Jahrestagung in Marokko soll Lösung bringen

18. Juni 2010, 12:21
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Umweltminister Berlakovich spricht sich gegen den Walfang und für strenge Regeln aus

Wien/Agadir - "Wir treten ganz massiv gegen den Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken oder in Schutzgebieten auf. Darüber hinaus geht es uns darum, dass die Jagd auf Wale, die auf der Roten Liste stehen, sofort beendet wird und es möglichst strenge und umfassende Regelungen für den Walfang durch Indigene gibt. Gerade im Internationalen Jahr der Artenvielfalt muss uns bewusst sein, dass unser ökologisches System nur mit dem Erhalt jeder einzelnen Spezies der Tier- und Pflanzenvielfalt optimal funktioniert", betonte Umweltminister Niki Berlakovich am Freitag anlässlich der 62. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Agadir (Marokko).

Bis zum Ende der Konferenz am 25. Juni will eine österreichische Delegation ihre Kernforderungen durchsetzen. Denn trotz des IWC-Moratoriums, das die kommerzielle Jagd auf Wale seit 1986 verbietet, und trotz des relativen Schutzstatus des größten Fanggebietes, dem Südpolarmeer, bleibe die Anzahl der getöteten Groß-Wale hoch, hieß es am Freitag in einer Aussendung des Umweltministeriums. Auch die Klimaveränderungen würden die Wale in der Antarktis durch veränderte Lebensbedingungen besonders hart treffen. Die heimische Abordnung will sich zusätzlich für das Verbot von jeder Art von internationalem Handel mit Walfleisch und Walprodukten stark machen.

Zwischen Walfanggegnern und -befürwortern herrsche in der IWC seit einigen Jahren eine Pattstellung. Keine Gruppe habe die geforderte Dreiviertelmehrheit, um substanzielle Entscheidungen durchzubringen. Schwerpunkt der Jahrestagung in Marokko werde daher sein, diesbezüglich eine Lösung herbeizuführen, so das Umweltministerium. (APA)

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