US-Studie hält Bluthochdruck und Rauchen als wichtigste Risikofaktoren fest
London - Fünf oft vermeidbare Risikofaktoren sind für 80 Prozent
aller Schlaganfälle verantwortlich: Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht,
ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung. Das hat die Analyse von mehreren
tausend Schlaganfallpatienten in Nordamerika gezeigt. Eine gezielte Vorbeugung
gegen diese Risikofaktoren könne die weltweite Zahl der Schlaganfälle wesentlich
senken, betonen die Autoren um Martin O'Donnel von der kanadischen
McMaster-Universität im britischen Fachjournal "The Lancet".
Die Mediziner hatten die Daten von 3.000 Schlaganfallpatienten mit denen von
3.000 Gesunden verglichen. Dabei war Bluthochdruck der wichtigste Risikofaktor:
Er steigert das Risiko auf mehr als das 2,5fache. Bei jedem dritten Schlaganfall
spielt Hochdruck eine Rolle. Fast ebenso gefährlich ist das Rauchen, das die
Schlaganfallgefahr verdoppelt.
Ähnliche Risikofaktoren bei Herzinfarkten
Die Interstroke-Studie identifizierte insgesamt zehn Risikofaktoren, die
zusammen für 90 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich sind. Auf den Plätzen
fünf bis zehn stehen ungesunde Blutfettwerte, Diabetes, Alkohol, Stress und
Depressionen sowie Herzkrankheiten. Viele dieser Faktoren seien voneinander
abhängig. Interessanterweise seien neun dieser Faktoren dieselben wie in der
Interheart-Studie für Herzinfarkte, betonen die Autoren. Diese neun Faktoren
(Ausnahme sind die Herzprobleme selbst) seien auch für 90 Prozent aller
Herzinfarkte verantwortlich.
In einer größeren Schlaganfallstudie mit 20.000 Patienten wollen die
Mediziner nun die Bedeutung der Risikofaktoren in unterschiedlichen
geografischen Regionen, in verschiedenen ethnischen Gruppen sowie für die
einzelnen Schlaganfallarten klären. (APA)