Terrorismus-Gesetz muss bis Herbst warten

17. Juni 2010 12:09

Grüne, Freiheitliche und SPÖ pochen auf Änderungen - BZÖ spricht von "fahrlässiger" Vertagung

Wien - Das Terrorismuspräventionsgesetz ist von der Tagesordnung des Justizausschusses am 1. Juli genommen worden. Der Gesetzesentwurf, der bereits den Ministerrat passiert hat, soll nun weiter verhandelt werden, das bestätigte das Justizministerium am Donnerstag. Ein Beschluss im Herbst sei damit realistisch. Die Grünen und die Freiheitlichen zeigten sich erfreut und verwiesen auf "massive Kritik" im Vorfeld. Auch die SPÖ plädiert für "präzisere Formulierungen". Das BZÖ hält die Vertagung für "fahrlässig".

Grüne und Freiheitliche erfreut über Überarbeitung

"Das Gesetz soll komplett überarbeitet werden, weil die Kritik so groß war. Das ist erfreulich, weil man es zuerst im Mai bereits durchboxen wollte", erklärte Grünen-Justizsprecher Albert Steinhauser. Er forderte, dass die Novellierung auch für eine Neufassung des sogenannten "Tierschützerparagrafen" genutzt wird und sprach sich für eine umfassende Diskussion des Gesamtpakets aus.

Auch die Freiheitlichen zeigten sich zufrieden. "Das Gesetz hat einen erheblichen Veränderungsbedarf", stellte Justizsprecher Peter Fichtenbauer fest. Er pocht auf eine Schärfung der "unklaren Formulierungen" im Entwurf: "Die Tatbestände müssen präziser formuliert werden."

Bandion-Ortner: kein "Zurückziehen" des Gesetzes

Einen "erheblichen" Diskussionsbedarf erkennt auch SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim, nachdem es "von allen Seiten massive Vorwürfe" gegeben habe. Er verwies darauf, dass sich der derzeitige Entwurf auch auf die Meinungsfreiheit der Medien durchschlagen könnte und pochte auf "präzisere Formulierungen". Bei dieser Gelegenheit sollte auch der Paragraf 278a StGB (Stichwort: Tierschützer, Anm.) präzisiert werden, meinte Jarolim.

Das Ministerium erklärte, dass das Terrorismuspräventionsgesetz bereits durch den Ministerrat ging und jetzt Verhandlungsgegenstand des Parlaments sei. Für weitere Diskussionen stehe man zur Verfügung, es sei "nicht ausgeschlossen", dass es Änderungen gibt. Von "Zurückziehen" könne allerdings keine Rede sein, betonte ein Sprecher von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP).

BZÖ: "fahrlässige" Vertagung

Das BZÖ bezeichnete das "Vertagen" als "fahrlässig", gerade mit dem Bericht des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) im Hintergrund. Justizsprecher Ewald Stadler hält die vorgeschlagenen Regelungen mit Ausnahme des Paragrafen 283 für "vernünftig": "Der Paragraf 283 schießt weit übers Ziel hinaus." Die Meinungsfreiheit würde dadurch "massiv" eingeschränkt, befürchtet er. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 38
1 2
alois enzenhofer
28.06.2010 12:48
Meinungsfreiheit in Gefahr!

siehe auch:
http://www.andreas-unterberger.at/2010/06/m... in-gefahr/

babyzloti
 
22.06.2010 19:17
PODIUMSDISKUSSION - Zivilgesellschaft vs. Terrorismusbekämpfung

wientv.org: Livestream - Zivilgesellschaft vs. Terrorismusbekämpfung - http://www.ustream.tv/channel/wientv

Alexander Patjomkin
21.06.2010 15:23
Dass der kampf gegen Terrorismus ziemlich grotesk ist,

ist auch klar. Die amer. Soldaten werden mit Waffen aus der USA getötet, das ist keine Seltenheit.
Geld spielt ja überall eine grosse Rolle..

Einseifer
20.06.2010 16:25
Die Angst des Tormannes vor dem Elfmeter.

Flowchi
19.06.2010 11:46
tja,...die wissen schon warum!!!

Hieß es nicht daß dies ein heißer Sommer wird?,...Klimaerwärmung und so?,...lach*


jaja,...verschiebt nur...!!!


;)

Adam Markus
18.06.2010 11:47

Von mir aus kanns bis zum Sanktnimmerleinstag warten, das Überwachungsgesetz.

miette
21.07.2010 17:50
das überwachungsgesetz gibts ja schon

dies ist nun eine novelle davon.

PatriotInnen sind IdiotInnen
18.06.2010 09:51

pff warum schreibt derstandard nicht was das für ein Paragraph ist den da Stadler da für so eine große Gefahr für die Meinungsfreiheit sieht?? Wo bleibt bitte in letzter Zeit auch nur ein Funken Recherche bei euch?!?! Der 283 hat nix mit Terrorismus zu tun sondern ist der Verhetzungs-§ und geändert werden soll das nun auch die sexuellen Orientierung von diesem § erfasst wird.
Das findet der ober Kerzerlschlucker und primitiv homophobe Stadler natürlich ganz schlimm. Unklar und schwammig formulierte Anti-Terror Gesetzte findet das BZÖ hingegen "vernünftig"!

miette
21.07.2010 17:52
die frage ist auch

ob es kalkül war, die schwammigen paragrafen noch nicht einer möglichen änderung preiszugeben

Alexander Patjomkin
18.06.2010 09:43
Die "Freiheit" sollte nicht tabuisiert werden,

vor allem die Art der Freiheit, die eher ein Gemisch aus Freiheit, Ignoranz, Verantwortungslosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Freizügigkeit usw. ist.
Jede Freiheit ist eine Potenzielle Gefahr auf die Sicherheit anderer. Das ist Mathematik. Man muss den richtigen Mittelweg finden. Der kann sich von Zeit zu Zeit Ändern. Es kann einmal mehr Freiheit einmal weniger Freiheit und mehr Sicherheit geben.
Kluge Sicherheitspoltik muss immer die richtige Mischung aus dieser zwei finden. Absolute Freiheit in einer Gesellschaft kann es nicht geben.

silent_trust
 
18.06.2010 06:50
Extreeeeeeem wichtig !

Ja - der Terrorismus ist natürlich DIE Gefahr für österreich und erfordert eine hochpriore behandlung hinter der alles andere zurückzustehen hat.

So ein Schmonzes! Wir haben genügend Möglichkeiten in den vorhandenen Gesetzen. Nur sind die manchen nicht bequem genug, denn dann muss man ja auf solch lästige Kleinigkeiten wie Schutz der Privatspäre, Meinungsfreiheit und andere Bürgerrechte Rücksicht nehmen.

Anscheinend gibt es Leute in diesem Land, die erst Ruhe geben, wenn es auch bei uns so etwas wie einen "patriot act" gibt, der es Beamten ermöglicht, alle Bürgerrechte außer Kraft zu setzen.

Alexander Patjomkin
18.06.2010 09:24
"Schutz der Privatsphera"

Es interessiert niemanden, was sie im Schlafzimmer machen. Aber die Privatsphera endet dort, wo die Freiheit oder Sicherheit anderer gefährdet werden kann. Jeder Opfer kann sein Status der Freiheit des Täters bedanken.

miette
21.07.2010 17:56
geh bitte und was schlägst du vor?

alle menschen schon mal vorsorglich einzusperren und nur unter bewaffnetem armeeschutz in den supermarkt zu lassen?

Einseifer
20.06.2010 16:28
Zum Beispiel wenn Väter für ein gerechters Elternrecht protestieren.

Schon ist es eine kriminelle Vereinigung.

per verser
18.06.2010 08:23

sie vergessen, daß wir einen ökonomischen großangriff der övp, sekundiert von der verräterInnenpartei spö, vor uns haben. dieses gesetz dient in erster linie dazu, dem künftigen polizeistaat eine basis zu geben.

warten sie nur ab, wenn 2013 schwarzblau den staat einziehen und wenn die demokratie auch offiziell ausgedient hat. dann muß der militär- und polizeiapparat bereits stehen.

miette
21.07.2010 17:59
stimmt. leider.

wir sollten alle was dagegen tun.
aktionen, demos, sich bilden, widerstand, sich organisieren.
obs was hilft oder wir alle in u haft landen ist eine andere frage. aber es lohnt sich. ich seh auch schon echt schwarzblau in krassesten farbtönen, für dieses land.

http://www.zogaj.at.tt - Diskutiere mit!
17.06.2010 22:39
welcher terror?

wie viele anschläge hatten wir in den letzten 10 jahren?
0?
aha und demnach brauchen wir ein (anti)terrorgesetz...

unsere politiker sind ein haufen von versagern!

Alexander Patjomkin
18.06.2010 12:10
Was könnten sie von einem Gärtner lernen...

Ein tüchtiger Gärtner jätet fleißig und hat keinen Unkraut in Ihrem Garten. Wenn aber er sagen würde, "warum soll ich jäten, wenn es kein Unkraut gibt?", dann wird es Unkraut in Hülle und Fülle geben. Unsere Poliziei jätet noch Gott sei Dank..

Pulowthiwa
17.06.2010 19:46
Etwas Zeit

für gesichtswahrendes Umdenken gewonnen!

Ava Tar
17.06.2010 18:05
Die kleinen Schritte zur Unterjochung der Bevölkerung

- unabhängige U-Richter abschaffen
- Geschworene zurückdrängen
- Zeugnisverweigerungsrecht d. Anwälte u. Journalisten abschaffen
- Justizapparat personell aushungern
- Politfälle verjähren lassen oder binnen 15 Minuten niederlegen (Althaus..)
- Meinungsfreiheit bügeln
- schwammige Formulierungen für Exempel nutzen

Der Großteil ist EU-Programm und war im 3.Reich schonmal da.

Erwin Wolfram
17.06.2010 17:17

Uebersetzung

Wen schlagen wir heute ans Kreuz? (Achtung es handelt sich um keine Terrorformulierung, aber jeweils das was jemand sagt an dem die Politiker sich nicht bereichern koennen ist eine gueltige Terrorformulierung zB weil er nichts hat - er wird aber auch genoetigt zu sagen was sich Politiker wuenschen zB ich sprenge alles um 3 Eur sauber, weil dann sinken auch die Bauarbeiterkosten und der Staat muss den Bauarbeitern kein Stipendium zahlen und wenn die Bauern nichts verdienen ha! dann wird natuerlich ein Tierschuetzer zum Terrorist und er wird argumentativ ausgesaugt, denn Moslems reden mit Fachirren schon lange nicht mehr, seit sie die Folgen der Leistungen dieser Leute kennen).

Alexander Patjomkin
17.06.2010 15:54
Viele grosse Sprüche kann man umdrehen und sie werden noch besser.

Wer die Sicherheit aufgibt um Freiheit zu gewinnen, der wird beides sofort verlieren

Mittelständler
18.06.2010 10:12
Nun, Sie haben gewissermaßen recht:

Ich erinnere mich aus eigener Erfahrung, dass die Sowjetunion für einen Reisenden eines der sichersten Länder der Welt war (im Gegensatz zum heutigen Russland). Ähnliches gilt heute für Nordkorea. Dort werden die wenigen "Individual"-Reisenden jeweils von 2(!) Sicherheutsleuten auf Schritt und Tritt begleitet; sicherheitshalber sind dort Mobiltelefone untersagt und sicherheitshalber werden TV-Geräte nur für eine bestimmte Frequenz freigeschaltet und jegliche Modifikation unter Strafe gestellt. Frei bewegen darf man sich nur innerhalb des Ausländerhotels, Spaziergänge allein sind verboten - sehr sicher! Auch in Deutschland zwischen 1933 und 1939 lebte es sich sehr sicher - abgesehen für eine Bevölkerungsgruppe.

Alexander Patjomkin
18.06.2010 12:40
Wenn Sie glauben, dass in Nordkorea zu leben

so wahnsinnig furchtbar ist, dann irren Sie sich.
Es gibt auch andere Lebensformen als die westliche
Spaß-, Wegwerf-, Gier- und Konsumgesellschaft.
Bitte nicht alles glauben, was in der Zeitungen steht,
sondern mit offenen Augen die Welt bereisen...

Kuffner
18.06.2010 16:24
Es wird vermutet (aber von der FIFA bisher pflichtschuldigst bestritten),

dass vier (4) Spieler der nordkoreanischen Mannschaft bei der WM in Südafrika (eine kleine "Elite" unter den dortigen Bürgern) um politisches Asyl angesucht hätten. Wieso würden sie denn so etwas tun?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 38
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.