Gazprom droht Weißrussland mit Gasdrosselung

18. Juni 2010, 08:43
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Moskau - Der russische Energieriese Gazprom hat Weißrussland mit einer drastischen Drosselung der Gaslieferungen um 85 Prozent gedroht, sollte es seine Schulden nicht begleichen. Dies sei angesichts der ausstehenden weißrussischen Zahlungen von 192 Mio. Dollar (155 Mio. Euro) entschieden worden, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller am Donnerstagabend laut der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti. Ab kommender Woche werde Weißrussland nur noch 15 Prozent der üblichen Gaslieferungen erhalten, wenn es bis dahin nicht gezahlt habe.

Am Dienstag hatte bereits der russische Präsident Dmitri Medwedew Weißrussland ein fünftägiges Ultimatum zur Zahlung seiner Gasschulden gestellt. Sollte der Nachbarstaat bis dahin keinen Vorschlag unterbreitet haben, wie er die Außenstände in kürzester Zeit begleichen könne, müssten "strenge Maßnahmen" ergriffen werden, sagte Medwedew nach einem Treffen mit Miller.

Erst im Jänner hatten sich Russland und Weißrussland nach monatelangem Streit um den Gaspreis auf einen neuen Liefervertrag geeinigt. Im Jänner 2007 hatte der Streit zwischen beiden Ländern zu einem mehrtägigen Lieferstopp geführt, der auch Deutschland und andere europäische Länder betroffen hatte. Sie erhielten kein russisches Öl mehr durch die Pipeline "Druschba" (Freundschaft), Raffinerien mussten ihre Produktion herunterfahren. Minsk wehrte sich damals vor allem gegen einen von Moskau geforderten Zoll auf das Öl. (APA)

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