Nobelrestaurant "Drei Husaren" wieder mal pleite

18. Juni 2010, 10:55
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Das Konzept von Betreiber Uwe V. Kohl, antiquierte Wiener Edelküche zu geschmalzenen Preisen an Touristen zu verfüttern, ist gescheitert

Historisch darf die Weihburggasse 4 wohl immer noch als Inbegriff einer Wiener Glamour-Adresse gelten, auch wenn das ebenda niedergelassene Restaurant "Zu den Drei Husaren" in den vergangenen Jahrzehnten unaufhörlich an Glanz verlor.

Jetzt ist das fensterlose Innenstadtetablissement, das bereits 2001 in den Ausgleich geschlittert war, wieder einmal pleite. Das Konzept von Betreiber Uwe V. Kohl, antiquierte Wiener Edelküche zu geschmalzenen Preisen an Touristen zu verfüttern, ist gescheitert. Kohl hatte das Restaurant nach dem Ausscheiden des legendären Küchenchefs Ewald Plachutta im Jahr 1993 alleine weitergeführt.

Der Name geht auf die Gründer zurück, drei ehemals adelige Offiziere, die nach Kriegsende arbeitslos geworden waren und sich als Wirte versuchten. Das Restaurant wurde schnell zu einem Angelpunkt der besseren Gesellschaft, eine Entwicklung, die sich nach der Wiedereröffnung 1949 bis in die 1980er-Jahre fortsetzte.

Die Hauseigentümer warten vorerst die Entscheidung des Masseverwalters ab, ein neuer Betreiber gilt aber als sicher. (corti/DER STANDARD, Printausgabe, 18. Juni 2010)

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    Das Restaurant "Zu den Drei Husaren" hat in den vergangenen Jahrzehnten unaufhörlich an Glanz verloren.

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