Google fing auch in Frankreich privaten Angaben aus Computern ein

17. Juni 2010, 15:40
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Französische Datenschutzbehörde droht mit Strafen

Nach dem Skandal um Datenschutzverletzungen des Internetriesen Google bekommt das US-Unternehmen jetzt auch Ärger in Frankreich. Der zu Google gehörende Dienst "Street View", der Straßen- und Adressfotos ins Internet stellt, habe nicht nur Bilder aufgenommen, teilte die französische Datenschutzbehörde CNIL am Donnerstag mit.

Vielmehr habe die Firma "aus Versehen" auch persönliche Angaben von Computernutzern eingefangen, die über unverschlüsselte drahtlose Netzwerke gelaufen waren. Schon vor Abschluss der Auswertung sei klar, dass unter anderem Passwörter sowie Inhalte von E-Mails gesammelt worden seien. Voraussichtlich bis "Ende September" will die Behörde entschieden, ob Google deshalb bestraft wird.

Schweigepflicht

Der Internetriese habe offenbar private Daten gesammelt, die normalerweise durch ärztliche Schweigepflicht, das Bankengeheimnis oder das Pressegeheimnis geschützt seien, erklärte die CNIL. Das Unternehmen habe "seit zwei Jahren" Daten abgegriffen.

Zunächst hatte Google angegeben, für Street View lediglich den Namen und die Adresse von Drahtlos-Netzwerken zu speichern. Ein Google-Manager räumte allerdings Mitte Mai in seinem Internetblog ein, dass die Kamerawagen, die in mehr als dreißig Ländern Straßenzüge und Häuser fotografieren, bei ungesicherten Netzwerken auch private Daten der Internetnutzer gesammelt hätten. Google sprach seinerzeit sein Bedauern aus und kündigte an, ab sofort keine WLAN-Daten mehr zu erfassen und bereits gespeicherte Daten zu löschen. (APA)

 

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