Reflexion einer Fusion

22. Juni 2010, 16:57
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"Hier Porsche, die Hochglanzikone der Exklusivität, dort Volkswagen, das Sinnbild soliden Massengeschmacks", formulierte der Spiegel im Juli 2009

Porsche und VW - zwei Marken, die für unterschiedliche Produkte stehen, wie Der Spiegel im Juli 2009 treffend formulierte: "Hier Porsche, die Hochglanzikone der Exklusivität, dort Volkswagen, das Sinnbild soliden Massengeschmacks. Luxus contra Erschwinglichkeit, Geld-Elite kontra neue Mitte, Golfplatz-Helden kontra Generation Golf. Es sind Marken, die kaum jemanden kaltlassen. Porsche verkauft den Traum, Volkswagen die Realität."

Porsche und VW - dahinter verbirgt sich aber auch die Rivalität zweier zerstrittener Familienzweige einer Industriellendynastie, die seit vielen Jahren um die Macht kämpfen: die Porsches und die Piëchs. Die Story hat alles, was ein spektakuläres Schauspiel braucht. Der Wirtschaftsjournalist Christian Euler widmet sich in seinem Buch Mythos und Geschichte des Unternehmens und ihrer Protagonisten.

Der Autor bringt den komplexen Sachverhalt des spannenden Wirtschaftskrimis schlüssig auf den Punkt. Zu Beginn wirkte der Übernahmeplan mittels einer ausgeklügelten Optionsstrategie wie ein Geniestreich, es schien, als ob Porsche den fünfzehnmal größeren VW-Konzern praktisch gratis schlucken kann. Dann kam die Finanzkrise, und die EU kippte, anders als erwartet, das VW-Gesetz nicht. Die Sportwagenmanufaktur steckte plötzlich hochverschuldet in ernsten Liquiditätsengpässen. Als einziger Ausweg blieb ausgerechnet der Verkauf an VW. Resultat ist letztens der mächtige VW-Porsche-Konzern.

Die Handlung ist in die umfangreiche Gechichte des Porsche-Clans eingebettet und zeigt, wie zuletzt zusammengeführt wurde, was qua Geschichte zusammengehört. (Gregor Auenhammer/DER STANDARD/Automobil/18.06.2010)

  • Christian Euler: "Porsche und VW". € 19,90 / 236 Seiten. Wiley Verlag 
2010
    foto: wiley verlag

    Christian Euler: "Porsche und VW". € 19,90 / 236 Seiten. Wiley Verlag 2010

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