Frauenanteil in politischen Spitzenpositionen sinkt

18. Juni 2010, 16:48
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Je wichtiger die Ämter der Kommunalpolitik, desto weniger Frauen sind darin zu finden

Hagen/Berlin - Frauen sind gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil in allen kommunalpolitischen Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert. Frankfurt am Main hat die meisten Frauen in kommunalpolitischer Verantwortung. Dies sind Ergebnisse des 2. deutschen Genderrankings, das ein politikwissenschaftliches Forschungsteam an der FernUniversität in Hagen im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung erstellt hat und das am 18. Juni in Berlin präsentiert wurde.

Nach dem Superwahljahr 2009, in dem nahezu in allen deutschen Großstädten die Karten neu gemischt wurden, liegt die Frage auf der Hand, ob sich im Vergleich zum ersten Genderranking 2008 der Frauenanteil in der Kommunalpolitik verändert hat. Während in Ländern wie Norwegen dieser Vergleich schon eine lange Tradition hat, um einen Wettbewerb zwischen den Kommunen zur stärkeren Berücksichtigung von Fraueninteressen zu initiieren, gibt es in Deutschland hierzu noch keine Vorbilder. Im Gegenteil: In den offiziellen Genderberichten der Bundesregierung kommt die kommunale Ebene kaum vor und eine flächendeckende Erfassung von Frauen in kommunalpolitischen Führungspositionen steht immer noch aus.

Unterrepräsentanz von Frauen ist großstädtischer Alltag

Je wichtiger Ämter in der Kommunalpolitik werden, desto stärker ist die Unterrepräsentanz von Frauen ausgeprägt. Aber damit nicht genug: die aktuellen Zahlen belegen, dass der Frauenanteil in politischen Spitzenpositionen seit 2008 zum Teil deutlich gesunken ist. Stagniert der Frauenanteil unter allen RatsmitgliederInnen in deutschen Großstädten bei 33 Prozent, so sinkt ihr Anteil auf dem OberbürgermeisterInnenposten um 5 Prozent auf nur noch 12,7 Prozent.

Der Frauenanteil sank ebenfalls bei den Ausschussvorsitzenden (von 25,9 Prozent in 2008) auf 22,4 Prozent und bei den Fraktionsvorsitzenden von 20,6 Prozent auf 18,9 Prozent. Einzig auf der Dezernentenebene zeigt sich ein positiver Saldo - hier stieg der Frauenanteil von 18,5 Prozent auf 19,9 Prozent in 2010. Besonders stark gesunken sind die Frauenanteile bei der SPD bei nahezu allen Positionen. Die Quote scheint hier sehr deutlich an Bedeutung zu verlieren.

Höchste Punktezahl: Frankfurt/Main mit Oberbürgermeisterin Petra Roth

Auch aus dem zweiten deutschen Genderranking ist die Stadt Frankfurt am Main als Siegerin hervorgegangen. In Frankfurt sind 40 Prozent der Ratsmitglieder und der DezernentInnen weiblich. Hinzu kommt selbstverständlich in der Wertung die Oberbürgermeisterin Petra Roth und dass 50 Prozent der Ausschussvorsitze mit Frauen besetzt sind. Damit schneidet Frankfurt am Main bei fast allen Positionen mit der höchsten Punktzahl ab.

Tabellenletzte bleibt auch 2010, wie bereits im ersten Genderranking 2008, die Stadt Salzgitter. Im Kommunalparlament dieser Großstadt sind nur 17,0 Prozent RatsmitgliederInnen weiblich. Bei den Fraktionsvorsitzenden, Dezernenten, wesentlichen Ausschussvorsitzenden und auf dem Bürgermeisterstuhl ist nicht eine Frau ausfindig zu machen. (red)

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    Die Oberbürgermeisterin von Frankfurt/Main, Petra Roth, (hier mit Norbert Lammert, Bundestagspräsident) erreicht mit ihren komunalpolitischen Kolleginnen einen Frauenanteil von 40 Prozent.

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