Warten auf israelische Lockerung der Gaza-Blockade

18. Juni 2010, 14:21

UNRWA: Wenig Anlass zu Optimismus - Ägypten warnt vor "fürchterlichen Konsequenzen"

Gaza/Beirut/Paris - Auf den Beschluss der israelischen Regierung, die Blockade des Gazastreifens zu lockern, hat das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) mit äußerster Zurückhaltung reagiert. Zwar sei alles zu begrüßen, was die humanitäre Katastrophe mildere, aber was die Palästinenser wirklich brauchten, sei das Ende der Abriegelung, sagte der UNRWA-Sprecher in Gaza, Chris Gunness, laut Presseberichten vom Freitag. "Nach so vielen ähnlichen Ankündigungen aus Israel, denen keine Taten folgten, haben wir wenig Anlass zu Optimismus."

Der Beschluss des israelischen Sicherheitskabinetts sieht vor, dass unter anderem mehr Material für Bauprojekte unter UNRWA-Aufsicht in den Gazastreifen geliefert werden darf. Dazu sagte Gunness: "Das hilft wenig. Denn die Bestimmungen, was eingeführt werden darf und was nicht, ändert Israel fortlaufend." Das israelische Argument, gerade die Einfuhr von Zement in den Gazastreifen beeinträchtige Israels Sicherheit, weil die Hamas damit militärische Anlagen bauen könne, wies der Sprecher zurück.

Abbas fordert Aufhebung der Blockade

Die palästinensische Führung hat die durch massiven internationalen Druck erzwungene israelische Blockade-Lockerung als unzureichend kritisiert. Präsident Mahmoud Abbas habe gegenüber US-Präsident Barack Obama und der Europäischen Union verdeutlicht, dass die israelische Blockade vollständig aufgehoben werden müsse, erklärte Chefunterhändler Saeb Erekat in Ramallah im Westjordanland. Eine "Teil-Lösung" könne es nicht geben. In Wirklichkeit dauere die "illegale Belagerung" unverändert an. Die US-Regierung hatte die israelische Entscheidung als einen "Schritt in die richtige Richtung" begrüßt.

Die Zahl derjenigen, die sich im Gazastreifen nicht genügend zu essen leisten könnten, hat sich nach UNRWA-Angaben im vergangenen Jahr auf 300.000 verdreifacht. Immer mehr junge Menschen nehmen sich das Leben. "35 bis 40 Prozent der Menschen leiden unter Depressionen und Angstzuständen", erklärte Fadel Abu Hein, Direktor eines Gesundheitszentrums in Gaza. Mehr als hunderttausend Menschen hätten ihre Arbeit verloren.

Pro-palästinensische Aktivisten haben die Entsendung einer weiteren Hilfsflottille in Richtung Gazastreifen angekündigt. Der Sprecher der "European Campaign to end the Siege on Gaza" (ECESG), Rory Byrne, sagte, es sei ein Verband von insgesamt sechs Schiffen geplant, der in den kommenden Wochen in Richtung Gaza aufbrechen solle.

Ägypten warnt Israel

Vor "fürchterlichen Konsequenzen" hat Ägyptens Premier Ahmed Nazif Israel für den Fall eines militärischen Angriffs auf das libanesische Schiff "Mariam" gewarnt, das kommende Woche Hilfsgüter in den Gazastreifen transportieren soll. Sollte es zu einer Wiederholung der blutigen Kommandoaktion gegen das türkische Schiff "Mavi Marmara" kommen, in deren Verlauf israelische Soldaten Ende Mai in internationalen Gewässern neun türkische Palästina-Solidaritätsaktivisten erschossen hatten, wären die Auswirkungen für Israel "fürchterlich", betonte Nazif während eines Libanon-Besuches auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsident Saad Hariri in Beirut.

30 Libanesinnen und 20 weitere internationale Aktivistinnen wollen von Beirut aus an Bord der "Mariam" mit Hilfsgütern nach Gaza fahren. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hatte erklärt, seine Land würde die libanesische Regierung für jegliche "gefährliche Konfrontation" zur Verantwortung ziehen. "Schiffe aus dem Iran und dem Libanon sind eine feindliche Aktivität eines feindlichen Staates und nicht mehr nur eine Provokation wie bei der anderen Flotte", hatte Außenminister Avigdor Lieberman erklärt. (APA)

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elsalvador
00
An alle Träumer:

Hier ist Nachzulesen das es nie zu einer Abstimmung im Israelischen Knesset um die Öffnung des Gazastreifens kam!

Das alles ist eine Finte, die durch den Israelischen Pressesprecher Mark Regev und seine Crew publiziert wurde! Wie? In Form von zwei verschiedene Medien - Mitteilungen: in hebräischer Sprache kein Wort von einer Aufhebung der Gaza- Blockade, während in der englischen Version – für die ach‘ so dummen ausländischen Journalisten gedacht – so ziemlich das Gegenteil stand.

http://www.haaretz.com/news/dipl... h-1.296809

Plasmaball
00
22.6.2010, 20:18
Warten auf Godot...

F S 3
24
20.6.2010, 13:38
Typisch isreale Lösung: Medienwirksame(?) Ankündigung einer "Lockerung" am Donnerstag, worauf vorgestern am Freitag…

…wiederum "zumindest bis Sonntag" die Handels-Grenzübergänge zur Küstenregion geschlossen wurden.



Zur Legitimität und den Konsequenzen des isrealen Überfalls auf die Hilfsschiffe nach Gaza gibt es überigens einen hervorragenden Kommentar vom US-Jura-Professor u.UN-Beauftragter des Menschenrechtsrates für die Pal.Gebiete, Richard Falk.

Die isr.Regierung hat ihn zur persona non grata erklärt, da er Israel 2008 "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vorgeworfen hatte…


"R.Falk: The Shock Resulting from Flotilla Attack have Reinforced the Campaign to de-Legitimize Israel."
http://tinyurl.com/29jcke8

Der Kobold
12
20.6.2010, 22:37

Protesters prevent unloading of Israeli ship
"Hundreds of demonstrators, gathering at the Port of Oakland before dawn, prevented the unloading of an Israeli cargo ship.
The demonstrators, demanding an end to Israel's blockade of the Gaza Strip..."

http://www.sfgate.com/cgi-bin/a... 1E28CV.DTL

Andreas S.
11
20.6.2010, 19:00

freitags wird die grenze geschlossen und am sonntag wieder aufgemacht ... Da hat fs3 wieder so eine j. verschwoerung aufgedeckt: das die am samstag nicht arbeiten ... ;-)

F S 3
02
21.6.2010, 22:10
FAKTEN sind, daß die WHO -selbst als angeblich die Grenze nach Gaza offen sein sollte-…

…daran gehindert wurde MEDIKAMENTE und med.Ausrüstung zu liefern.

Dies ist bloß ein weiteres Theater der isrealen 'egierung von der katastrophalen PR in Sachen "Hilfsflotte" abzulenken.

Fakt ist, daß in einer NICHT VERBINDLICHEN Erklärung seitens der isr.Regierung die Gaza-Blockade gelockert wird, während GLEICHZEITIG Netanyahu nach dem Meeting mit seinen Ministern im Kabinett verlautbart, daß "DIE Gaza-SICHERHEITSSPERRE von heute an VERSCHÄRFT wird".

Diesem Regieme kann einfach nicht vertraut werden. Sie sagen A und machen B.

Andreas S.
21
21.6.2010, 23:42

fakten seit wann hat fs3 fakten, ymmd ;-)
und wenn du sie hast (WHO) dann poste doch den link.

blockade/sicherheitssperre: das ist kein widerspruch, warum soll man die blockade nicht lockern aber die sicherheitssperre verschaerfen koennen. Ausser man ist so doof und kennt den unterschied nicht ;-)

Hubert Ungeist
 
01
21.6.2010, 07:24
Also erstesn wurde auch Am Freitag

geschlossen (kein jüdischer Feiertag!) und zweitens wie verträgt sich das mit einer angeblichen Öffnung die angekündigt wurde?

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85
19.6.2010, 15:58
Die Realität ist ...

... dass die UNRWA machtlos ist gegenüber der Hamas und in ihrer Geiselhaft. UN Institutionen werden von der Hamas gezielt missbraucht, unliebsame UNO-Aktionen zerstört (siehe Jugendcamp).
Besser wäre es, die UNRWA würde folgendes sagen:
Die Hamas muss sofort den Beschuss Israels aufgeben und den Staat Israel anerkennen. Dann fordern wir die sofortige Aufhebung der Blockade.
Aber das tut sie nicht, weil sie parteiisch ist.

F S 3
44
19.6.2010, 19:32
Die Realität ist leider so, daß Isreals 'egierung die Hamas erst erschaffen hat,…

…um eine "kontrollierte" Gegenbewegung zu Arafats PLO zu schaffen. Checken sie WER, WIE finanzierte…

Wie auch ehemals Arafats PLO von Isreal erst geschaffen und von Kreisen innerhalb Isreals am Leben gehalten wurde.

Nachdem Arafat beseitigt worden war, wurde man auch Ariel Sharons überflüssig.

gilad_1401
00
23.6.2010, 12:28
jaja, das märchen ist nun aber echt langsam total abgedroschen...

joh_14
30
19.6.2010, 18:46
die roten Striche zeigen wieder,

dass die Wahrheit nicht vertragen wird.

Hubert Ungeist
 
35
19.6.2010, 18:45
In welchen Grenzen MUSS die Hamas Israel anerkennen?

Und warum muss nicht Israel zumindest offiziell eine 2 Staatenlösung anerkennen, und damit einen P-Staat? Warum verhindert Israel die Ausrufung eines P-Staates?

Dani B.
31
20.6.2010, 12:02

deine argumente zeigen den echten k.u.k. bürokraten in dir. zuerst sollen mal die grenzen auf den millimeter genau festgelegt sein, erst dann wird über anerkennung gesprochen, ja was soll man denn sonst anerkennen, echt woah?

zuerst sollen die grundsätzlichen themen gelöst werden, dann können auch die technikalien gelöst werden. eigentlich weisst du das auch. also, bitte.

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34
19.6.2010, 19:13
Herr Hubert Ungeist ...

... sie sind ein Bauchposter ohne historischen Wissen oder sie unterschlagen die Historie bewusst weil sie ihre Argumente nicht deckt. 1948 bis 1967 gab es eine de facto 2-Staaten-Lösung, die von der arabischen Welt nicht anerkannt wurde. 20 Jahre lang besetzte Jordanien und Ägypten die jetzigen Palästinensergebiete und niemand runzelte auch nur die Stirn darüber.
Dann - nach mehreren Kriegen - 1948, 1956 und 1967 - die von den Arabern geführt wurden, um das zionistische Gebilde auszuradieren, kamen die Gebiete unter isr. Verwaltung. Daher muss zuerst die arabische Welt Israels Existenzrecht anerkennen. Einfach die Grenzen von <1967 herstellen bringt keine Lösung, denn das Problem ist die Nichtanerkennung Israels durch die arabische Welt.

Hubert Ungeist
 
21
20.6.2010, 09:43
Die arabische Welt

hat bereits einen Vertrag angeboten. Anerkennung der LInien von 67 und gleichzeitige Anerkennung Israels. Nur hat Israel nicht mal darauf reagiert.

Dani B.
30
20.6.2010, 12:04

die sicherheitsgarantie, welche die arabischen länder im rahmen des saudi friedensplanes abgeben sollen, ist nicht mal einer erwähnung wert. du kannst nicht hass und gewalt predigen und dann als friedensgarant dastehen, das glaubt dir kein mensch.

Hubert Ungeist
 
00
22.6.2010, 13:22
Okay...

und für Frieden zu sein angeblich und Siedlungen in besetzen gebieten weiter massiv ausbauen passt halt auch nicht zusammen

marlowe
 
12
19.6.2010, 21:38
***...historischen Wissen...***


...1947 gab es einen Palästina Teilungsplan [sic!] der UN...

und der langjährige Präsident des Jüdischen Weltkongress zitiert den ersten Premierminister Israels wie folgt:

'Wäre ich ein arabischer Führer, würde ich niemals mit Israel verhandeln. Das ist ganz natürlich: Wir haben deren Land genommen. Sicher, Gott hat es uns versprochen, aber was geht die das an? Unser Gott ist nicht deren Gott. Wir stammen aus Israel, aber das ist 2000 Jahre her, und was interessiert die das? Es gab Antisemitismus, die Nazis, Hitler, Auschwitz, aber war das deren Schuld? Das Einzige, was die sehen ist: Wir kamen her und stahlen ihr Land. Warum sollten die das akzeptieren?'

soviel zum Argument: zuerst muß die arabische Welt...


dr mike
00
20.6.2010, 14:53

zitieren sie auch in welchen Kontext der Premierminister das gesagt hat !

marlowe
 
01
21.6.2010, 09:35
es ist was es ist...


...warum verweisen Sie nicht auf den Kontext? -

offensichtlich - weil es keinen Kontext gibt, der an den von Ben Gurion aufgezeigten Fakten etwas ändern würde!


nanananananana
 
113
19.6.2010, 10:14
Wieso werden die Hilfsgüter nicht über die ägyptische Grenze geliefert?

Gaza grenzt im Süden an Ägypten.

Die Lieferung wäre also über die ägyptische Grenze problem- und konfliktfrei möglich.

Anstatt diese einfache Möglichkeit zu nutzen wird der Konflikt förmlich gesucht.
Und das wirft die logische Frage auf: Wieso wollen die Araber keinen Frieden sondern Krieg und nur Krieg?

Hubert Ungeist
 
23
19.6.2010, 18:45
Schon 100mal erklärt

es gibt einen SPezialvertrag Israel - Ägypten. Ägypten darf daher nur die Grenzen öffenen wenn es Israel erlaubt.

77 88
42
19.6.2010, 16:05
Ägypten ...

... fürchtet die Hamas genau so. Darum haben sie ja die Grenze nach Ägypten zu gemacht. Nur jetzt - im Blitzlichtgewitter der Medien - hat man sie schnell wieder aufgemacht. Hamas wird von Iran und Syrien unterstützt, zwei Urfeinde Ägyptens. Leider verstehen die meisten Poster in den Nahostforen überhaupt nichts von der Situation, die dort politisch herrscht. Sie sehen nur Blut und rufen: "Huch, das darf man doch nicht"
Aber wer von denen ruft "huch", wenn im Iran die Christen getötet werden, im Darfur der Krieg gegen Christen geführt wird etc. etc. Wenn Demokratiebewegungen niedergeschlagen werden (Iran) oder die Kurden verfolgt werden (Türkei, Iran, Irak).

tom krishan1
 
16
19.6.2010, 13:19

ganz einfach, es geht ums prinzip.

gleiche rechte für alle.

niemand ausser israel billigt die blockade.

2 staaten lösung sofort!

andernfalls wird sich u.a. auch die (westl.) welt mit einem flächenbrand konfrontiert sehen, der das ergebnis jahrzehntelangen wegschauens ist.

wenn der westen jetzt keinen unablässigen druck auf einen dauerhaften fieden ausübt, dann ists erstmal vorbei.

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