Ghana will der Stolz Afrikas werden

18. Juni 2010, 12:04
26 Postings

Die Spieler strotzen vor Selbstver­trauen - Australier gefordert

Rustenburg - Ghanas Teamchef Milovan Rajevac hat alle Hände voll zu tun, um seine nach dem WM-Auftaktsieg vor Selbstvertrauen strotzenden Fußballer auf dem Teppich zu halten. Die Ausgangslage vor dem Samstag-Spiel der Gruppe D in Rustenburg gegen Australien (16.00 Uhr) spricht deutlich für die Afrikaner: Ghana könnte mit einem weiteren Erfolg dem Achtelfinale sehr nahe rücken bzw. es bereits erreichen, die Australier kämpfen gegen das vorzeitige Aus.

Die Stimmung im ghanaischen Lager ist nach dem 1:0 gegen Serbien exzellent. Tormann Richard Kingson feierte seinen 32. Geburtstag am Sonntag mit einer überzeugenden Leistung gegen die Serben, am Dienstag stand dann die Party anlässlich des 29. Geburtstags von John Pantsil an. Die Kicker feierten mit typisch afrikanischer Freude mit den Angestellten ihres WM-Quartiers, aßen Kuchen und tranken Bier, ehe Teamchef Rajevac wieder volle Konzentration aufs nächste Match, das 100. einer afrikanischen Mannschaft bei einer WM, einmahnte.

"Für die Australier ist es die letzte Chance, dementsprechend werden sie auftreten", warnte der Serbe vor den nach dem 0:4-Debakel gegen Deutschland angeschlagenen "Socceroos". Deutschland-Legionär Hans Sarpei will von Spiel zu Spiel denken. "Wir wollen jetzt erst einmal das Achtelfinale erreichen und dann Schritt für Schritt versuchen, jeden Gegner niederzukämpfen", erklärte der Spieler von Bayer Leverkusen.

Doch Kampf ist nur eines ihrer Erfolgsrezepte, Leichtigkeit und Lebensfreude sind die anderen. Die WM sei auch "ein Fest" und solle "Freude bringen", meinte Sarpei, "und das wollen wir vermitteln." So sei im Teambus immer gute Stimmung, da werde gesungen und gebetet. "Die Spieler brauchen das - diese Freude, dieses Musikalische, um auch gute Leistung zu bringen", betonte der Verteidiger.

Ghana könnte bei der WM auch dank herausragender Athletik zum Stolz Afrikas werden, schließlich sind die weiteren Mitstreiter Südafrika, Algerien, Elfenbeinküste, Nigeria und Kamerun allesamt noch sieglos. Die bisher größten afrikanischen Erfolge bei WM-Endrunden waren jeweils die Viertelfinali von Kamerun (1990) und Senegal (2002).

Australiens Außen-Verteidiger Luke Wilkshire versprach, dass sich das Team mit voller Kraft gegen eine weitere Niederlage stemmen wird: "Wir wissen, dass wir es besser als im Spiel gegen Deutschland machen können und werden bis zum Schluss kämpfen." Auch Topstar Harry Kewell meinte im idyllischen WM-Quartier in Muldersdrift, dass man in den zwei ausstehenden Spielen noch genug Zeit habe, "um die Dinge umzudrehen".

Den Australiern fehlt allerdings der gesperrte Regisseur Tim Cahill, der Everton-Legionär ist einer der renommiertesten und wichtigsten Spieler des Kaders. Am Donnerstagabend ereilte das Team weitere schlechte Kunde: Mittelfeldspieler Vince Grella zog sich im Training eine Bänderverletzung im Knie zu und muss gegen Ghana passen. Die Bilanz spricht aber überraschend für die Australier, die in bisher sechs Spielen gegen Ghana viermal gewonnen und erst einmal verloren haben.
(APA/Reuters/dpa)

 

Technische Daten und mögliche Aufstellungen zum Fußball-WM-Spiel zwischen Ghana und Australien am Samstag:

Gruppe D (2. Runde):

GHANA - AUSTRALIEN (16.00 Uhr, Rustenburg, Royal-Bafokeng-Stadion, SR Rosetti/Italien)

Ghana: 22 Kingson - 4 Pantsil, 5 John Mensah, 15 Vorsah, 2 Sarpei - 6 Annan, 11 Muntari, 13 A. Ayew, 23 K. P. Boateng - 3 Gyan, 12 Tagoe

Ersatz: 1 Agyei, 16 Ahorlu - 7 Inkoom, 17 I. Ayew, 8 Jonathan Mensah, 10 Appiah, 21 Asamoah, 20 Owusu-Abeyie, 18 Adiyiah, 14 Amoah, 9 D. Boateng, 19 Addy

Keine Ausfälle

Teamchef: Milovan Rajevac (SRB)

Australien: 1 Schwarzer - 2 Neill, 3 Moore, 11 Chipperfield, 8 Wilkshire - 23 Bresciano, 5 Culina, 15 Jedinak, 7 Emerton, 10 Kewell - 9 Kennedy

Ersatz: 12 Federici, 18 Galekovic - 21 Carney, 20 Milligan, 6 Beauchamp, 14 Holman, 16 Valeri, 19 Garcia, 22 Vidosic, 17 Rukavytsya,

Es fehlen: 4 Cahill (gesperrt), 13 Grella (verletzt)

Teamchef: Pim Verbeek (NED)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Hans Sarpei im Training.

Share if you care.