Textilhandel bleibt anziehend

17. Juni 2010, 14:06
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Die Branche konnte im Krisenjahr 2009 ihre Umsätze zum sechsten Mal in Folge steigern, der Trend zeigt weiterhin nach oben

Wien - Die Verkaufserlöse im heimischen Textilhandel erhöhten sich 2009 nominell um 1,4 Prozent. Heuer sei ein weiterer Zuwachs um 1,7 Prozent zu erwarten, gab das Beratungsunternehmen RegioPlan heute, Donnerstag, bekannt.

Die Marken adessa und Schöps sind im Vorjahr vom österreichischen Markt verschwunden. "Jede Krise zieht auch eine Marktbereinigung nach sich", so der Standortexperte der RegioPlan Consulting, Michael Oberweger. Gerade für kleinere oder kränkelnde Marken, die auch Standortprobleme hätten, könnten wirtschaftlich schwache Jahre das Aus bedeuten.

Kräftig expandiert hat dafür Fussl, der zum Nutznießer der freigewordenen Flächen wurde, seine Verkaufsfläche im Vorjahr um fast 20 Prozent deutlich ausdehnte und damit den Sprung unter die Top-10 schaffte. Einige der frei gewordenen Flächen übernahmen auch die Marktteilnehmer Bonita, Esprit und s.Oliver.

Als neue Marke trat heuer zu Jahresbeginn das deutsche Modehaus Van Graaf in den heimischen Markt ein. Weitere Labels stehen laut RegioPlan knapp vor einem Österreich-Start, so etwa die britische Kaufhauskette Debenhams, das Mailänder Kaufhaus UPIM, die zur Inditex-Gruppe gehörenden Linien Massimo Dutti oder Pull & Bear. Das Problem sei hierzulande die knappe Auswahl an guten Standorten in sogenannten A-Lagen, so RegioPlan.

50 Ketten

Den rund 4,5 Mrd. Euro schweren Bekleidungseinzelhandelsmarkt teilen sich rund 50 Ketten sowie etliche kleine Marktteilnehmer mit weniger als fünf Standorten auf. Marktanteilsführer ist laut Branchenreport Bekleidungshandel in Österreich Hennes & Mauritz. Dahinter rangieren C & A, Peek & Cloppenburg, Kik und Vögele. Diese Großen Fünf hielten 2009 einen Marktanteil von fast 50 Prozent.

Die Zahl der Modegeschäfte in Österreich hat sich besonders stark nach der Krise 2001 verringert - gab es damals noch rund 6.400 Shops, waren es Ende 2009 nur noch knapp über 5.800. Der Trend geht hin zu weniger Geschäften mit größeren Flächen: Zwischen 2001 und 2008 stieg die Verkaufsfläche in der Branche von 1,45 auf 1,66 Mio. Quadratmeter. Im Vorjahr ging sie auf 1,65 Mio. Quadratmeter leicht zurück. (APA)

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