"Cretu" in Haft

18. Juni 2010, 11:14
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Hauptverdächtiger nicht geständig

Wien - Rund einen Monat, nachdem eine 35-jährige Sexarbeiterin in Wien-Favoriten mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet wurde, sind alle drei gesuchten Männer verhaftet. Am Mittwochabend wurde der Hauptverdächtige und rumänische Zuhälter Adrian N. alias "Cretu" verhaftet, wenig später sein mutmaßlicher Mittäter. Ein weiterer Gesuchter konnte bereits vor einer Woche in Amsterdam verhaftet werden. "Cretu" ist nicht geständig.

Die Einvernahme des mutmaßlichen Täters dauere noch an. Für die Klärung der Frage, wer von den drei gefassten Verdächtigen mit welcher Funktion an dem Attentat beteiligt war, müsse man die Auslieferung des in den Niederlanden geschnappten Cousins des Haupttäters abwarten. Laut Staatsanwaltschaft Wien könnte das eine Woche, aber auch ein Monat dauern. Offen blieb zunächst, in welcher Beziehung "Cretu" alias Bogdan Adrian N. (29) zu der ungarischen Prostituierten stand, in deren Wohnung in Alsergrund er schlussendlich festgenommen wurde. Auch der wochenlange Verbleib des 29-Jährigen zwischen Tatzeit und seiner Festnahme in Wien ist ungeklärt.

Verhaftung in Wien

Nach gezielten Ermittlungen des Landeskriminalamts erfolgten dann am Mittwoch weitere Festnahmen. Um 18.00 Uhr stürmte das Einsatzkommando Cobra eine Wohnung  in der Borschkegasse. Der 29-jährige "Cretu", gegen den ein EU-Haftbefehl besteht, und zwei weitere Landsleute, die gerade anwesend waren wurden verhaftet. Die beiden Männer haben mit dem Verbrechen offenbar nichts zu tun, wie sich bis Donnerstagmittag herausstellte. "Beide werden derzeit einem fremdenrechtlichen Verfahren unterzogen", teilte die Polizei mit, das heißt. Die Männer halten sich offenbar illegal in Österreich auf.

Hintergrund: Streit um Standgebühren

Der Hintergrund der Tat sind vermutlich Streitigkeiten im Rotlichtmilieu: "Cretu" soll Standplatz-Gebühren am Strich in der Linzer Straße verlangt haben. Die 35-jährige Florentina M. weigerte sich angeblich zu zahlen. Sie wurde in den frühen Morgenstunden des 16. Mai im Eingangsbereich des Lokals "Fantastic" in der Laxenburger Straße angezündet, mehrere Männer ergriffen daraufhin die Flucht.

Schwere Brandverletzungen im Gesicht

Das Opfer, die 35-jährige Florentina M., erlitt schwerste Brandverletzungen. 20 Prozent der Haut ist verbrannt. Unter anderem hat die Frau schwere Verbrennungen im Gesicht davon getragen. In den ersten Tagen nach dem Anschlag war unklar, ob sie überhaupt überleben würde. (APA)

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