Kritik an Überprüfung der sozialen Kompetenz bei Medizin-Aufnahmetest

18. Juni 2010, 10:26
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    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Der Eignungstest für das Medizinstudium an der Uni Wien im Austria Center im Jahr 2007.

Autoren des ersten Buches zur "Bildungspsychologie" fordern innovativere Instrumente als Fragebögen bei Aufnahmetests

Wien - Bildungspsychologinnen stehen dem Medizin-Aufnahmeverfahren in Graz skeptisch gegenüber. Erstmals sollen die Bewerber dabei bei einem "Situational Judgement Test" ihr sozial-kompetentes Handeln unter Beweis stellen. Zwar sei sie der Ansicht, dass man "im Prinzip alles messen und auch soziale Kompetenzen erfassen kann", so die Bildungspsychologin Christiane Spiel (Uni Wien) bei einer Pressekonferenz am Donnerstag Abend. Um dies aber wie geplant mit Multiple-Choice-Fragen hinzubekommen, müsse man schon "sehr kreativ werden".

Bewerber müssen zwischen fünf Handlungsmöglichkeiten wählen

Die Medizin-Uni Graz will beim "Situational-Judgement-Test" (dieser ist nur ein Teil des Aufnahmetests) kurze Beschreibungen ärztlich-relevanter Situationen vorgeben, zu denen im Multiple-Choice-Format jeweils fünf Handlungsmöglichkeiten angeboten werden. Mit dem neuen Test hat die Uni auf das schlechte Abschneiden von Frauen bei den Aufnahmetests reagiert. So gab es dort etwa 57,9 Prozent weibliche Bewerber für das Studienjahr 2009/10, geschafft haben es nur 46,3 Prozent.

Expertin: "Weg von den Fragebögen"

Spiel ist der Ansicht, dass man für die Messung sozialer Kompetenzen "innovativere Instrumente entwickeln" und weg von Fragebögen kommen müsse. In der Forschung werde daher oft mit sogenannten Vignetten gearbeitet - man gebe dabei bestimmte Situationen vor und lasse die Testpersonen dann offene Antworten geben. Erst in einem zweiten Schritt könne in so einem Verfahren dann mit Vorgaben gearbeitet werden.

Petra Wagner (Fachhochschule Oberösterreich) gab zu bedenken, dass die Kandidaten vielfach die sozial erwünschte Alternative erkennen und demgemäß antworten würden. Damit werde die Validität solcher Tests reduziert. Barbara Schober (Uni Wien) bezeichnete es aber auch als "Fortschritt, es einmal zu probieren". Der an den Medizin-Unis in Wien und Innsbruck verwendete Eignungstest für das Medizin-Studium (EMS) konzentriere sich umgekehrt zu stark auf naturwissenschaftliche Grundkompetenzen.

Erstes Buch zum Fach Bildungspsychologie

Aufnahmeverfahren im Hochschulbereich sind aber nur ein Punkt, mit dem sich Spiel, Wagner, Schober und Ralph Reimann als HerausgeberInnen im ersten Buch zum Fach "Bildungspsychologie" (Hogrefe) beschäftigen. Der Forschungszweig behandelt "Bildungsprozesse von der Wiege bis zur Bahre" (Spiel). Gerade diese beiden Pole seien derzeit aber in der Forschung unterrepräsentiert: Der erste Lehrstuhl für Frühkindpädagogik sei erst vor kurzem eingerichtet worden, umgekehrt müssten alten Menschen Optionen eröffnet werden, nach ihren Interessen selbstorganisiert an Bildung teilnehmen zu können. Dabei gehe es aber um ganz andere Bildungsprozesse als bei Kindern oder Jugendlichen, betonte Spiel.

Ihr Fach sehen die Bildungspsychologinnen ebenfalls derzeit noch zu wenig beachtet: Der Lehrstuhl Spiels sei der einzige in Österreich. Im Gegensatz dazu gebe es in Deutschland an jeder Uni, an der Psychologie unterrichtet oder Lehramtsstudien angeboten werden, eine entsprechende Professur mit dieser Ausrichtung.

Rektor der Uni-Graz glaubt an Möglichkeit der Überprüfung der sozialen Kompetenz

Der Rektor der Medizin-Uni Graz, Josef Smolle, hält den beim Aufnahmetest am 9. Juli erstmals zum Einsatz kommenden "Situational Judgment Test" für geeignet, Aspekte sozial-kompetenten Verhaltens der künftigen Medizin-Studenten zu überprüfen. Für ein Aufnahmeverfahren mit so vielen Bewerbern brauche es "klare Kriterien, die sich der Willkür entziehen", so Smolle . Deshalb würden Multiple-Choice-Aufgaben eingesetzt.

"Eindeutige Ergebnisse mt subjektiven Interviews nicht gewährleistet"

Im Leben stehe man häufig vor Alternativfragen, bei denen es eine begrenzte Zahl von Handlungssituationen gebe, so Smolle. "Solche Handlungssituationen sind mit Multiple-Choice-Aufgaben abbildbar - wenn man mit guten Aufgaben-Vignetten arbeitet". Bei der sehr großen Bewerberzahl müsse man zu eindeutigen Ergebnissen kommen - dies sei mit subjektiven Interviews nie ganz gewährleistet. Natürlich sei es bei naturwissenschaftlichen Dingen eindeutiger, was richtig und falsch sei, meinte Smolle. Beim Abtesten von sozialem Verhalten müsse man viel kreativer vorgehen: "Diese Soft Skills kann man - wie schon der Name sagt - nie so hart testen wie Hard facts. Für den ärztlichen Beruf ist das aber genauso wichtig."(APA)

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T' Bok
 
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29.7.2010, 17:35
humbug

jeder test der so angepaßt werden kann daß männer vor frauen oder frauen vor männern einen vorteil haben ist nicht objektiv und gehört sofort eingestampft.

und die verantwortlichen sollten sich ob ihrer eigenen blödheit schämen. (VERPFLICHTEND)

phobetor
00

ich glaub absolut nicht an solche tests, vor allem desshalb weil ich mein zweitstudium schnell zum hauptstudium gemacht hab, weil ich bevor ich in den vorlesungen gesessen bin keinen blassen schimmer von den inhalten hatte.
genauso wusste ich nicht welche fähigkeiten ich für das studium brauche. weil ich (wie die meisten meiner kollegInnen) diese fähigkeiten erst im laufe des studiums enwtickelt habe.
genau diese fähigkeiten sind zumindest in meinem studium die entscheidenden.
es macht ergo keinen sinn andere fähigkeiten vor beginn des studiums zu prüfen, genauso wie es unmöglich ist diese fähigkeiten zu überprüfen die erst im studium vermittelt werden.

trace route
02
Und noch ein Vorschlag für eine "Situational Judgment Test" Frage:

Warum wollen Sie Arzt/Ärztin werden?

A) Mir geht's vorwiegend darum, mal richtig Kohle zu machen und andere abzuzocken. Daher gibt's nur zwei Möglichkeiten: Banker oder Arzt. Durch Würfeln hab ich die Entscheidung für letzteres getroffen.

B) Ich halte mich für was besseres, und das will ich durch einen Doktor-Titel untermalen.

C) Papi wird mir die Praxis vermachen, ich soll sie übernehmen.

D) Ich verfüge über ein sehr gutes Gedächtnis und logisches Denkvermögen, bin wissenschaftlich interessiert, sozial kompetent und hervorragend stressbelastbar, und möchte diese Fähigkeiten zum Wohle anderer Menschen einsetzen.

Bei solchen Tests ist die korrekte Antwort oft derartigt offensichtlich, dass der Test komplett sinnlos ist!

Raubkopierer
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26.7.2010, 17:19

dieses jahr wurde´im vorfeld des ems ein anonymer (?, schließlich wurde der link mit namen versendet) online test veranstaltet der dem bewerber noch einmal klar machen soll inwiefern er geieignet wäre. ich habe einmal den test ehrlich gemacht und erhielt das ergebnis "mäßig geeignet". unerwartet, also zum vergleich einmal die offensichtlich beste antwort. ergebnis "durchschnittlich bis etwas geeignet". dieser test wurde nur gemacht um bewerber zu verunsichern. wie auchd er ems test keinerlei eignung feststellt. er dient nur dazu, unter dem vorwand der wissenschaftlichkeit das fach elitär zu halten. dabei haben wir sowieso einen ärztemangel in ö, warum die ressourcen noch weiter zurückschrauben?

trace route
00
26.7.2010, 17:55
Interessante Überlegung, "Eignungstest" zur Verunsicherung.

Machen Sie sich mal keine Sorgen über das Ergebnis: Ich denke jemand der die Situation so perfekt durchschaut wie Sie, wird bestens geeignet sein ;-)

Eine interessante Überlegung, ich stimme zu dass das durchaus so sein könnte: Eignungstest bzgl sozialer Faktoren zur Verunsicherung. Jedenfalls sind diese Tests völlig unwissenschaftlich, wie Sie auch richtig erkannt haben.

Genauso gut könnte man Würfeln, oder ein alter Professor könnte im Kaffeesud lesen, wer zugelassen wird oder nicht. Oder man könnte Lose ziehen lassen, wer studieren darf - all diese Möglichkeiten sind etwa genauso aussagekräftig wie diese Tests...

Raubkopierer
00
26.7.2010, 18:01

das mit den losen kommt der sache am nächsten. sieht man sich die bedingungen unter denen der test veranstaltet wird merkt man es. die stadt wien veranstaltet einen probe test für eine kleine anzahl an teilnehmern (vorab-selektion). bei dieser simulation wird geziehlt die falschinformation verbreitet man hätte nach den aufgabenmodulen extra zeit die antworten auf den testbogen zu übertragen. stimmt nicht, das war nie so. ich bemerkte eine extreme überklimatisierung des testraumes die kurz vor dem präzisions/konzentrationstest verstäkrt wurde. es ist nicht einmal nötig zu schummeln, laut insidern wird das personal angehalten zur verunsicherung willkürlich teilnehmer rauszuwerfen.
die wissen genau das das unwissenschaftlich ist!

trace route
00
27.7.2010, 13:18
In vielen Punkten stimme ich Ihnen zu. In einem muss ich Ihnen jedoch widersprechen. Ich bin an der MedUni tätig, und daher weiß ich (leider) ziemlich sicher: Die Verantwortlichen wissen leider ganz und gar nicht, wie unsinnig und ...

unwissenschaftlich - und damit auch unfair! - dieses Selektionsverfahren ist.

Das ist ja genau das Problem: Wenn die Verantwortlichen endlich erkennen würden, wie schlecht und unfair dieses Zulassungsverfahren ist, dann würde es eine Chance geben, das Verfahren zu verändern und damit hoffentlich zu verbessern.

Doch die Verantwortlichen haben so wenig Ahnung über die geringe prädiktive Validität des Tests, sie verstehen Null von Statistik, und beharren nur darauf dass der Test "ur-supi" sei - obwohl die Fakten das Gegenteil nahelegen.

Es handelt sich um einen "Old Boy's Club" der für diese Situation verantwortlich ist - und die sind altersstarr, von Vorurteilen geleitet, und unfähig bzw nicht willens ihre Meinung zu revidieren...

phobetor
00
und wenn die leute ehrlich wären...

...würden wahrscheinlich die wenigsten das lezte nehmen ;)

Raubkopierer
00
26.7.2010, 17:22

ich schon. ich mach mir nicht viel aus einem tollen gehalt, mir reichts wenn ich mir am ende des monats nicht auf den cent genau ausrechnen muss ob sich der nächste wocheneinkauf noch ausgeht, ich einmal im jahr ein paar tage zelten fahren kann und das wars eigentlich. der doktor ist auch nur was für die visitenkarte. und praxis krieg ich auch keine, meine verwandten haben nichts mit gesundheitsberufen zu tun. ich will arzt werden weil ich mich für alle aspejkte interessiere, viel wissen anhäufen kann und damit auch noch menschen direkt helfen kann. was kann es besseres geben?

trace route
00
Das hauptsächliche Problem mit solchen Aufnahmetests liegt darin, dass diese häufig SINNLOSE KRITIEREN MESSEN und damit UNFAIR sind! In Österreich herrscht bedauerlicherweise eine sehr große "Test-Gläubigkeit". Dabei ist die prädiktive Validität all

dieser Tests GENAUSO GERING WIE jene der SCHULNOTEN, mit anderen Worten: Selektion auf Basis Schulnoten ist genauso unfair wie auf Basis eines Eingangstests. Fair wäre einzig die Selektion nach dem ersten Studienjahr oder besser nach dem Bachelor - wie schon IMMER in den USA praktiziert! Jene die es nicht schaffen, müssen halt in andere Masterprogramme wechseln.

Und anstatt Fragen zu stellen bei denen sich die "gewünschte Antwort" erraten lässt, sollte man einfach PUNKTE vergeben für JEDE WOCHE SOZIALARBEIT. Ich habe selbst während der Schulzeit und in den Ferien vor dem Studien als Altenpflegerin und in der Krankenpflege gearbeitet. Da wird sich dann die Spreu vom Weizen trennen: Wer ist WIRKLICH bereit, Sozialarbeit zu leisten?

trace route
00
Ich habe einen Vorschlag für eine Frage aus dem "Situational Judgment Test":

Ein Mann, der abends vor ihnen auf der Straße geht, fällt plötzlich um und liegt röchelnd am Boden. Es sind keine anderen Passanten anwesend. Was tun Sie?

A) Ich zupfe dem Mann Geldtasche und Handy und laufe so rasch es geht davon.

B) Ich wollte schon immer einen Wehrlosen treten, der am Boden liegt, und nutze diese einzigartige Gelegenheit diesen langgehegten Wunsch umzusetzen.

C) Ich zücke mein eigenes Handy, verständige die Rettung, und leiste anschließend fachkundig erste Hilfe.

Also ich denke, selbst wenn jemand in Wahrheit zu den Antworten A) bzw B) tendieren würde, sollte jeder mit einem IQ über einem Bonobo erkennen können, dass die gewünschte Antwort C) lauten muss. Ich halte so einen Test daher für völlig sinnlos.

scribo
03
24.6.2010, 09:04
Es ist interessant, zu lesen,

wie in den Postings zuweilen Freundlichkeit zu Patienten mit sozialer Kompetenz verwechselt wird. Ich kann zu allen freundlich und nett sein und trotzdem an meinem Gegenüber vorbei reden etc.
Soziale Kompetenz bedeutet - und das lässt sich leicht nachlesen - die Fähigkeit, in einer spezifischen Situation auf meine Mitmenschen angemessen zu reagieren. Und das ist natürlich auch für Ärzte wichtig.Treffende Diagnosen reichen nicht aus, um einen Heilungserfolg zu erzielen.

Im Übrigen: Soziale Kompetenz halte ich nicht für messbar; wäre sie messbar, dann wäre sie systematisch lehrbar, was in sich ein Humbug wäre.

Spanky Ham
01
21.6.2010, 16:05

warum verändern sie den test so lange, bis die frauenquote 50% beträgt? wäre es nicht einfacher von einem objektiven test abzukommen und gleich 50% der plätze mit den besten frauen zu besetzen? es wird ohnehin kein anderes ergebnis akzeptiert werden.

Schrumpfschlauch
01
21.6.2010, 18:21
Oh Gott, es geht um Menschenleben!


Die Männer, die ja immer noch besser wären aber keinen Platz bekommen habe, könnten viele Leben retten. Auch Ihres.

Spanky Ham
03
21.6.2010, 21:29

ist mir klar. ich verstehe eben das herumgetue nicht. wenn sie gleich fix 50% machen würden, wäre es wenigstens ehrlich. aber den test so lange zu verbiegen, bis die frauenquote passt ist erbärmlich.

gistof
03
21.6.2010, 11:29
Weit mehr als die Hälfte der Maturanten

sind Mädels. Ich würde einmal sagen, wir führen hier neue Maßstäbe ein um diese unfassbare Ungerechtigkeit zu beseitigen. zB Kugelstoßen oder Fussball als Pflichtfach.

shangl
01
21.6.2010, 10:15
richtig so...

...wo kommen wir denn dahin, wenn bei einem objektiven test männer besser abschneiden...
mein gott, wenn man schon so anfängt, warum wirft man nicht gleich eine münze? dann weiss man wenigstens, woran man ist

affdsewrq
02
20.6.2010, 22:08

Es gehört bereits in der Schule eine verpflichtende Bildungswoche, wo alle möglichen Berufe, Studienrichtungen etc. vorgestellt werden. Sonst ists ja klar, dass die Schüler das studieren, was man schon mal gehört hat. Und Medizin, Jus, usw. sind halt genau die Studienrichtungen, die auch den Alltag eines Schülers tangieren.

asinus
00
21.6.2010, 07:32

Gibt es in Ansätzen zumindest: in der Unterstufe muss eine gewisse Stundenzahl der Berufsorientierung dienen; in der Oberstufe gibt es die Berufsmesse, Berufsberatung usw. - Natürlich könnte man mehr machen, aber woher die Zeit nehmen?

E. Laserstrahl
51
20.6.2010, 20:52
www.aerztepfusch.at

Über den Ärztepfusch möchte hier wohl keiner reden, jeder der Medizin studiert hat, ist voller Euphorie gleich loszulegen....

Edmund
03
20.6.2010, 21:08

Ich fürchte das liegt daran, dass weder die von Ihnen verlinkte Website, noch die beiden Bücher ("Books on Demand") die dort beworben werden, oder auch nur Behandlungsfehler im Allgemeinen Thema des Artikels sind.

Edmund
03
20.6.2010, 20:49
Soziale Kompetenz betrifft nicht nur Arzt - Patient

Ein Arzt hat durchaus auch noch mit anderen Menschen zu tun als mit seinen Patienten, z.B. Labor, Fachärzte anderer Fachrichtungen, oder Mitarbeiter / Kollegen im Krankenhaus bzw. in der eigenen Praxis.

Wenn ich die Wahl hab zwischen

Arzt A "Die vom Labor halten sich für sehr schlau und glauben meine Art Abstriche zu nehmen kritisieren zu dürfen"

Arzt B "Das Labor sagt mein Abstrich ist methodisch nicht gut genug gemacht um ihn sicher auszuwerten. Ich sollte eine Fortbildung machen um meine Methode zu verbessern"

Arzt A "Die Pflegekraft behauptet der Patient krümmt sich Nachts vor Schmerzen. Meine Diagnose hat aber nicht ergeben, also will sich die Pflegekraft nur wichtig machen."

Arzt B "Vielleicht habe ich etwas übersehen?"

Kritiker4711
00
21.6.2010, 07:30

Dass soziale Kompetenz gänzlich unbedeutend ist, wird kaum jemand sagen. Das Beispiel macht deutlich: Es gibt sowas wie eine allgemeine soziale Kompetenz (hier die Problemseiten Arroganz, zu grosse Selbstsicherheit), die sich im normalen Leben ebenso zeigen wie in der ärztlichen Tätigkeit.
Da dies auch Werte sind, kann man die nicht wirklich so "messen", dass man irgendeine Zulassung davon abhängig machen kann. Sonst wird der bevorzugt, der am besten schwindelt und seine Schächen verschweigt (die wir als Sünder doch alle haben...).

Edmund
00
21.6.2010, 12:51

Hier gibt es zwei Fragen: Möchte man mit dem Zugangstest "nur" den Studiumserfolg möglichst gut vorhersagen, d.h. die Anzahl der Studienabbrecher reduzieren, oder möchte man auch so etwas wie gesellschaftlich erwünschte Fähigkeiten speziell bei Ärzten ganz am Anfang der Ausbildung abtesten?

Die zweite Frage: Wie gut misst der Test bzw. wie leicht kann man den Test "betrügen"? Immer wieder erstaunlich für mich ist wie schwer sich einige Menschen tun bei solchen Situationstests die sozial erwünschte Reaktion zu "erraten". Im Internet finden Sie schnell einige Beispielfragen zu SJTs.

Kennen Sie das Interview "Wegen sexueller Übertragbarkeit ein Tabu" (Standard 20. Juni) letztes Drittel zur Kommunikation zwischen Pathologen und Gynäkologen?

Kritiker4711
00
21.6.2010, 13:49

Zulassung aufgrund Berufserfolgsprognose scheitert daran, dass man nicht wirklich weiss, was Berufseignung für Medizin so KONKRET ist, so dass man es messen könnte (wird ja in diesem Thread auch deutlich). Studienerfolg ist "moralisch" besser begründbar - 50% flogen früher durch und DIE will man ablehnen.
Hier kommt aber "Betrügen" ins Spiel: es ist imho leicht, notfalls mit Training. Grade bei SJTs "versteckt" man die Erwünschtheit so, dass sich auch die Experten nicht mehr einig sind, was die richtige (erwünschte) Antwort ist. Im SJT von Belgien akzeptiert man 60% Urteilerübereinstimmung. Dann wirds problematisch, was da überhaupt richtig ist.
Interwiew gelesen und ja: Arzt muss unbedingt kommunizieren können :-)

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