Zugentgleisung Vorarlberg

Entgleister Zug sechs Kilometer außer Kontrolle

18. Juni 2010 13:47
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    Foto: apa/mohr reinhard

    Eine abgerissene Bremsleitung dürfte der Auslöser für die Entgleisung gewesen sein

Eine Bremsleitung war gerissen: Der Lokführer brachte sich im Maschinenraum in Sicherheit

Bregenz - Die schwierige Bergung der 84 Tonnen schweren Lok des in der Nacht auf Mittwoch in Braz (Bezirk Bludenz) engleisten Autozugs ist am Freitagnachmittag gelungen. Bei anhaltend heftigem Regen gelang es den Einsatzkräften, das Triebfahrzeug per Kran seitlich auf einen Tieflader zu hieven.

Der Zug war sechs Kilometern außer Kontrolle, ehe er aus den Schienen sprang. Zehn der 16 Waggons wurden aus den Schienen katapultiert. Viele der geladenen Neuautos wurden auf den Bahndamm geschleudert. Das haben die Auswertung der Blackbox und Aussagen des Lokführers ergeben. In dieser Zeit beschleunigte die Zuggarnitur von 60 auf 125 km/h.

Eine abgerissene Bremsleitung dürfte der Auslöser für die Entgleisung gewesen sein, erklärte ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel. Nach Angaben der Bundesanstalt für Verkehr zufolge war der Zug ab Bahnkilometer 122,3 völlig außer Kontrolle: Etwa sechs Kilometer weiter - nämlich bei Bahnkilometer 128,2 - wurde der 548 Meter lange und 777 Tonnen schwere Pkw-Transportzug schließlich aus dem Gleis katapultiert.

Der Lokführer habe alles Mögliche unternommen, um das Tempo der Zuggarnitur zumindest zu drosseln, wurde Peter Urbanek zitiert. Als sich jedoch alle seine Unterfangen als aussichtslos erwiesen hätten, habe er sich im Maschinenraum in Sicherheit gebracht. Der Mann habe nur mit unglaublichem Glück überlebt - er kam mit Prellungen und einem schweren Schock davon. Ihm wurde von der Unfallkommission ein fehlerfreies Verhalten bescheinigt.

Abgerissene Bremsleitung

Bei Güterzügen gibt es eine durchgehende, mit Luft gefüllte Bremsleitung, erklärt ÖBB-Pressesprecher Zumtobel den Unfallauslöser. Wenn diese an einer Stelle reißt, entweicht die Luft, und das Fahrzeug wird automatisch gestoppt. In Braz dürfte es aber so gewesen sein, dass sich die abgerissene Leitung zwischen dem ersten und zweiten Waggon umstülpte und deshalb der Luftdruck nicht abfiel. Somit konnten zwar die Lok und der erste Waggon gebremst werden, nicht aber die weiteren 15 Wagen.

Für die Nacht auf Samstag war die Fertigung von 30 Meter langen Gleisfeldern geplant, um auf 700 Metern Länge neue Schienen verlegen zu können. Dazu wurden laut ÖBB auch schon 1.500 Tonnen Gleisschotter angeliefert. Vorgesehen ist am Samstag auch das Setzen von elf neuen Fahrleitungsmasten.

Arlbergbahnstrecke ab Dienstagabend wieder befahrbar

800 Meter der Gleisanlagen und eine Weiche müssen repariert werden, sowie neun Fahrleitungsmasten neu gesetzt werden. "Wenn der Zeitplan hält, müsste die Arlbergbahnstrecke ab Dienstagabend wieder befahrbar sein", erklärte Zumtobel.

Schaden geht in die Millionen

Die Schadenssumme dürfte im Bereich von von vier bis fünf Millionen Euro liegen, erklärte Herwig Wiltberger, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG.  Darin sind allerdings die Schäden an den Autos und an den Waggons nicht enthalten. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 146
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geheuerliches getümchen
21.06.2010 15:19
boah, und bei einer

elektrifizierten strecke hilft auch kein schleudersitz ned.

Ö Card täglich
 
20.06.2010 19:49
Englische Verhältnisse ...

Wir hatten mal Bahnwerkstätten an allen
Bahn Knoten Punkten, wurde Abends/Nachts
das Rollende Material durchgecheckt, fit gemacht,
abgeschmiert, oder bei Verdacht auf
Durchsicht/Reperatur geschickt
Heute gibt es ?? Hauptwerkstätte
Das Material rollt zig Tausende Kilometer ohne
Rücksicht auf Verluste
Eingespart wird ALLES, nur mehr Manager, Business
Profit Maximierung, Profit, Profit, Spekulations-
Korruptions- Profit, das dann öfter ein Zug entgleist,
diesmal war es nur Blech morgen sind es Hunderte Tote
wie in England, sind einfach Neo Liberale Kollateral
Schäden
zum Wohle des PROFIT, Profit, Profit
Die Reichen müssen mit Hilfe der Politiker um jeden
Preis reicher werden das Volk zahlt immer
www.mikesdesign.at

der_kleine_pariser
 
24.06.2010 23:20

und was hat das damit zu tun, dass ein frz. zug in Ö entgleist???

Tadej Brezina
20.06.2010 15:15

Uff, dieser Erklärungsversuch ist mir vollkommen unzugänglich. Fangt schon damit an, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sich so ein Druckluftschlauch überstülpt.
Also wenn man sieht, wie schwerfällig sich die Druckluftschläuche verhalten, wenn sie von den Verschiebern an-/abgekuppelt werden, dann halte ich das für ausgesprochen unwahrscheinlich. Ist kein Kondom sondern sicher ein bewehrter Schlauch.

der_kleine_pariser
 
23.06.2010 21:33

die meinen, nehme ich an, dss der schlauch abgeknickt wurde.

nachdem die schlauckupplung also gerissen war, stand der schlauch des vorderen wagens nach hinten und wurde einfach hinterhergeschleift.

beim hinteren wagen stand jedoch der schlauch nach vor, also gegen die fahrtrichtung, wurde also >geschoben<, was aber nicht lange so bleibt. weil wenn sie einen schlauch zu schieben versuchen, dann dreht er sich zur seite und knickt ab, wodurch die luft nicht mehr hinaus kann. das ist wohl mit umstülpen gemeint. Oder er kommt seitlich zu liegen und gerät in diesem fall zwischen rad und schiene und wird dort abgeklemmt.

jedenfalls ist danach die bremse des hinteren zugteils ausser funktion, einer der wenigen fälle, wie so etwas passieren kann.

geheuerliches getümchen
21.06.2010 15:20
also so mancher kondom

hat sich auch bewährt ...

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
20.06.2010 17:19

ihr letzter satz klingt für mich, als wären sie vater ;)

nix fir unguad
19.06.2010 23:06
Eine Taurus Lok hat 4 Motoren mit einer...

Gesamtleistung von 6300kW. Diese werden von Vier-Quadranten Umrichtern angetrieben. D.h. die Motoren können für den Antrieb des Zuges UND als Bremsen (Elektrizität Rückspeisung in das Netz) verwendet werden. Zum Anfahren des Zuges steht eine Zugkraft von 300kN zur Verfügung und zum Bremsen stehen 150kN zur Verfügung.
Will mir jemand erzählen dass eine 85t Lok mit einer Bremskraft von 150kN einen Zug mit 700t bei leichtem Gefälle nicht konstant auf 60km/h halten kann? Kann mir einer vorrechnen wie ein 700t schwerer Zug eine Lokomotive mit einer Bremskraft von 150Nm innerhalb von 4 Minuten von 60 auf 125km/h beschleunigen kann.
Ich würde eher glauben dass die Steuerung des Umrichters der Motoren ausfiel.

RZD-Provodnik
20.06.2010 17:09
Einfach rechnen...

700t * 9,81 m/s² ergibt eine Gewichtskraft von 6900 kN.
Bei einer Neigung von 3,1 % schiebt der Zug mit 213 kN an. Die Fahrwiderstände (Rollwiderstand und Luftwiderstand) kann man bei ca 70 km/h mit ca 40 N/t annehmen, der Wert steigt natürlich mit zunehmender Geschwindigkeit (Luftwiderstand ~ Quadrat der Geschwinidigkeit). Wären dann 213 - 28 = 185 kN.
Wenn die Lok 150 kN Bremskraft hat, dann bleiben noch 35 kN über, die den Zug beschleunigen.

Ergibt mit 700t eine Beschleunigung von 0,05 m/s², also 20 s für die Beschleunigung um 1 m/s. Bzw 5,6 s für 1 km/h.
Für eine Beschleunigung um 60 km/h (von 60 auf 120 km/h) braucht der Zug dann ca 5,5 min.
Bzw ein bisserl mehr, wenn man den steigenden Luftwiderstand berücksichtigt.

nix fir unguad
20.06.2010 23:58
Danke

Sie haben genau das vorgerechnet was ich sehen wollte.

faust
20.06.2010 18:57

ach, jetzt haben sie mit den fakten dem armen kerl doch tatsächlich die argumentation versaut.

Def. Izit
20.06.2010 10:32
Mit 2 Taurus vielleicht, aber bei "Bergab" und Kurven


wird die "Schienenhaftung" sehr klein. Da "fliegen die "Dinger" geradezu und von den 150 kN bleib wenig übrig.

Dilbert
20.06.2010 09:49

Alleine den Arlberg als leichtes Gefälle zu bezeichnen, sagt alles über ihr Posting.

nino808
20.06.2010 04:11

rechne doch selbst..

Mr. Bubbles
19.06.2010 22:39

trotzdem klingt das ganze irgendwie merkwürdig...

Paolo64
19.06.2010 08:38
kann mir wer erklären warum bei den Pendlerzügen nach Wien...

.. zwei Taurus(Beginn und Ende des Verbands) zu Werke sind aber solch eine riesige Masse nur von einer bewegt wird?

Stephan Weinberger
20.06.2010 21:40

Für einen 180t-Regionalzug reicht eine 1x16 üblicherweise auch. Wenn 2 dran hängen geschieht dies meist im Zuge von Überstellungsfahrten, um nicht für eine allein fahrende Lok eine (der tagsüber ohnehin knappen) Fahrplantrasse opfern zu müssen.

Ein weiterer Grund wäre: Im Personenverkehr (insbesondere im Regionalverkehr mit vielen Aufenthalten) braucht man eine möglichst gute Beschleunigung um den Fahrplan halten zu können und möglichst viele Züge über die Strecke zu bringen. Daher sind auch einige Westbahn-ECs mit zwei Loks bespannt. Im nächtlichen Güterverkehr ist das eher nebensächlich, da braucht man die zweite Lok erst wenn die Zugkraft bergauf nicht mehr reicht (was am Arlberg, Brenner oder Semmering auch ständig vorkommt).

Karl Valentin3
 
20.06.2010 13:33

Bei welchen Pendelzügen nach Wien haben sie 'planmäßig' (=jeden Tag) 1 Taurus vorne und hinten gesehen?

der_kleine_pariser
 
19.06.2010 14:14

weil man dann beim richtungswechsel nicht ständig umspannen muss.

Im Falle dieses Güterzugs gab es auf der tiroler seite Hilfe von einer Lokomotive der Baureihe 1044. diese wurde jedoch in St. Anton abgespannt. bergab hilft auch die zweite lok so gut wie gar nix. weil der ganze zug bremsen MUSS (je schwerer der zug desto mehr) weil sonst die waggons die lok >überholen<, und dann liegt erst recht alles in der wiese (oder im wald), so schiebt der krempel.

der_kleine_pariser
 
19.06.2010 14:39

PS.: ich kenn die Züge zwischen St.Pölten und Wien nicht, habe das aber bei ECs Villach - München - Stuttgart - Frankfurt gesehen. die werden in Mü und Stg gestürzt, aber nicht auf Bratzer art...

floh801
 
19.06.2010 14:11
??

Diese Zugzusammenstellung konnte ich zumindest auf der Südbahn noch nicht beobachten. Die Regionalzüge sind fast ausschließlich aus einem Triebfahrzeug, den Zwischenwagen und einem Steuerwagen gebildet.

georg bitsche
18.06.2010 20:55

Klarer fall für die Ludolfs!

0Stoney0
19.06.2010 12:07
Wer oder was ist Ludolf?

TRex30M
18.06.2010 18:31

Der Lokführer ist für mich ein Held.
Denn er hat solange wie möglich versucht, das Unglück zu verhindern.
Ich freue mich, dass er überlebt hat und nur Sachschaden entstanden ist, der natürlich auch nicht wirklich erfreulich ist.
Aber besser als Menschen wären zu Schaden gekommen.

Irgendwer von Irgendwo
18.06.2010 18:23
wow...

die anrainer haben aber auch glück gehabt!

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