Brokkoli-Bestandteil gegen Pankreastumor?

19. Juni 2010, 17:09
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Im Labor und bei Mäusen hemmte die Kombination von Medikament und Substanz die Krebszellen

Heidelberg - Ein neues Krebsmittel könnte in Kombination mit einem Brokkoli-Bestandteil Tumore der Bauchspeicheldrüse bekämpfen. Das Medikament Sorafenib wird bereits bei fortgeschrittenem Leber- und Nierenkrebs eingesetzt. In Kombination mit dem Brokkoli-Stoff Sulforaphan hemmt das Mittel auch die besonders widerstandsfähigen Tumorstammzellen von Pankreastumoren, wie eine Studie der Universitätsklinik Heidelberg zeigt.

Da die Erkrankung oft erst spät bemerkt wird, überleben nur wenige Patienten die Diagnose länger als ein Jahr. Vor allem die frühen Vorläuferzellen des Tumors, die Krebsstammzellen, sorgen dafür, dass Karzinome unkontrolliert wachsen, metastasieren und kurz nach einer Operation wieder zurückkehren.

Untersuchungen

In Versuchen an Krebszellen und Mäusen hemmte das Medikament Sorafenib zwar die Krebsstammzellen und senkte das Tumorwachstum stark. Aber der Effekt hielt nur kurz an. Nach vier Wochen entstanden erneut kleine Kolonien der Stammzellen, die dann nicht mehr auf das Mittel reagierten. "Vermutlich hängt diese Resistenz mit einem bestimmten Stoffwechselweg zusammen, den Sorafenib aktiviert", erklärte die Forscherin Vanessa Rausch.

Der in Brokkoli und Blumenkohl vorkommende Stoff Sulforaphan blockiert laut Studie diesen Signalweg. Die Kombination beider Mittel verstärkte die Wirkung von Sorafenib, ohne zusätzliche Nebenwirkungen zu verursachen. Die Krebszellen bildeten keine Absiedlungen mehr, wie die Forscher im Fachblatt "Cancer Research" erklärten. Möglicherweise könnten durch die Ernährung Tumortherapien unterstützt werden, vermuten sie. (APA/apn)

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    Ein Brokkoli-Bestandteil könnte im Kampf gegen Pankreastumoren helfen.

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