Budgeterhöhung für Gewaltschutzzentren

18. Juni 2010, 09:42
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Gabriele Heinisch-Hosek und Maria Fekter stocken das Budget für Gewaltschutzzentren um 200.000 Euro auf

Wien - Innenministerin Maria Fekter, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Justizministerin Claudia Bandion-Ortner nahmen am Donnerstag bei der Eröffnung der 15. Internationalen Netzwerktagung der Interventionsstellen gegen Gewalt teil. Heinisch-Hosek überbrachte in ihren Grußworten die Nachricht, dass Frauen- und Innenministerium gemeinsam das Budget für die Gewaltschutzzentren um 200.000 Euro aufstocken werden. "Gewalt steigt leider in Krisenzeiten. Daher bin ich sehr froh, dass es auch heuer wieder gelingt, die Gewaltschutzeinrichtungen finanziell abzusichern und das Budget um drei Prozent aufzustocken", so die Frauenministerin. Maria Fekter verwies darauf, dass die Gewaltzahlen steigen, sich aber immer mehr Opfer an Polizei und Gewaltschutzzentren wenden würden.

Paradigmenwechsel: Opferschutz im Mittelpunkt

Die Innenministerin erinnerte an den schwierigen Paradigmenwechsel innerhalb der Exekutive vor 15 Jahren. Es galt PolizistInnen beizubringen, bei Gewalt in der Familie nicht nur zu versuchen, die Situation zu befrieden. Denn das Ziel lautete, verstärkt den Opferschutz in den Mittelpunkt zu stellen. Es sei damals ein gesellschaftlicher Wandel in Gang gekommen. Die Ministerinnen bedankten sich zudem bei den Interventionsstellen gegen Gewalt für ihre Arbeit und das Engagement der vielen MitarbeiterInnen.

Kritik am Finanzierungsstopp des Anti-Gewalt-Trainings der Männerberatung Wien

Für die Grünen stellt diese Aufstockung zwar ein positives Signal dar, "da gerade im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Kinder alles erdenklich Mögliche getan werden muss", so Tanja Windbüchler-Souschil. Sie sieht aber jene Bereiche in Gefahr, die in der Beratung und Betreuung von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern ebenso eine tragende Rolle spielen. Zum einen wird die gezielte Arbeit mit Tätern der Männerberatung in Wien, das Anti-Gewalt-Training, nicht mehr weiter finanziert und kein Ministerium fühlt sich hier zuständig. "Ein europaweit anerkanntes Vorzeigeprogramm wird gestoppt. Dieses hat all jene gewalttätigen Männer in Paarbeziehungen trainiert, die sich ändern und ihre Konflikte ohne Gewalt austragen wollen, um respektvolle, gleichberechtigte und vor allem gewaltfreie Beziehungen zu leben und sie zu einem verantwortungsvollen Vater und Mann macht" - so die Grüne weiter. (red)

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    Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Justizministerin Claudia Bandion-Ortner waren mit Maria Fekter beim Netzwerktreffen der Interventionsstellen gegen Gewalt.

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