Studie: Die Tiere spezialisierten sich im Laufe ihres Lebens auf verschiedene Wassertiefen
Wien - Die Lebensgewohnheiten von Ammoniten, einst sehr häufige, seit
65 Mio. Jahren ausgestorbene Meeresbewohner, haben Wissenschafter des
Naturhistorischen Museums Wien (NHM) in Zusammenarbeit mit der Universität Graz
erforscht. Ammoniten gehörten zu den sogenannten Kopffüßern, zu denen auch
Kraken und Tintenfische zählen. Sie lebten, wie der noch heute existierende
Verwandte Nautilus, in teils riesigen, an Schneckengehäuse erinnernden Schalen.
"Ammoniten zählen zu den bekanntesten fossilen Meerestieren", erklärten
Alexander Lukeneder und Mathias Harzhauser vom NHM in einer Aussendung. Sie entstanden vor rund 400 Millionen Jahren, im Zeitalter des Devon.
Ihre Blüte erlebten die Weichtiere aber erst im Erdmittelalter zwischen 250 bis
65 Millionen Jahren vor heute.
Ausgestorben
Gemeinsam mit einer Vielzahl von anderen Tieren starben sie am Ende des
Erdmittelalters aus. Der Meteoriteneinschlag an der Wende von der Kreidezeit zur
Erdneuzeit vor rund 65 Millionen Jahren, dem auch die Dinosaurier zum Opfer
fielen, war der letzte vernichtende Schlag für die Ammoniten.
Die Forscher konnten nun erstmals zeigen, dass sich Ammoniten im Laufe ihres
Lebens auf verschiedene Wassertiefen spezialisierten und unterschiedliche
Lebensräume der Ur-Ozeane bewohnten. So konnten Wanderbewegungen vom Flachwasser
ins Tiefwasser und umgekehrt nachgewiesen werden. Hauptursachen für die
verschiedenen Wanderrouten und Entwicklungswege sehen die Paläontologen in der sexuellen Reife und den Reproduktions-Zyklen mit einhergehender
Nahrungsumstellung.
Analyse
Zu ihren Erkenntnissen kamen die Wissenschafter, indem sie die Sauerstoff-
und Kohlenstoff-Isotope der Ammonitenschalen analysierten. Diese Schalen wachsen
während des gesamten Lebenszyklus eines Tieres und zeichnen dabei die
vorherrschenden Isotopen-Verhältnisse des Meerwassers auf. Dadurch kann man auf
Meerestemperaturen und Nahrungsangebot schließen. Die Ergebnisse wurden in der
jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Earth and Planetary Science Letters"
veröffentlicht. (APA)