Wanderbewegungen von Ammoniten erfasst

19. Juni 2010, 17:45
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Studie: Die Tiere spezialisierten sich im Laufe ihres Lebens auf verschiedene Wassertiefen

Wien - Die Lebensgewohnheiten von Ammoniten, einst sehr häufige, seit 65 Mio. Jahren ausgestorbene Meeresbewohner, haben Wissenschafter des Naturhistorischen Museums Wien (NHM) in Zusammenarbeit mit der Universität Graz erforscht. Ammoniten gehörten zu den sogenannten Kopffüßern, zu denen auch Kraken und Tintenfische zählen. Sie lebten, wie der noch heute existierende Verwandte Nautilus, in teils riesigen, an Schneckengehäuse erinnernden Schalen.

"Ammoniten zählen zu den bekanntesten fossilen Meerestieren", erklärten Alexander Lukeneder und Mathias Harzhauser vom NHM in einer Aussendung. Sie entstanden vor rund 400 Millionen Jahren, im Zeitalter des Devon. Ihre Blüte erlebten die Weichtiere aber erst im Erdmittelalter zwischen 250 bis 65 Millionen Jahren vor heute.

Ausgestorben

Gemeinsam mit einer Vielzahl von anderen Tieren starben sie am Ende des Erdmittelalters aus. Der Meteoriteneinschlag an der Wende von der Kreidezeit zur Erdneuzeit vor rund 65 Millionen Jahren, dem auch die Dinosaurier zum Opfer fielen, war der letzte vernichtende Schlag für die Ammoniten.

Die Forscher konnten nun erstmals zeigen, dass sich Ammoniten im Laufe ihres Lebens auf verschiedene Wassertiefen spezialisierten und unterschiedliche Lebensräume der Ur-Ozeane bewohnten. So konnten Wanderbewegungen vom Flachwasser ins Tiefwasser und umgekehrt nachgewiesen werden. Hauptursachen für die verschiedenen Wanderrouten und Entwicklungswege sehen die Paläontologen in der sexuellen Reife und den Reproduktions-Zyklen mit einhergehender Nahrungsumstellung.

Analyse

Zu ihren Erkenntnissen kamen die Wissenschafter, indem sie die Sauerstoff- und Kohlenstoff-Isotope der Ammonitenschalen analysierten. Diese Schalen wachsen während des gesamten Lebenszyklus eines Tieres und zeichnen dabei die vorherrschenden Isotopen-Verhältnisse des Meerwassers auf. Dadurch kann man auf Meerestemperaturen und Nahrungsangebot schließen. Die Ergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Earth and Planetary Science Letters" veröffentlicht. (APA)

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