Dramatische Zeiten

17. Juni 2010, 20:03

Obama und die EU sind in ernsthaften Schwierigkeiten

Zwei Hoffnungsprojekte dieser Welt sind in ernsthaften Schwierigkeiten: Der amerikanische Präsident Barack Obama droht seine Führungsfähigkeit zu verlieren, weil in den USA und international der Glaube an seine Führungsfähigkeiten verlorengeht. Seine Reaktion auf die Ölpest war inadäquat, so wie vorher schon seine Reaktion auf die Exzesse der Finanzwirtschaft. Zögern, zögern und dann eine Rede halten - das reicht nicht mehr.

Die EU hingegen ist in existenziellen Schwierigkeiten. Es ist eine ferne, sehr ferne Möglichkeit, dass die Eurozone auseinanderbricht. Und dann wird es auch die EU nicht mehr lange geben.

Die Wahrheit ist, dass sich die EU genau zu dem entwickeln muss, was sehr viele immer noch nicht wollen: zu einem Raum ganz eng koordinierter Wirtschafts- und Finanzpolitik mit immer geringerem nationalem Spielraum. Und selbstverständlich zu einer Haftungsgemeinschaft, wo man sich gegenseitig auch finanziell beisteht.

Die Wahrscheinlichkeit ist fast 100 Prozent, dass beide (Un-)Fälle nicht eintreten werden: Barack Obama wird nicht ein Präsident mit nur einer Amtszeit werden und die EU wird nicht auseinanderbrechen. Aber ganz sicher kann man eben nicht sein.

Langsam sickert ein, dass wir in ziemlich dramatischen Zeiten leben - mit der Möglichkeit, dass plötzlich alles im Graben landet. Vielleicht führt das zu weniger kindischen Debatten. (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 18.6.2010)

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20 Postings
Francesco Petrarca
00
22.6.2010, 10:43
"Langsam sickert ein, dass wir in ziemlich dramatischen Zeiten leben - mit der Möglichkeit, dass plötzlich alles im Graben landet"


Sehr richtig erkannt, herr Rauscher!
Aber mit ihrer Ansicht, dass das, was zu diesem Abgrundszenario geführt hat (Knüpfen eines immer engeren Kommerznetzwerkes), nun das Gegenteil bewirken soll, beisst sich die Katze in den Schwanz.
Das haben Sie wohl ironisch, aber nicht ernst gemeint?

Ich sage ihnen was: An Engmaschigkeit und kluger Wirtzschaftskompetenz mangelt es heute nicht; wir ersticken ja schon beinahe daran. Es wird erst dann aufwärts gehen gehen, wenn der Mensch als etwas anderes angesehen wird als derzeit (als arbeitender und dauerunterhaltener Zweibeiner). Nur dann wäre der Wahnsinn abwendbar, andernfalls wird wohl das von Deix gemalte Szenario eintreten.

Michael Holzermayr2
00
18.6.2010, 15:19
Serh geehrter Herr Rauscher,

da ich Sie (wieder einmal) nicht verstehe, für einen Dummen zum Mitschreiben:

Was hätte Obama in Sachen Ölpest besser machen sollen? Und was hätte es vor allem geändert? IM KLARTEXT BITTE!

hot doc
00
19.6.2010, 16:32

es geht nicht darum, dass er mit dem colt in der hand die manager von bp persönlich zum ölwegräumen hätt zwingen sollen. es geht um zeichen. ums verbale auf-den-tisch-hauen. wenn er die bp-manager zB zwingen würde, ein krisen-hq unter ständigem beisein des bp-ceo in den usa einzurichten, und dieser ceo ihm 2x täglich einmal im oval office bericht zu erstatten hätte, dann wäre das zB ein zeichen gewesen.
wenn er bp gedemütigt hätte, indem die manager in seinem beisein ihre schweren verfehlungen und unfähigkeit eingestehen, wäre das ein zeichen, auf das die amerikaner warten.
dass er das loch im meer selbst zustoppelt, das erwartet niemand von ihm.

lessismore
00
18.6.2010, 20:26

Nukleare Option.

Ava Tar
00
18.6.2010, 19:13

z.B. die Flugzeugträger aus dem persischen Golf in jenen von Mexico und jeder bekommt einen Schlauch und eine Pumpe (sowas gibt's als Aufsatz für die Bohrmaschine) und geht schon, aufsaugen den Schlaz

iohui
01
18.6.2010, 13:54
komisch dass es leute gibt, die erst jetzt draufkommen dass plötzlich alles im graben landen kann wenn etwas nicht richtig gemacht wird.


in welcher geschützten anstalt haben die bisher gelebt?

obamas führungsschwäche kann man natürlich herbeischreiben, aber sie ist definintiv nicht gegeben.
ich möcht einmal in eu jemand machthabenden sagen hören, dass fahrlässige reiche verursacher von schweren schäden für diese zur gänze haften müssen und einen festen tritt in den ar* zu erwarten haben.

die eu ist längst eine wirtschaftsdiktatur, war nie anders und war auch nie anders geplant. wir haften für jeden grossversager und grossbetrüger in dieser verfilzten freunderlwirtschaft.
die werden nur scheitern, weil sie sich gar so de**ert anstellen. die bringen nix anderes zsamm als uns die glühbirne und das salz wegnehmen.
lächerliche stümper.
so billig wird man keine weltmacht.

Bertel Mann
11
18.6.2010, 13:11
Natürlich kennen Journalisten die Wahrheit

Und logischerweise muss man dann nicht mehr debattieren - es ist ja die Wahrheit.


P.S.: Und ein Teil der Wahrheit ist natürlich auch, dass Soziales in der EU keine Rolle spielen wird. Hauptsache, die Demokratie ist abgeschafft - die sorgt dummerweise ja für nationale Spielräume.

Com Pirx
10
18.6.2010, 13:36

Und woher haben Sie Ihre Wahrheit jetzt bezogen?

Schneeglöckchen
 
00
18.6.2010, 09:03
"kindische" Debatten

Könnte man ein anderes Wort als Synonym für "zurückgeblieben", "unausgegoren", "lachhaft",
"stupid"....verwenden?

Insbesonders wenn man weiß, daß Kinder ja IMMER das widerspiegeln, wie Erwachsene mit ihnen umgehen.

Ist etwas off topic - sorry.

TAO
 
20
18.6.2010, 08:58
Yes We Can :-)

Herr Obama entlarvt sich halt als der TV-Prediger (Internet-, Twitter-), der er immer schon war. Und Europa zahlt die Zeche für den Deal Kohl-Mitterand.

Böse Zungen behaupten:
00
18.6.2010, 13:40
Ja, leider.

Die Amis hätten lieber den Ron Paul wählen sollen, dann würds jetz anders ausschaun haha.

WFL1
31
18.6.2010, 07:54
Obama wird scheitern

Obama wird als der farbige Jimmy Carter in die Geschichte eingehen. Schon Carter, der Gutmensch aus Georgia, glaubte an Streicheln und gutes Zureden. Die Geiselnahme der US-Botschafts-angehörigen in Teheran mit monatelanger Demütigung war u.a. die Folge...
bei Obama dürfen wir uns jetzt über Bilder des
Hr. Erdogan freuen, der mit dem holocaustleugnenden Atombombenbauer Ahmadinejad Händchen hält. Dabei ist die Türkei von Obama u.a. mit einem 2-Tages-Besuch ausgezeichnet worden ("... Türkei zählt zu den 10 wichtigsten Verbündeten der USA...") (Apropos: Hätte Erdogan das auch bei George W. gewagt?) TIME Magazine seinerzeit als Grund der Carter-Niederlage: "Americans hate to feel weak." Und deshalb wird auch Obama scheitern.

spoiled ballot
12
18.6.2010, 12:38
wieviel wahnsinn steckt in euch rechten?

der kleine bush hat alles falsch gemacht, was überhaupt möglich war,

die usa sind unter ihm im eigenen land, von ein paar terroristen so schwer getroffen worden, wie nie zuvor.

er hat bewusst, unter vorspiegelung falscher tatsachen, zwei kriege angezettelt die nicht zu gewinnen sind, und hat die verbündetet verloren,

immobalse und finanzkrise hat er reaktionslos heraufziehen gesehen.

nie zuvor war amerika so 'weak' wie unter bush.

bei dem scherbenhaufen den bush hinterlassen hat
ist es nicht einfach zu regieren,
trotzdem hat obama keinen großen fehler gemacht.

Karl Heiden
00
17.6.2010, 23:04
Von wegen "Hoffnungsprojekte":

Weder ist Obama der Messias, für den ihn manche gehalten haben, noch ist die EU das Paradies, als das sie uns von manchen angepriesen wird ...
Sondern beide sind "menschlich, allzu menschlich".

A ndreas Bogeschdorfer
01
18.6.2010, 10:14
Da es weder den Messias noch das Paradies gibt, hängen Hoffnungsprojekte auch nicht von diesen beiden Kategorien ab.

Sondern davon, ob grundsätzlich zu erwarten ist, dass Krisen gelöst werden können.

Ansonsten könnte man ja auch auf den Arzt verzichten wenn man krank ist, weil er keine Wunder bewirken kann.

Dennoch kann eine medizinische Therapie ein Hoffnungsprojekt für den Patienten sein. Für die politische Therapie gilt das genau so.

Man muss wirklich nicht immer alles gleich lächerlich machen.

Floaschkaas
00
17.6.2010, 22:27
"Vielleicht führt das zu weniger kindischen Debatten."

Danke für diesen Satz.

Ich hoffe, dass die nationalen und die internationalen Medien endlich aufhören, auf jede Möglichkeit aufspringen, wo es darum geht, irgendwas schlechtzumachen und irgendwelche Gefahren, von denen jeder weiß, dass sie bestehen und die halt verschieden relativ eingeschätzt werden, zu beinahe-Gewissheiten aufzublasen.

barrysot
21
18.6.2010, 01:37
rau vertritt transatlantische bilderberg interessen

entweder ist er naiv-unwissend oder er "verschönert" verzerrend die wahrheit

Ava Tar
22
17.6.2010, 20:42
Warum muß die EU das ?

Den Schweden und der schwedischen Krone geht es bestens, von den Schweizern mal ganz zu schweigen

2 Dinge sind passiert:
- strunzdumme Finanzanlagen im blinden Vertrauen auf Ratings
- die erwarteten Negativfolgen der möchtegern-Hartwährung Euro für die traditionellen Weichwährungsländer

Den Scher'm haben genau diejenigen auf, die fest in EU und Eurosystem integriert sind - nicht umgekehrt!

rasenmähermann
41
18.6.2010, 00:34

So ein Blödsinn. Schweden, genauso wie Dänemark sind faktisch Euro Mitglied. Eine starke Auf- oder Abwertung gegenüber dem Euro könnten sich diese Länder aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtungen mit den anderen EU Staaten nie erlauben.

Ava Tar
11
18.6.2010, 01:09

Sie wissen aber schon, daß man vor einem Jahr noch 11 Schwedenkronen für 1 Euro zahlen mußte, und nun ist der Euro für 9,5 Schwedenkronen wohlfeil

d.h. die Schweden haben, wie gewünscht, ihre harte Krone noch;
der Euro ist ihr gegenüber um satte 14% eingebrochen

Aber nett, mit welcher Vehemenz Sie Ihren Unfug hier vertreten (faktisch Euro-Mitglied, kann sich nicht erlauben) - 14% innert 1 Jahr ist wahrlich kein Bemmerl

zum Schweizer Franken haben wir ähnlich viel verloren

SWE-AUT: fast gleich groß, fast gleiches BIP, fast gleiches BIP/Kopf, nominal und ebenso in punkto Kaufkraft

Allein: wir sind deutlich mehr mitgefangen, mitgehangen bei dem Kolonial-Experiment "Deutsche Währung für Südeuropa"

Die Schweden haben ja Gründe.

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