Wenn Medikamente schaden statt helfen

17. Juni 2010, 09:23
1 Posting

Antibiotika, Schmerz- und Rheumamittel verursachen besonders häufig Allergien

Melko - Wer von seinem Arzt ein Medikament verordnet bekommt, erhofft sich davon eine Linderung seiner Beschwerden. Nebenwirkungen lassen sich dabei aber nie ganz ausschließen. „Bei etwa zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung treten Nebenwirkungen auf verordnete Medikamente auf", informiert Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Davon seien etwa zwei Drittel Vergiftungserscheinungen. „Ein Drittel der Nebenwirkungen sind allergische oder pseudoallergische Reaktionen und hängen nicht von der eingenommenen Dosis ab", so die Expertin.

Jedes Medikament kann allergische Reaktionen verursachen

Allergische Nebenwirkungen treten nie bei der ersten Einnahme eines Medikaments auf, sondern frühestens beim zweiten Kontakt. „Dem geht eine Überempfindlichkeit des Patienten auf das Arzneimittel voraus", erklärt Arne Menzdorf von Deutschlands Allergiker-Portal. „Prinzipiell könne jedes Medikament eine allergische Reaktion auslösen", so der Biologe weiter. Beispeilsweise treten nach der Einnahme von Antibiotika Allergien besonders häufig auf. Aber auch Penicilline, Sulfonamide und Makrolide sowie Schmerz- und Rheumamittel verursachen häufig Allergien. Als gut verträglich gilt dagegen Paracetamol. Relativ häufig treten Allergien auch beim Einsatz von Medikamenten zur örtlichen Betäubung auf. „So zum Beispiel bei Röntgenkontrastmitteln, Blutdrucksenkern und Impfstoffen", zählt Arne Menzdorf auf.

Arzt und Apotheker informieren

Kommt es zu Unverträglichkeitsreaktionen, sollten Patienten sofort mit ihrem Arzt sprechen. Der kann das Medikament absetzen und durch ein anderes, besser verträglicheres, ersetzen sowie gemeinsam mit dem Patienten nach dem Auslöser der Beschwerden suchen. Weiterhin sollten Allergiker zu jedem Arztbesuch ihren Allergiepass mitnehmen und den Mediziner vor der Behandlung über bestehende Unverträglichkeiten informieren. „Der Apotheker sollte diese Informationen ebenfalls bekommen", rät Menzdorf. So könne er den Allergiker auch bei rezeptfreien Medikamtenten über deren Verträglichkeit beraten. (red)

Share if you care.