Umfangreiche Olbrich-Ausstellung im Leopold Museum

17. Juni 2010, 13:55
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Über 400 Exponate des Jugendstil-Universalkünstlers und Architekten der Secession wie der Künstlerkolonie in Darmstadt

Wien - Als Architekt des Secessionsgebäudes ist Joseph Maria Olbrich (1867-1908) nicht nur Wienern ein Begriff. Bis 27. September zeigt die bisher umfassendste Ausstellung über den in Troppau/Opava in Schlesien geborenen Universalkünstler des Jugendstils, dass sein Werk weit umfassender ist: Mehr als 400 Exponate, von der Zeichnung bis zum Architekturmodell und vom Möbelstück bis zum Stoffentwurf, umfasst die Präsentation des Leopold Museums, die in Zusammenarbeit mit Institutionen in Darmstadt und Berlin zustande gekommen ist.

Als "puren Luxus" bezeichnete der kaufmännische Direktor des Leopold Museums, Peter Weinhäupl, die Ausstellung: Die Fülle der Exponate nach Wien zu bekommen war nur deshalb möglich, weil man nahezu unmittelbar an die Olbrich-Ausstellung im Institut Mathildenhöhe Darmstadt anschließen konnte. Zur Ausstellung "Jugendstil und Secession. Joseph Maria Olbrich" ist eine umfangreiche Monografie erschienen.

Tatsächlich erstaunt die Vielzahl an Objekten bei dem chronologisch angelegten Rundgang durch ein ganzes Museumsgeschoß: Von Olbrichs Arbeit als Zeichner im Atelier von Otto Wagner, seinem ersten Bauwerk, der Secession, und dem "Clubhaus des Radfahrvereins der Staats- und Hofbeamten" im Wiener Prater führt der Parcours an zahllosen Möbeln mit sanft geschwungenen Formen und Holzmodellen von Villenbauten vorbei quasi Richtung Darmstadt. Dort hatte der Schüler von Carl von Hasenauer und Otto Wagner ab 1899 auf der Mathildenhöhe eine Künstlerkolonie für den Großherzog von Hessen-Darmstadt entworfen, die heute neben der Secession als sein Hauptwerk gilt. Über Vitrinen voller kunsthandwerklicher Objekte (Service, Bestecke, Stoffe, Vasen u.a.) führt der Weg der nach Düsseldorf. Dort schuf Olbrich 1908 mit dem Warenhaus Tietz einen luxuriösen Konsumtempel. Bald darauf starb er im Alter von nur 41 Jahren an Leukämie. (APA)

 

  • Darmstadt:  Wohnhaus Deiters (Vorentwurf, 1900)
    foto: leopoldmuseum

    Darmstadt: Wohnhaus Deiters (Vorentwurf, 1900)

  • Großer Lichthof im Warenhaus Tietz (Düsseldorf, 1908)
    foto: leopoldmuseum

    Großer Lichthof im Warenhaus Tietz (Düsseldorf, 1908)

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