Fast jeder zweite Erwachsene erachtet Handys für Kinder als sinnvoll

17. Juni 2010, 15:16
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Mehrheit befürwortet Einstiegsalter ab elf Jahren - Angst vor Gefahren und gesundheitlichen Schäden sinkt

Handys als lange Leine - so könnte man das Motiv formulieren, warum es 48 Prozent der österreichischen Erwachsenenbevölkerung als sinnvoll erachten, dass Kinder ein eigenes Mobiltelefon haben. Laut einer aktuellen Umfrage des Gallup Institutes, die am Donnerstag veröffentlicht worden ist, gaben jeweils 91 Prozent der Befragten Sicherheit und Erreichbarkeit als Grund dafür an, warum sie ihren Nachwuchs mit einem Handy ausstatten würden. "Wenn die Kinder nicht in Griffweite sind, sollen sie zumindest in Hörweite sein", sagte Gallup-Geschäftsführerin Roswitha Haßlinger.

Elf bis zwölf Jahre

Als Einstiegsalter für den ersten Handyerwerb erachten die Befragten elf bis zwölf Jahre (28 Prozent) als geeignet, 27 Prozent plädieren für ein Alter ab zehn Jahren. Neun von zehn Erwachsenen sehen die mögliche Kostenfalle als größte Gefahr bei der Handynutzung von Kindern (82 Prozent), gefolgt von Handy-Sucht (51 Prozent) und Gewaltvideos (36 Prozent). Wobei das Gefahrenpotenzial bei der gleichen Umfrage im Jahr 2008 noch höher eingeschätzt worden war.

Gleichzeitig glauben immer weniger daran, dass die Verwendung eines Mobiltelefons gesundheitliche Risiken in sich bergen könnte. Jeder zehnte beantwortete die Frage mit "ja", 2008 waren es noch 17 Prozent. Absolut keine Gefahren befürchtet jeder zehnte Erwachsene, im Jahr davor war es nur jeder 20.

Generell ist das Handy in Österreich ein Utensil des täglichen Lebens. 86 Prozent der 1.000 Befragten im Alter von 18 bis 65 Jahren nutzen es jeden Tag. Als Hauptmotiv dafür nannte die Mehrheit der Befragten Kontakt mit Familie und Freunden halten zu können, gefolgt von Verfügbarkeit in Notfällen und Sicherheit. Bei der Handynutzung steht Telefonieren nach wie vor an oberster Stelle, gefolgt von SMS verschicken, der Weckfunktion und Fotografieren. (APA)

 

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