Mehr Jugendliche ohne Job

18. Juni 2010, 14:49
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Bericht des Wirtschaftsministeriums regt Arbeitserlaubnis für junge Asylwerber an

Jeder zehnte österreichische Jugendliche hat keinen Job. Mit einer Zunahme von zwei Prozent ist der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit hierzulande zwar geringer als in der gesamten EU (plus 4,2 Prozent), aber eben doch ein Anstieg. Als Grund dafür wird in einem Bericht des Wirtschaftsministeriums die Wirtschaftskrise angeführt. Demnach versuchen die Unternehmen ihr bestehendes Personal zu halten und würden dadurch weniger Mitarbeiter neu einstellen.

Laut Wirtschaftsministerium ist die Arbeitslosigkeit bei Personen mit Migrationshintergrund eine der größten Herausforderungen. Es sei davon auszugehen, dass rund ein Drittel bis maximal die Hälfte der Jugendlichen mit Migrationshintergrund ohne weiterführenden Bildungsabschluss aus dem Bildungssystem ausscheiden, während bei den Jugendlichen ohne Migrationshintergrund dieser Anteil deutlich unter 10 Prozent liege, heißt es in der Aussendung.

Der EU-Durchschnitt liegt bei 19,6 Prozent, in der Union ist damit jeder fünfte Jugendliche ohne Arbeit. Österreich belegt mit einer Quote von 10 Prozent hinter den Niederlanden die zweitgünstigste Position.

"Berufsorientierung" als Schulfach

Der Bericht empfiehlt die Einführung eines eigenen Unterrichtsgegenstands "Berufsorientierung" in der 7. und 8. Schulstufe, denn die bisherige integrierte Form der Berufsorientierung habe sich für benachteiligte Jugendliche als unzureichend herausgestellt. Stärker gefördert sollten überdies auch außerschulische Berufsorientierungsangebote wie die "Schnupperlehre" werden.

Um Jugendlichen mit Migrationshintergrund einen besseren Zugang zu einer betrieblichen Lehrausbildung zu ermöglichen, empfiehlt der Bericht auch noch weitere Maßnahmen, etwa die rechtliche und bürokratische Vereinfachung der Beschäftigung von Lehrlingen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft, Beschäftigungsbewilligung bzw. Arbeitserlaubnis für junge Asylwerber, spezielle Beratungs- und Coaching-Angebote sowie die Ausweitung von Kursen zur Verbesserung der Deutschkenntnisse.

Ministerium: Zahlreiche Maßnahmen bereits gesetzt

Aus dem Wirtschaftsministerium hieß es dazu am Freitag, man habe bereits "zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit - wie im Wirtschaftsbericht für das Jahr 2009 empfohlen - umgesetzt". Insbesondere die sprachliche Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sei verbessert worden. Dies zeige bereits Wirkung, wie man am Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit in heurigen Jahr sehen könne. (red/APA)

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