Der isländische Vulkan spie Asche, Niki Lauda Gift und Galle - Sechs Millionen Euro Schaden richtete die Luftraumsperre an
Wien - Infolge der Luftraumsperren wegen der Vulkan-Aschewolke aus
Island hat Niki Lauda mit seiner Billigfluglinie Flyniki laut der Tageszeitung
"Kurier" 6 Mio. Euro reinen Schaden erlitten - bei einem Umsatzentgang von 12
Mio. Euro. Der Airliner verzichte nun aber doch auf eine Schadenersatzklage
gegen die Republik, wie der "Kurier" und "Österreich", heute, Freitag,
berichten. Bis vor kurzem hatte Lauda noch mit Klagen gedroht.
Ihm sei das nun von seinen Anwälten verifizierte Klagsrisiko zu hoch. "Das
ist enorm kompliziert, kostet Zeit und ist sauteuer", so der Airliner laut
"Österreich".
Außerdem sei die Rechtslage so, dass Lauda die Republik Österreich klagen
müsste, obwohl die Londoner Vulkanbeobachtungsstelle VAAC für die
Luftraumsperren verantwortlich war. "Die Republik will ich nicht klagen",
zitiert der "Kurier" den früheren Formel-1-Weltmeister.
Aschewolke
Eine Aschewolke hatte den europäischen Flugverkehr nach dem Ausbruch des
isländischen Vulkans Eyjafjallajökull tagelang lahmgelegt. Den Airlines
entstanden Millionenschäden. Lauda ließ deshalb, wie auch andere
Fluggesellschaften, eine Klage prüfen - sowohl gegen die britische Flugbehörde
VACC (Volcanic Ash Advisory Centre), aufgrund deren computersimulierten
Messungen die Flugverbote verhängt wurde, als auch gegen die Republik Österreich
als Entscheidungsinstanz.
Nun entschloss sich Lauda, von einer Klage abzusehen: Die Chance, zu
gewinnen, sei zu gering: "Mein Anwalt gibt mir eine 60-Prozent-Chance, ich
selber 50 Prozent. Das steht sich nicht dafür", so Lauda. (APA)