Zweitausend Tote befürchtet

18. Juni 2010, 17:59
  • Interims-Premier Rosa Otunbajewa reiste nach Osch
    foto: ap/zemlianichenko

    Interims-Premier Rosa Otunbajewa reiste nach Osch

  • Hilfslieferungen treffen in Osh ein.
    foto: reuters/stringer

    Hilfslieferungen treffen in Osh ein.

Regierung droht mit Schließung von US-Basis in Manas

Die Unruhen in Kirgistan dürften zehnmal so viele Todesopfer gefordert haben wie bisher offiziell bekanntgegeben. Übergangs-Regierungschefin Rosa Otunbajewa, die am Freitag in die Krisenregion im Süden des Landes aufgebrochen war, schätzte die Zahl der Toten auf rund 2000.

Wahrscheinlich wird es nie klar sein, wie viele Opfer genau die Unruhen vor einer Woche in der südkirgisischen Stadt Osch gefordert haben. Viele Tote sind ohne Identifizierung begraben worden. "Nach unseren Bräuchen werden die Menschen noch vor Sonnenuntergang beerdigt", sagte Otunbajewa laut Kommersant.

Nach UN-Schätzungen haben bereits mehr als 400.000 Menschen ihre Heimatstädte verlassen und sind ins Grenzgebiet zu Usbekistan geflohen. Usbekistan hat rund 80.000 Flüchtlinge aufgenommen, aber dann die Grenze geschlossen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass bis zu eine Million Menschen durch die Gewalt direkt oder indirekt zu Schaden gekommen sind.

Die Ursachen sind nicht geklärt. Augenzeugen berichteten, dass gut ausgerüstete Gangs mit gezielten Morden und Brandstiftungen einen Konflikt zwischen Kirgisen und Usbeken angeheizt haben. Die Übergangsregierung hat die Familie des gestürzten Präsidenten Kurmanbek Bakijew für die Gewalt verantwortlich gemacht. US-Vize-Außenminister Robert Blake forderte, die Vorfälle von einer internationalen Kommission untersuchen zu lassen.

Der Vize-Chef der Regierung, Asimbek Beknasarow, machte Druck auf die USA. Sollte Großbritannien den Sohn des Ex-Präsidenten, Maxim Bakijew, nicht ausliefern, werde er die Schließung der US-Militärbasis in Manas beantragen. Schließlich seien Großbritannien und die USA Verbündete im Anti-Terror-Kampf. (Verena Diethelm aus Moskau/DER STANDARD, Printausgabe, 19.6.2010)

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interressant: hilferuf an moskau, das lässt sich bitten, obwohl leute mit russischen verbindungen unter verdacht stehen, das angezettelt zu haben
und gleichzeitig androhung der schließung der us-basis, wegen der asylgesetzgebung großbritanniens
sippenhaftung dürfte dort verbreitet sein

Was schätzen denn einige, was für eine Änderung jetzt eintritt? Mit Sicherheit nicht, dass Kirgistan plötzlich eine "westliche Demokratie" wird.

Man wird die Besitzungen der Familie Bakijew verstaatlichen und den Familiem des neuen Herrscherclans zu schlagen. Des weiteren ist Kirgistan nuneinmal in verschiedene Ethnien geteilt und diese kann nur der asiatische Despotismus zusammenhalten.
Denn man mag über Stalin denken was man will, auch wenn er Millionen Opfer zu verantworten hat, so hätte er derartige Gewaltexzesse mit noch stärkerer Gewalt unterdrückt. Weil in dieser Region gilt wer die Macht hat, hat das Recht. Allerdings ist dies nicht nur dort so. Die Frage ist, wer hat hier steuernd eingegriffen. Weil Russland sich nicht in den Konflikt hinein ziehen lassen will. Da Russland zwar kein Kaukasustrauma, aber seit dem Zar unliebsame Erfahrungen hat und Umsiedeln ist heute schwer!

Haben Sie diesen Taxt auf Ihrem Desktop gespeichert und bringen denn zu jedem Artikel wieder??

Sollte Großbritannien den Sohn des Ex-Präsidenten, Maxim Bakijew, nicht ausliefern, werde er die Schließung der US-Militärbasis in Manas beantragen

=> Ich würde mehr verlangen: Bakijew + 100Mio€

Herr Gaddafi?

Krigisien - guter Hintergrundartikel

"Schon seit 2007 herrschte in Kirgistan eine humanitäre Katastrophe"

"Eine Million Menschen unter Lebensmittelknappheit"

Der Beitritt zur WTO führte zum "nachhaltigen Abbau nationaler Produktionsstrukturen"

"Die Schocktherapie der westlichen Berater überlebte die Bevölkerung nur durch die Bestellung der eigenen, kleinen Gärten und Äcker"

"Heute trägt die so genannte „Schattenwirtschaft“ 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei"

"Das kleine Land, das an Flüssen, Weiden und Äckern so reich ist, kann seine Bürger heute nicht ernähren"

"Die Privatisierung habe zur „Bereicherung einer kleinen Oberschicht“ geführt"

"von 5 Mio Einwohnern arbeiten 700.000 als Gastarbeiter im Ausland"

http://www.freitag.de/politik/1... rter-staat

Jahrzehnte von Kommunismus und danach immer wieder politische Unruhen und Aufstände haben damit natürlich nichts zu tun. Da sind nur irgendwelche "westliche Berater" schuld, die das alles innerhalb von 3 Jahren geschafft haben.

hätten Sie den Link gelesen, so hätten Sie festgestellt, daß dies die Worte einer Bertelsmann-Studie sind

und Bertelsmann können Sie sicher nicht vorwerfen, zu wenig westfreundlich zu sein

das sind äusserst selektive zitate die nur zum teil aus der studie stammen.

"Etwa 60 Prozent der Staatsbetriebe Kirgistans sind heute privatisiert. Doch sie werden von den Familien der Präsidenten kontrolliert. "

das haben sie natürlich "übersehen". Die korrupten Politiker haben sich die Staatsbetriebe angeeignet. Das ist keine Privatisierung.

doch ist es

bei Privatisierung sind immer irgendwelche korrupte Politiker dabei, nur in "westlichen Demokratien" stellen sie das geschickter an.

Nur zur Ergänzung

Bei Verstaatlichung sind immer irgendwelche korrupte Politiker dabei, nur in "fortschrittlichen Demokratien" stellen sie das geschickter an.

Tja - solche Schocktherapien muten wir natürlich nur den Bloßfüßigen zu

Wir hingegen müssen jede Pimperlbank retten wegen der ungeheuren Konsequenzen die es sonst gäbe.

schon interessant

hunderte vielleicht tausende tote ... kaum interesse der poster.

9 tote vor gaza .. tausende postings.

dasselbe bei afrikas konflikten, die wir für unsere iphones brauchen.

Naher Osten und Israel vs der Rest der Welt

In den letzten Jahrzehnten durften wir mir Ehrfurcht jeder kleine Furz aus dem Nahen Osten und Israel zur Kenntnis nehmen. In der gleichen Zeit starben z.B. im Bürgerkrieg im Kongo mehr als 5 Millionen Menschen; ganz zu schweigen von den vielen anderen Konfliktherden, von denen wir bestenfalls einmal pro Jahr unterrichtet werden.
Es ist jetzt bestimmt politically uncorrect, wenn man darauf hinweist, wem die Medienkonzerne alle gehören.

Wem die Medienkonzerne alle gehören?

Implizieren Sie was Kurt Waldheim vor 24 Jahren verzapfte?

Claire Tréan.: “Wie erklären Sie sich, dass ein Großteil der internationalen Presse derartig kritisch gegenüber Ihnen ist
Kurt Waldheim: „Die ist doch vom Jüdischen Weltkongreß beherrscht. Das ist wohl bekannt.

‘Comment expliquez-vous que la presse internationale ait été aussi largement critique
envers vous? (II s’emporte.) Mais parce qu’elle est dominée par le Congrès juif
mondial, c’est bien connu!’ Interview with Claire Trean, le Monde, 3 May 1986.

Die Fakten sprechen für sich

Das hat nicht nur Kurt Waldheim erkannt und ausgesprochen, sondern lange vor ihm schon Henry Ford.
Aber stimmt, manche Fakten dürfen offenbar nicht einmal angedeutet werden.
Die Macht der Medien besteht ja insbesonders in der Auswahl der Themen; insbesonders im Nichterwähnen und Schweigen.

Wie wahr, die armen Antisemiten, jetzt

soll man nicht mehr behaupten dürfen, die Juden beherrschen die Welt und die Medien. (Ironie)
Hat BBSS noch alle Tassen im Schrank?
Und BBSS lobt noch Henry Ford, der sich von seinem Machwerk distanziert hat.
Aber wenn es um Antisemitismus geht, da sind sich extrem linke Antiimperialisten und Neonazi einig.
BBSS bitte nicht deswegen Jammern, das wird man ja noch schreiben dürfen.

Machwerk ? verzapft ?

Wieso Worte mit so negativer Konnotation ?
Bleiben wir trotzdem bei den Fakten.
Aber nein, das dürfen wir ja nicht. Bekanntlich ist jeder, der diese Fakten aufzeigt, ja bereits ein Antisemit.
Genau, wie jeder, der darauf hinweist, dass das Vorgehen Israels völkerrechtswidrig ist. Und das nicht nur bei dem Akt der Piraterie in internationalen Gewässern vor kurzem, sonder auch im Bezug auf UN-Resolution 242 und UN-Resoloution 478.

"kaum interesse der poster"


wenn man Israel nicht die schuld dafür geben kann, wozu dann posten?

Tausende Postings für die Causa Zogaj sind wichtiger...

wie für 75000 Menschen die von ihrem zu Hause vertrieben wurden!
Armselig geht es auf dieser Welt zu!

und was hast du dazu zu sagen, ausser dass du es armselig findest, dass andere so wie du hier keine besondere meinung haben?

es liegt einfach am informationsmangel. dort koennte eine million menschen umkommen, wenn man kaum hintergruende kennt, kann man ausser den kapitalisten und der usa kaum jemanden die schuld geben und dann macht das posten keinen spass.

was ist denn deine meinung?

ich, habe keine, wie schon gesagt, zu wenig infos, deshalb lese ich den artikel und poste eigentlich nicht, ausser auf dumme andere posts

Bin gespannt, ob Sie ebenfalls so argumentieren,

wenn es einen toten Israeli gibt.

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