Der allerschönste Schneebergblick

    18. Juni 2010, 16:58
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    Aus dem Miesenbachtal auf das Geländ der schönen Aussicht wegen

    Selbst eingefleischte Fans der Hohen Wand räumen ein, dass die Aussicht auf den Schneeberg von dem vorgelagerten und durch den Rastkreuzsattel getrennten Geländ noch den berühmten Blick von der Großen Kanzel in den Schatten stellt. Die exponierte, nach Süden steil abfallende Kuppe kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, denn archäologische Grabungen brachten auf der Erhebung Spuren aus der Stein- und Bronzezeit zutage. Auch in der Hallstattzeit suchten die Menschen offensichtlich bei Gefahr die Höhe auf, die Chroniken berichten, dass die Menschen dort vor den Osmanen Zuflucht suchten.

    Das Gelände - im Volksmund G'länd genannt - hieß früher Scheibe, was auf eine Kreidfeuerstation hinweist. Der Name ist heute für den Bereich des Rastkreuzes mit der Scheimhütte gebräuchlich.

    Es imponiert aber nicht allein der Schneebergblick auf dem Geländ, auch die Sicht auf die ehemals bedeutende Bergwerksgemeinde Grünbach und in das Puchberger Becken beeindruckt. Zu sehen sind weiters ein Teil des Wiener Beckens mit den Städten Wiener Neustadt und Neunkirchen sowie Hochwechsel und Sonnwendstein. Die beliebtesten Anstiege sind jene von Grünbach oder vom Klaussattel aus, die sind auch relativ stark frequentiert; wer es lieber etwas einsam hat, der beginnt die Tour im oberen Miesenbachtal beim Gasthaus Apfelbauer. Allerdings kommt er erst in den Genuss der herrlichen Rundsicht, wenn er das kleine Gipfelplateau erreicht hat. Beim Abstieg bietet sich ein Umweg zum Rastkreuz an, der allerdings nach der Scheimhütte etwas schwierig zu finden ist, weil Markierungen und ein Wegweiser fehlen. Der Abstieg auf dem Güterweg bietet keine Probleme.

    Die Route: Vom Gasthaus Apfelbauer im oberen Miesenbachtal steigt man auf der roten Markierung über Lanzing zu einem Rücken an, wo man nach links auf die blaue Markierung wechselt, die später steil zum höchsten Punkt des Geländ führt. Gehzeit rund 1½ Stunden.

    Direkt am Kamm (rot markiert und steil) oder auf dem Güterweg geht es nach Norden hinab. Wo der Güterweg eine scharfe Linkskurve macht, hält man sich geradeaus und erreicht über einen Rücken das Rastkreuz und die Scheimhütte. Gehzeit ab Geländ eine halbe Stunde. Ein kurzes Stück in Richtung Scheuchenstein, dann hält man sich links auf einem wenig ausgeprägten und unmarkierten Pfad, der in den vom Geländ kommenden Güterweg einmündet. Auf diesem zurück zum Apfelbauer. Gehzeit ab Rastkreuz eine Stunde. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/19.06.2010)

    Gesamtgehzeit drei Stunden, Höhendifferenz 500 Meter. Geländ-Hütte (an Wochenenden und Feiertagen offen), Scheimhütte (Mi., Do., Sa. und So. offen). ÖK25V Blatt 4206-Ost (Pernitz), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.

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      foto: österreich werbung/diejun
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