BP streicht Dividende - Milliarden für Hilfsfonds

17. Juni 2010, 20:57
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Die Einnahmen sprudelten weiterhin gut

London - Der britische Energiekonzern BP wird durch die stornierte Dividende in diesem Jahr nach einer Hochrechnung mehr als 7 Mrd. Dollar (5,66 Mrd. Euro) einsparen. Das Geld hilft bei der Zahlung von insgesamt 20 Mrd. Dollar in den US-Fonds zur Entschädigung der Ölpestopfer. Die Aktien des Energiemultis reagierten am Donnerstag mit satten Gewinnen und beendeten einen tagelangen Abwärtstrend. Finanzkreise zeigten sich erleichtert, dass nach langer Unsicherheit nun Zahlen genannt wurden.

Tilgungsplan

Der Ölmulti war bemüht, ein Treffen mit US-Präsident Barack Obama auch zu nutzen, um den Märkten die Unsicherheit zu nehmen und ein Signal über die ungefähre finanzielle Belastung durch die Ölpest im Golf von Mexiko zu geben. Die Einzahlung in den Treuhandfonds werde dreieinhalb Jahre dauern, teilte der Konzern am Donnerstag in London mit. Im dritten Quartal werden demnach 3 Mrd. Dollar überwiesen, im vierten Quartal 2 Mrd. Dollar. Bis Ende 2013 sind es 1,25 Mrd. Dollar vierteljährlich. Solange der Tilgungsplan läuft, will BP genauso viel Geld beiseitelegen.

Bis zu Mittag sprangen die Titel des britischen Ölkonzerns um 7,72 Prozent auf 362,85 Pence hoch. Damit waren sie stärkster Wert im Londoner Leitindex FTSE 100. Im Vergleich zum Kurs vor der Ölkatastrophe bedeutet das für die BP-Aktie indes immer noch ein Minus von gut 44 Prozent. Am Nachmittag standen sie noch mit 6,28 Prozent im Plus. 

Börsianer: "Richtige Richtung"

Börsianer sprachen nach den Neuigkeiten von einem "Schritt in die richtige Richtung" und erwarten, dass BP die Kosten für Entschädigungen stemmen kann. Aus dem Fonds sollen "berechtigte Forderungen" beglichen werden. Dazu zählen laut BP Zerstörungen natürlicher Ressourcen und Kosten für staatliche und regionale Einsätze. Geldstrafen und Strafmaßnahmen sind ausgenommen. Wer wie viel Geld aus dem Fonds erhält, sollen eine unabhängige Schadenersatzbehörde, Gerichte oder BP selbst entscheiden. Sollte Geld übrig bleiben, erhält BP es zurück. Die Streichung der Dividende gilt zunächst nur für die ersten drei Quartale dieses Jahres. Die Ausschüttung von 8,7 Pence pro Aktie für das erste Quartal hätte am Montag überwiesen werden sollen.

Pro Quartal spart BP 2,4 Mrd. Dollar, wenn die Dividende in den Quartalen wie angenommen stabil geblieben wäre. Über das vierte Quartal wird im kommenden Frühjahr entschieden, wenn der Geschäftsbericht vorgelegt wird. Bis dahin wolle der Konzern ein klareres Bild über die eigenen Langzeitfolgen der Explosion seiner Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April mit elf Toten haben.

Die Einnahmen sprudelten weiterhin gut, teilte BP mit. Um die verfügbaren Geldmittel zu erhöhen, will der Aufsichtsrat Investitionen deutlich drosseln und geplante Veräußerungen auf rund 10 Mrd. Dollar in den kommenden zwölf Monaten erhöhen. Mit den angekündigten Maßnahmen hätten BP und seine Teilhaber mehr Klarheit, sagte Aufsichtsratschef Carl-Henric Svanberg laut Mitteilung. "Diese Vereinbarung (mit US-Präsident Barack Obama) ist ein sehr entscheidender Schritt, um unseren Beitrag zu klären und zu bekräftigen, damit wir unseren Verpflichtungen nachkommen." (APA/dpa)

 

 

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