"Chávez will meine Wahl verhindern"

17. Juni 2010, 19:09

Präsidentschaftskandidat Juan Manuel Santos im STANDARD-Interview

Juan Manuel Santos gilt als haushoher Favorit für die Präsidenten-Stichwahlen in Kolumbien am Sonntag. Im Gespräch mit Sandra Weiss erklärt er, warum er die Politik seines Mentors Álvaro Uribe fortsetzen will.

*****

STANDARD: Sie pochen darauf, die "Politik der demokratischen Sicherheit" von Präsident Álvaro Uribe fortzuführen. Wollen Sie dieses Programm, das vor allem auf massive Militärpräsenz setzt, unverändert beibehalten? Oder wollen Sie als Präsident andere, neue Akzente setzen als bisher?

Santos: Es ist ganz wichtig, dass wir diese erfolgreiche Strategie beibehalten und die Errungenschaften von Präsident Uribe nicht über Bord werfen. Vor acht Jahren konnte man sich in Kolumbien nicht frei bewegen. Aus Furcht vor Straßensperren der Farc-Guerilla gingen die Menschen kaum noch vor die Türe. Unter Uribe haben unsere Streitkräfte wieder die Kontrolle über weite Landesteile übernommen. Das müssen wir fortsetzen, aber durch weitere Maßnahmen der Entwicklung ergänzen. Deshalb rede ich nicht mehr von der "Strategie der demokratischen Sicherheit" , sondern vom demokratischen Wohlstand.

STANDARD: Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat Ihnen wegen des Militärabkommens mit den USA Kriegstreiberei vorgeworfen. Dieses weitet US-Präsenz an Soldaten und Militärbasen in Kolumbien aus.

Santos: Die Aufregung darüber ist ein Sturm imWasserglas. Kolumbien ist keine Bedrohung. Ich verurteile die Einmischung von Chávez in unseren Wahlkampf. Sie hat einzig zum Ziel, meine Wahl zu verhindern. Das ist unannehmbar. Ich will mich aber um gute Beziehungen zu allen Nachbarstaaten bemühen, denn wenn die Präsidenten streiten, ist es die Bevölkerung, die leidet.

STANDARD: In Europa wurde Uribes Politik zwiespältig aufgenommen. Einerseits erkennt Europa die bessere Sicherheitslage an, andererseits haben Skandale wie der um das Ausspionieren von Regimekritikern für Unbehagen gesorgt. Wie wollen Sie die Beziehungen zu Europa verbessern?

Santos: Ich selbst habe in London studiert und sehr gute Beziehungen zu Europa. Viele Regierungschefs kenne ich persönlich. Mir ist es sehr wichtig, die Beziehungen zu Europa auszubauen, auch deshalb, um die enge Bindung an die USA etwas auszubalancieren.

STANDARD: Uribes letzte Amtszeit war überschattet von Korruptionsskandalen, vor allem in Ihrer "Partei de la U" . Wie wollen Sie künftig die Korruption bekämpfen?

Santos: Ich werde keinerlei Korruption tolerieren. Wir werden die Strafen für derartige Delikte verdoppeln und die Verfassung reformieren, damit Korruption nicht verjährt. Außerdem schwebt mir eine Sondereinheit zur Korruptionsbekämpfung vor.

STANDARD: Kolumbien hat zwar Fortschritte bei der Armutsbekämpfung gemacht in den letzten Jahren, aber noch immer leben 45 Prozent der Kolumbianer unter der Armutsgrenze. Was können die Armen von Ihnen als Präsident erwarten?

Santos: Mein wichtigstes Ziel ist die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Armutsbekämpfung. Ich werde ein großes Infrastrukturprogramm starten, Straßen und Staudämme bauen. Dann werde ich die Sozialprogramme der Regierung von Álvaro Uribe fortsetzen und vertiefen, beispielsweise ein Grundeinkommen für Bauern. Der Mittelstand wird durch Steuersenkungen und günstige Kredite gefördert werden, damit neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Und ich werde dreimal so viele Sozialwohnungen bauen wie bisher. (DER STANDARD, Printausgabe, 18.6.2010)

Zur Person
Juan Manuel Santos (48) stammt aus einer Politikerdynastie. Er studierte Wirtschaft an der London School of Economics und in Harvard, danach arbeitete er als Medienmanager. Im Jahr 2006 wurde er Verteidigungsminister von Kolumbien.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 36
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AntiFa201
21
13.7.2010, 15:59
noch ein kleiner amerikaner...

die sprießen ja wie pilze ausm boden.

MartiniS
01
15.7.2010, 18:42
Zumindest ist dieser Süd-Amerikaner größer als Chávez.

Chávez hat aber, für einen linksradikalen Fasch... normal, die größere Klappe.

Linus Tintifax
20
21.6.2010, 10:48
santos

ist sicher ein bussifreund des cia-sektionschefs für südamerika.

MartiniS
00
14.7.2010, 18:56
Aber nicht doch. Er ist höchstens ein bussifreund der Kolonialherren aus Europa..

groebben
00
20.6.2010, 14:08
Chavez interview

Hier ein interessantes Interview von Chavez in BBC (in Spanisch). Der Reporter bringt ihn da schon kraeftig ins schwitzten...
http://www.bbc.co.uk/mundo/ame... _pea.shtml

napfiatgott
01
20.6.2010, 12:16
Bitte um Erklärung Mr. Santos

Das Institut für Gerichtsmedizin Kolumbiens (INSTITUTO NACIONAL DE MEDICINA LEGAL Y CIENCIAS FORENSES) zählte zwischen 2007 und 2010 über 38.000 Verschwundene - mehr als die Hälfte davon durch die glorreichen Fuerzas Armadas de Colombia. Fuera con las uribistas, Aguilas y FARC. Aus dem Untergrund zu morden ist schlimm - aber staatlich organisiert wie Uribe und wohl auch Santos - unerträglich!
Videla und Pinochet lassen grüßen - wahrscheinlich waren Sie gegen Uribe noch kleine Tiere.

Mr.Orange0
15
18.6.2010, 22:39

Also Santos, Mockus und Pedro sitzen in einem Flugzeug, das Flugzeug droht abzustürzen aber es gibt nur einen Fallschirm. Als beschliessen alle drei wahlen durchzuführen der Gewinner erhält den Falschirm.
Also es wird gewählt und durchgezählt.
Das Ergebnis: Mockus 1; Petro 1; Santos 20.

Lorita
02
18.6.2010, 14:38
wieso kein wort über die falsos positivos?

Ernst Guevara
211
18.6.2010, 18:45
weil

sandra weiss nur dafür zuständig ist, ihrem teamkollegen santos bei standardsituationen den ball aufzulegen und nicht durch riskante dribbeleinlagen im eigenen strafraum den ball eventuell noch ins eigene tor zu befördern. anders gesagt: sandra weiss wird doch wohl nicht am saubermannimage ihres helden durch kritisches nachfragen kratzen, wodurch dieses image schnell abbröckeln könnte und der psychopathische killer zum vorschein kommt, der santos nun mal ist.

Malkaye
00
19.6.2010, 15:15
vorsicht, sonst wecken sie noch die massen aus ihrem WM-schlaf auf!

Nicolas Castillo
11
18.6.2010, 13:11
Chavez verhindert nicht die Wahl von Santos ...

er unterstützt Sie förmlich. Jedes Wort pro Mockus aus seinem Mund kostet eben jenem Stimmen, und das weiss Chavez ganz genau. Denn eigentlich will er ja auch keinen anderen Präsidenten für Kolumbien, sonst hätte er ja nix mehr zum Hetzen und müsste sich um sein heruntergekommenen Laden kümmern.

Und trotzdem hoffe ich, Mockus schafft es noch !!!

Malkaye
00
19.6.2010, 15:16
und jedes posting von IHNEN pro mockus kostet ihn ein paar standard-forums aktive :)

Nicolas Castillo
00
21.6.2010, 18:28
was muss ich posten, dass es mich Sie kostet?

Solidarität mit den Reichen und ihren Zuhältern!
06
18.6.2010, 12:51
Sandra Weiß: "Fortschritte bei der Armutsbekämpfung [...] auf 45%"

Das kennen wir: Die Menschenrechtssituation wird in Kolumbien auch schon seit Jahrzehnten besser, wenn wir Herrn Soros und seinen NGO´s glauben dürfen. Und das obwohl seit Jahrzehnten Gewerkschafter und linke Aktivisten abgeschlachtet werden und die Armee regelmässig Bauern erschiesst um sie in Uniformen der FARC zu stecken.

Es ist mittlerweile nachgewiesen, daß staatliche US-Stellen (u. a. USAID) sehr viel Geld ausgeben um Journalisten für eine entsprechende Berichterstattung zu gewinnen bzw. damit Journalisten fertig geschriebene Artikel unter ihrem Namen einreichen.

Staatsräson
00
17.6.2010, 23:56
Die Kunde, aus der Ferkelpappn, hör ich wohl

nur glauben kann sie niemand!

Cello Swiss
43
17.6.2010, 23:44
claro

Klar, dass die grosse Mehrheit der Kolumbier die Praesidentschaft an den Kandidaten Santos uebertragen wird. Das bedingen sowohl die Vernunft als auch der Verstand und das Schauermaerchen welches sich im Nachbarland Venezuela abspielt.

daunen
20
17.6.2010, 22:21
parallelen zwischen kolumbien und afghanistan

http://www.youtube.com/user/RTAm... NxYfm8uadw

Speaker of the US Congress
327
17.6.2010, 19:44
Sandra, wir sind wieder stolz auf dich.

Kein wort über die Todesschwadrone, die in ganzen Provinzen dafür sorgen, dass die Wahlen entsprechend ausgehen.
Kein Wort über die ermordeten Gewerkschaftler, die Kolumbien seit Jahrzehnt zum gefährlichsten land der Welt für Gewerkschafter machen.
Kein Wort darüber, dass Santos erklärte er würde auch in Zukunft Operationen in Venezuela und Ecuador durchführen, die Kolumbien und Ecuador an den Rande eines Krieges geführt haben.

Dafür wunderbare Vorlagen für den Exponenten der reichen Oberschicht.

Sandra, Du warst wieder mal Klasse. Die BILD-Zeitung, für die duch auch schreibst, kann stolz auf dich sein.
Prima!

Nicolas Castillo
30
18.6.2010, 13:02
in dem, was Sie immer so von sich geben ...

steht ja auch nur die halbe Wahrheit. Also, was regen Sie sich auf und vor allem, was genau unterscheidet Sie von Frau Weiss, ausser dass Sie strassenverkehrstechnisch auf der Vorfahrtsseite ist?

barrysot
41
18.6.2010, 01:31
das ist ein transatlantisches medium

und bilderberg hat seine neuen orders gerade ausgegeben

Der Neue Mensch
104
17.6.2010, 20:45

Mr. Speaker, Sie haben vergessen zu erwähnen, dass in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen vor allem die FARC es waren, die versuchten durch Anschläge und Angriffe einen ordnungsgemäßen Wahlverlauf zu verhindern.

soseies
14
17.6.2010, 21:26

ist deshalb der rest des post von speaker unwahr?

a stranger in a strange land
20
18.6.2010, 10:02

teilweise unrichtig, ja. und teilweise übertieben. und natürlich unvollständig und tendenziell. also unnötig.

so spart der kleine speaker komplett die farc aus, zu der er anscheinend sympathien hat. dabei ist diese das große problem von kolumbien und der linken in kolumbien. solange es die farc gibt, wird es in kolumbien rechte regierungen geben. so einfach ist das.

Solidarität mit den Reichen und ihren Zuhältern!
04
18.6.2010, 12:54

Solange die Rechten alle Linken ermorden, solange wird es die Guerilla geben.

Solange in Kolumbien sich einige reiche Familien ihre Macht mittels Terror sichern, wie seit 1948, solange wird es die Guerrilla geben.

Der Neue Mensch
30
18.6.2010, 16:59

Ach, und rechten Terror bekämpft man am besten in dem man sich eine marxistische Befreiungsorganisation nennt mit Entführungen, Morden, Kindersoldaten, Landminen, Vertreibungen und Drogenhandel?

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