Ex-General Marcel Bigeard gestorben

18. Juni 2010, 15:51
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Umstrittener Protagonist der Kolonialkriege in Indochina und Nordafrika und rechtskonservativer Politiker

Paris - Der für die Kriegsverbrechen in Algerien berüchtigte französische Ex-General Marcel Bigeard ist am Freitag 94-jährig gestorben. In einer vom Élysée-Palast in Paris veröffentlichten Erklärung von Präsident Nicolas Sarkozy wurde Bigeard als verdienstvoller, "heroischer Kämpfer" und "charismatischer Führer" im Zweiten Weltkrieg, im Indochina- und im Algerienkrieg gewürdigt. Bigeard war der am höchsten dekorierte Offizier Frankreichs. In Algerien wird sein Name vor allem mit Folter und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Verbindung gebracht.

Bigeard, der 1954 nach der Schlacht von Dien Bien Phu in vietnamesische Gefangenschaft geriet, wurde nach sechs Monaten freigelassen. 1957 war er maßgeblich an der "Schlacht von Algier" beteiligt, in der sich die französische Armee im sogenannten "schmutzigen Krieg" brutalster Foltermethoden bediente.

Politkarriere

Unter der Präsidentschaft von General Charles de Gaulle (1959-69) vorübergehend in Ungnade, wurde Bigeard 1973 zum Armeegeneral befördert. 1975 ernannte ihn Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing zum Staatssekretär im Verteidigungsministerium. 1978 als Abgeordneter des Départements Meurthe-et-Moselle in die Nationalversammlung gewählt, übernahm er den Vorsitz des Verteidigungsausschusses. Er behielt sein Abgeordnetenmandat bis 1988 und bekämpfte nach dem Mehrheitswechsel 1981 mit aller Vehemenz die Linksregierung von Präsident Francois Mitterrand.

Bigeard veröffentlichte 15 Bücher wie "Pour une parcelle de gloire" und "Ma guerre d'Algérie". (APA)

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