, wohl aber ein anderes nichtlineares Wellenphänomen, die "Drei Schwestern", aber in einer harmlosen Form.

direktdemokratisch
29.03.2011 14:54

Das Wasser hat sich vor Ihrem Surfbrett geteilt und Sie konnten auf den Grund sehen (und das bei nur 7 bft) ?? Wenn Sie nicht Moses sind, dann kann ich mir als langjähriger Neusiedlerseesurfer kaum vorstellen, wie sich das zugetragen haben kann.

Michael Wehse
03.06.2011 14:45
Analyse

Der luvseitige Spiegel war zum Zeitpunkt der Grundberührung in der Luft. Am achterlichen Gewichtstrimm lag's also nicht. Ich bleibe dabei, die Welle ging bis zum Grund.
Meine Crew und ich waren erfahren und trainiert. Vorhergesagt waren 6bft, mein oberes Limit auf meinem Boot. Anfang November kommt zudem nicht so schnell jemand helfen. Mir war beim Auslaufen klar, dass unsere Sicherheitsspanne zu klein ist. Ich war einfach zu gierig darauf beim Absegeln den ganzen See runter und rauf zu brettern...
Wie Moses habe ich mich nicht gefühlt ;-)
Ich habe daraus gelernt und hoffe, diese Beschreibung ist anderen eine Warnung.

Michael Wehse
03.06.2011 14:26
Beschreibung

Nachdem ca. 3h ein Süd mit 6, später 7 bft, weiter zunehmend gestanden ist, waren wir von Rust kommend mit meinem Kat am Weg heim. Um das Risiko eines Überschlags zu minimieren, waren wir mit reduzierter Power im Segel auf tiefer Raumen am Rücken einer Welle vor dem Wind abgelaufen. Im flachen Bereich vor Weiden ist im Wellental vor uns der Grund für ca. 10..20s sichtbar geworden. Kurz darauf hatten beide Ruder Grundberührung und deren Klemmen gingen auf. Wir konnten ein Ruder schnell wieder klar bekommen, sonst wären wir wohl im Bach gelandet.
An dieser Stelle betrug die Wassertiefe zu diesem Zeitpunkt min. 1m (durch den Südwind eher mehr), Bei 76cm Tiefgang der Schwerter sonst kein Problem. Die Ruder sind weniger tief. [...]

ministry
25.06.2010 12:45

und die weisse wand nicht zu vergessen.......http://www.youtube.com/watch?v=DUn8WQ4Y1bM

gute doku.....

eleon
21.06.2010 14:22

surf's up!

HookMind
21.06.2010 12:10
und was lernen wir daraus...

Der Friseur der Leningrad Cowboys sollte seine Kammrichtungen mt einem groeszeren oder kleinerem Winkel als 41° fuehren.

fluffer
21.06.2010 11:29

ein wenig mehr hintergrundinfo waere zu diesem artikel schon angebracht ...

vor einigen wochen auf irgendeinem tv-sender gabs wesentlich informativeres: u a erreichen 'normale' wellen nur eine hoehe von 12m, diese oben erwaehnten monsterwellen dagegen bis zu 30m! auf einer bohrinsel in der nordsee wurde eine mit 26m dokumentiert.

Kokoskalif
21.06.2010 12:37

Vielleicht steht ja das, das Sie suchen, im verlinkten Artikel..?

fluffer
22.06.2010 11:59

mag sein ... aber ich bin konsument und kein journalist. wenn ich die zeitung lese, mag ich nicht erst auf recherche gehen muessen ;)

Heinrich Dacher
21.06.2010 11:20
Ein Wasser-LASER-Puls also...

... mit viel Phantasie.

sweetmaker
 
20.06.2010 18:37
diese experimente hab ich schon als ich klein war

in der badewanne gemacht

Doktor Leid
21.06.2010 16:36
in DIE Badewanne ...

Michael Jack Dundee
 
21.06.2010 17:13
"sweetmaker" schrieb:

"diese experimente hab ich schon als ich klein war in der badewanne gemacht"

Abgesehen vom Punkt am Ende sowie der durchgehenden Kleinschreibung ist es gramatikalisch korrekt.

Ulrich Nagel
22.06.2010 06:02

--------joke------------>

O
/|\ <--- you
|
/ \

Andreas Steinschaden
21.06.2010 17:49
Karl Kraus

Ich empfehle die Literatur des Karl Kraus über die Deutsche Sprache. Er erklärt auf vielen Seiten, wie ein kleiner Unterschied die Aussage ändern kann.

Michael Jack Dundee
 
23.06.2010 14:16

Und deswegen ist die Gramatik immer falsch?

Nick Tameer
24.06.2010 07:48

Und wenn die Grammatik korrekt ist, ist bestimmt die Rechtschreibung falsch.

eleon
21.06.2010 14:23

... and then a big brown shark came...

legion
20.06.2010 18:43
und,

warum haben Sie kein paper darüber veröffentlicht! :-)

Schlapsi
21.06.2010 14:02

Nach einer Frage setzt man ein Fragezeichen, Sie papermaker!

Grisu der kleine Drache
21.06.2010 10:59

Weil die Erwachsenen - diese wissenschaftlichen Banausen - die Experimente wegen der Wasserflecken an der Wohnzimmerdecke abgebrochen haben.

Kokoskalif
21.06.2010 12:37

Sie hätten vehementer für ein eigenes Labor eintreten sollen! ;)

Dirty Sanchez
 
21.06.2010 09:56
Das hat der Hund, zusammen mit den Hausaufgaben, gefressen.

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