"Umgang mit Prostitution voller Scheinmoral"

18. Juni 2010, 12:12
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Das Pilotprojekt im 15. Wiener Gemeindebezirk ist laut den Grünen ohne rechtliche Grundlage

Wien - Um das Pilotprojekt Prostitution im 15. Wiener Gemeindebezirk (dieStandard.at berichtete - Zonenregelung im 15 Bezirk lässt auf sich warten) zu realisieren, hätte das Prostitutionsgesetz geändert werden müssen, kritisiert die Klubobfrau der Grünen Rudolfsheim-Fünfhaus, Birgit Hebein. Doch dieses Projekt "passiert ohne rechtliche Grundlage". Die beiden dafür erlaubten Areale sind aufgrund von Baustellen und Abgelegenheit ungeeignet. Wie jetzt bekannt wurde, sind auch die sozialen Begleitmaßnahmen halbherzig: so ist die Hotline nur bis 17 Uhr geplant, Streetwork nur bis 22 Uhr. Für die Grünen ist das viel zu wenig. "Der Umgang mit Prostitution ist voller Scheinmoral und Wahlkampfgetöse", so die Grüne Bezirkspolitikerin.

Grüne Anträge abgelehnt

In der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung wurde der Antrag der Grünen, das Projekt zu überdenken, abgelehnt. Auch der Antrag nach einer BürgerInnenversammlung für die AnrainerInnen der zwei erlaubten Bereiche des Pilotprojekts wurde ebenfalls abgelehnt, obwohl große Verunsicherung über das neue Projekt herrscht. Die Grünen fordern die Umsetzung eines umfangreichen Maßnahmenpakets. Die Schaffung von "Laufhäusern, Abschaffung der Sittenwidrigkeit, massiver Ausbau von Streetwork wären erste Maßnahmen", so Hebein. (red)

  • Für die Grünen in Rudolfsheim-Fünfhaus erfordert das Pilotprojekt Prostitution ein Überdenken und mehrere neue Maßnahmen.
    foto: apefrem lukatsky

    Für die Grünen in Rudolfsheim-Fünfhaus erfordert das Pilotprojekt Prostitution ein Überdenken und mehrere neue Maßnahmen.

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