Fraglicher Nutzen von Sauerstoff

20. Juni 2010, 08:23
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Sauerstoffgabe nach Herzinfarkt möglicherweise schädlich

London - Bei einem Herzinfarkt sollen Patienten möglichst schnell reinen Sauerstoff inhalieren. Man nimmt bisher an, dass dies die Schädigung des Herzgewebes minimiert. Nun deutet eine Übersichtsstudie aber darauf hin, dass dieses gängige Vorgehen möglicherweise mehr schadet als nützt.

Die Forscher der Universität Oxford werteten drei Untersuchungen mit insgesamt rund 390 Patienten aus. Diese inhalierten in den 24 Stunden nach dem Infarkt entweder reinen Sauerstoff oder aber Luft. In den drei Studien starben zwar lediglich 14 Teilnehmer, aber fast drei Viertel von ihnen hatten puren Sauerstoff bekommen.

Datenlage noch zu gering

Diese Datenlage sei zwar noch zu gering, um ein abschließendes Urteil zu fällen, betonten die Mediziner in der "Cochrane Database of Systematic Reviews". "Aber angesichts des extrem viel verwendeten Einsatzes sollte sobald wie möglich eine große Studie prüfen, ob die Gabe von Sauerstoff Schaden verursacht", sagte der an der Untersuchung beteiligte Tom Quinn von der Universität Surrey in Guildford. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation erleiden jährlich mehr als 30 Millionen Menschen einen Herzinfarkt. (APA)

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