Spamjäger müssen E-Mail-Werber Schadenersatz zahlen

18. Juni 2010, 11:28
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Richter kürzte bizarre Forderung von 11,7 Millionen auf 27.000 US-Dollar

Ein im Jahr 2006 gestarteter Prozess um eine E-Mail-Werbefirma hat nun ein Ende gefunden. Statt 11,7 Millionen US-Dollar, die Anti-Spam-Projekt Spamhaus als Schadenersatz zahlten sollte, habe der Richter nur 27.000 Dollar zugesprochen, berichtet Spiegel Online. E-Mail-Werber David Linhardt war gegen die Behauptung vorgegangen, Spammer zu sein (der WebStandard berichtete).

Von 135 Millionen zu 27.000 Dollar

In erster Instanz sei Linhardt der Schadenersatz von 11,7 Millionen Dollar zugesprochen worden, da Spamhaus seine Server in einer Spamliste aufgenommen habe. Linhardt war Chef der 2008 pleite gegangenen Werbefirma e360 Insight. In weiteren Berufungsverfahren durch Spamhaus habe der E-Mail-Werber seine Forderungen öfters abgeändert: von 135 Millionen bis 30 Millionen. Ein Gericht habe letztendlich eine Aufstellung verlangt, welcher Schaden Linhardt tatsächlich entstanden sei - so sei man auf 27.000 Dollar gekommen.

Britische Firma

Dass der E-Mail-Werber von der radikal geschrumpften Summe etwas sieht, ist anzuzweifeln. Spamhaus sei als britische Firma nicht der US-amerikanischen Gerichtsbarkeit unterworfen. Bei den Prozessen habe sich das Projekt durch eine US-Firma vertreten lassen. Beobachter sind zudem der Überzeugung, dass Linhardt durchaus Spammer sei. (red)

 

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    Spamprozess endet nach vier Jahren

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