Vorarlberger Taxler protestieren

17. Juni 2010, 19:03
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Ab 2011 dürfen Taxler aus dem Ländle keine Fahrgäste mehr vom Flughafen Zürich-Kloten abholen

Bregenz/Zürich - Vorarlberger Taxi- und Transportbetriebe wehren sich dagegen, ab Anfang 2011 nicht mehr Fahrgäste vom Flughafen Zürich-Kloten abholen zu dürfen. "Das ist eine Katastrophe für ein exportorientiertes Land wie Vorarlberg" , meinte Friedrich Lins, Spartengeschäftsführer in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Über Jahrzehnte sei es gelebte Praxis gewesen, "und es war nie ein Problem" .

100 Kilometer entfernt

Die Stadt Kloten hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass das auf einem Staatsvertrag von 1958 basierende Verbot ab Anfang 2011 umgesetzt werde. Dieses untersagt Taxis, Limousinen und Personenwagen bis zu neun Sitzplätzen aus den beiden Nachbarländern - Österreich und Deutschland - das gewerbsmäßige Abholen von Fahrgästen an Orten, die weiter als fünf Kilometer von der deutschen und zehn Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt liegen. Zürich-Kloten ist rund 100 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.

Laut Lins wurde der Personentransport österreichischer Fahrer von Schweizer Seite bisher akzeptiert, wenn ein entsprechender Auftrag vor Fahrtantritt in Österreich an der Grenze nachweisbar war. "Das hat der Zoll kontrolliert" , so Lins. Die Ankündigung der Schweizer sorgte jedenfalls für gehörige Irritation in Vorarlberg: Zahlreiche der rund 400 Taxilenker und Fahrzeugverleiher protestierten bereits bei der Wirtschaftskammer. Die wiederum bittet Bundeskanzler, Verkehrsministerium und Landeshauptmann um Intervention. (red, DER STANDARD Printausgabe, 18.6.2010)

 

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