Stadt, Bund, Erzdiözese und Sponsoren wollen Kosten tragen - "Bedenkphase" nach Treffen zwischen Häupl und Schönborn
Wien - Das wegen Sicherheitsmängeln vom Abriss bedrohte
Papstkreuz im Wiener Donaupark dürfte nun doch bestehenbleiben. "Es
schaut so aus, dass es gelingen wird, das Kreuz zu sanieren", sagte
Erich Leitenberger, Sprecher der Erzdiözese Wien. Es gebe
dementsprechende Signale von Bund, Bürgermeister Michael Häupl,
Kardinal Christoph Schönborn sowie von privaten Sponsoren, um "mit
vereinten Kräften" die nötige Summe aufzubringen.
Noch kürzlich hatte es geheißen, die 40 Meter hohe und 56
Tonnen
schwere Konstruktion müsse wegen Rostschäden und erschlaffter
Stützseile abgetragen werden. Der Betrag von 400.000 Euro, der als
Renovierungskosten genannt wurde, sei zu hoch und vor dem
Steuerzahler nicht rechtfertigbar, so die Begründung.
"Bedenkphase"
Inzwischen wurde die Sache mehr oder weniger zur Chefsache
erklärt: Schönborn und Häupl hatten sich getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Man habe sich nun
für eine "Bedenkphase" entschieden, so Leitenberger. In dieser sollen
nun noch einmal exakte Kostenvoranschläge eingeholt werden, da die
Summe von 400.000 Euro auf einem Gutachten aus dem Jahr 2008 beruhe.
"Experten sagen, es wird wohl nicht viel billiger werden", dennoch
sei die Hoffnung auf eine Erhaltung derzeit sehr groß, zeigte sich
der Sprecher optimistisch.
Die Entscheidung, das Symbol nun doch erhalten zu
wollen, sei nicht nur aufgrund von Medienberichten gefallen, sondern
da ein Abriss offenbar bei vielen Menschen eine "persönliche
emotionale Betroffenheit" nach sich gezogen hätte, argumentierte
Leitenberger. Dem Stahlriesen, der ursprünglich nur als temporäre
Gedenkstätte gedacht war, sollte ein wesentlich kleineres, ebenfalls
aus Stahl gefertigtes Kunstwerk, das die Auferstehung Christi
symbolisiert, nachfolgen. Mit der Instandhaltung des
Monumentaldenkmals, das anlässlich des Besuchs von Papst Johannes
Paul II. errichtet worden war, wäre das projektierte Dauerdenkmal
aber hinfällig, so Leitenberger. (APA)