ORF-Zahltag

Rot, Schwarz und Blau unterstützen ORF-Gesetz

17. Juni 2010, 09:35

Abstimmung heute doch im Nationalrat: 160 Millionen extra für den ORF - Mittwochabend lehnten es noch alle Oppositionsparteien ab

Update: Ab 8 Uhr verhandelten die fünf Parlamentsparteien über eine Zweidrittelmehrheit für das neue ORF-Gesetz, die neue Medienbehörde und andere Mediengesetze. Ergebnis nach mehreren STANDARD-Infos aus Verhandlungskreisen: Der Nationalrat stimmt heute, Donnerstag, über das ORF-Gesetz ab. Neben SPÖ und ÖVP unterstütze es auch die FPÖ. BZÖ und Grüne wollten dagegen votieren (Stand: Donnerstagfrüh).

Die Vorgeschichte: Montag stimmten noch die Medienverhandler aller fünf Parteien für das neue ORF-Gesetz. Mittwochabend waren es plötzlich nur noch zwei: SPÖ und ÖVP. Damit wackelt die Zweidrittelmehrheit im Nationalrat. Nach aktuellen STANDARD-Infos unterstützen nach Parteienverhandlungen Donnerstagfrüh nun Rot, Schwarz und Blau das ORF-Gesetz. Somit kommt es zur Abstimmung im Nationalrat.

Die Zweidrittelmehrheit braucht es, um die Medienbehörde wie geplant weisungsfrei zu stellen. Und für diese Mehrheit braucht es zumindest eine Oppositionspartei. Laut einem Sitzungsteilnehmer wollten die Verhandler von FPÖ und BZÖ aber ihren Klubs über Nacht empfehlen, dafür zu stimmen. Andernfalls muss der Küniglberg jedenfalls bis Juli auf die ersehnten ersten 50 Millionen extra von 160 aus dem Bundesbudget warten.

ORF und Verleger hatten sich Dienstagnacht auf Wunsch aller Fraktionen geeinigt, dass und wie der ORF künftig regionale TV-Werbung schalten kann: Zweieinhalb Minuten pro Tag und Landesstudio für regionale öffentliche Institutionen und ihre Tochterfirmen, zu Themen wie Kultur und, Brauchtum. Der Deal: Bewirbt etwa ein Land eine Ausstellung im ORF, muss es „in ausgewogenem Maß" (ein Verhandler) auch in anderen Medien schalten. Der ORF verzichtet zudem auf regionales Product Placement.

Das BZÖ wollte dem Gesetz erst mit TV-Regionalwerbung zustimmen. Mittwochabend waren die Orangen doch wieder skeptisch. Nachts hieß es, die Zustimmung sei offen.

Die Grünen reklamierten nach Userprotesten das Verbot der Futurezone aus dem ORF-Gesetz (Montag noch stimmten dem alle Verhandler zu). ORF-General Alexander Wrabetz und Onlinedirektor Thomas Prantner hatten den gegen das Gesetz rebellierenden ORF-Redakteuren Mittwochmittag versichert: Die Netzwelt-Themen der Futurezone könne der ORF weiter behandeln. Kein Mitarbeiter der Futurezone müsse gehen. Auch SPÖ-Verhandler zeigten Sympathien für einen Beibehalt. Mittwochnacht war das Verbot noch im Gesetz.

Dienstag sagte FP-Verhandler Peter Fichtenbauer, die Blauen stimmten zu. Mittwoch erinnerte Generalsekretär Harald Vilimsky, dass der ORF die FPÖ sie nicht ins Zentrum lud, aber Am Schauplatz mit Skins zusammenbrachte. 

Die Privatsender appellierten an alle Abgeordneten, das „existenzgefährdende" ORF-Gesetz abzulehnen. Wird es vertagt, hätte der ORF womöglich Zeit, weitere Regeln wegzuverhandeln. Die APA titelte irrtümlich ihre Vorschau auf Donnerstag: „ORF verabschiedet neues ORF-Gesetz."

Als die Parteien pokerten, sah ORF-Chef Alexander Wrabetz Tannhäuser. Der endet: „Der Gnade Heil ist dem Büßer beschieden, er geht nun ein in der Seligen Frieden!"  (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 17.6.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2
haschtrafikant
00
17.6.2010, 17:37
Dankeschön, @derstandard.at,

dass Sie als Mitglied des VÖZ beim Absägen der Futurezone und der ORF-Foren fleißig mitgemacht haben!
:-(((

Mfg, ein ehemaliger Standard-Leser

telemike
01
17.6.2010, 14:28
Der ORF Deal

Die futurezone wird abgedreht, die Frauenquote auf 45% hinaufgesetzt und dafür bekommt der ORF zusätzliche 160 Millionen Euro.

SPÖ-ÖVP-FPÖ haben das beschlossen. Unfassbar.

!Semper fi
 
00
17.6.2010, 13:07
Ein Link den man sich merken sollte.

http//:www.parlament.gv.at/pd/rzv/NR... ?1218561#R

!Semper fi
 
00
17.6.2010, 12:59

Ach ja, die Privatsender werden den öffentlichen Aufträgen des ORF mehr als gerecht.Informationspolik bringt zum Beispiel: der ATV besser rüber als der ORF.
Stichwort,Bundeswahlen.....

1.Programm des ORF würde reichen ,das zweite sollte privatisiert werden,bringt es doch nur Ausländische Serien.

Zwangsgebühren abschaffen,wer sich den ORF "Bildungskanal"reinziehen will, soll Gebühren zahlen.
Die Werbung sollte reichen.

raymond a
00
17.6.2010, 12:28

Der ORF bekommt jetzt von den „Reichen“ (uns Steuerzahlern) in Form eines neuen ORF-Gesetzes endlich das ersetzt, was ihm durch die Finanzkrise entgangen ist.

http://aron2201sperber.wordpress.com/2010/06/1... ure-krise/

Cayenne69
00
17.6.2010, 11:57

Die bekommenjetzt zwar 160 Millionen EUro an Zusagen, aber wo bleiben die Forderungen für so viel Geld, was muss besser gemacht werden, damit der ORF vernünftig wirtschaften kann ?

beinstein
00
17.6.2010, 12:43
REICHT DIR ALS GEGENLEISTUNG..

das abdrehen der futurezone nicht?
ich frage mich eher was der konsument = gebühren- und steuerzahler als gegenleistung erhält -
weniger hochwertige information, dafür noch mehr zwangsbeglückung durch werbung = gehirnwäsche ???

Jens Kampe
00
17.6.2010, 11:49
160 Millionen Euro mehr?

Aber wieviel beträgt es denn nun in der Summe? 800 Millionen Euro? 1 Milliarde Euro?

Knut Ogris
00
17.6.2010, 10:31
Ud hier mal ein praktisches Beispiel - weil ja ALLE immer über die BBC reden - das sind LINKS zu englischen TV Stationen, die die Programmproblematik gut aufzeigen und Lösungsmöglichkeiten auch. Wenn die Josefs, Franz´,Sigisbertlns, Evas u. wie sie

...noch alle heissen, die Experten im NR jedefnalls sich endlich mal mi,ot wirklichen Inhalkten auseinandersetzen würden und aber auch Experten zuhören wollten- ebenso wie mal in die Programme anderer LÄnder schauen würden und wenns nur Deutschland ist - :

http://www.channel4.com/corporate... aries.html
http://www.channel4.com/corporate... producers/
http://www.bbc.co.uk/commissio... airs.shtml
http://www.bbc.co.uk/commissioning/

noli turbare ...
11
17.6.2010, 10:10

Also bekommt der ORF mehr Geld für den gleichen Mist.

Und in unserer Sumpfrepublik ist das natürlich unangreifbar.

Bin nur gespannt ob die EU Kommission mitspielt. Nach dem letzten Beihilfenverfahren sollte sich die Kommission massivst verarscht vorkommen.

Ole
04
17.6.2010, 09:34
Der politikfreie ORF

Der politikfreie ORF bleibt wahrscheinlich nur eine Traumvorstellung. Rahmenbedingungen festlegen ja, aber Politik im ORF nein!

macfr
 
36
17.6.2010, 09:31
GIS Abschaffen

Der Preis - Leistungsverhältnis der GIS Gebühren ist nicht adequat. Es zahlen die meisten diesen Betrag ein weil sonst mit Strafe gedroht wird. Deshalb mein Vorschlag Bürgerinitiative für Abschaffung dieser Last (Spart auch teure GIS Werbung sowie viel Verwaltugskosten)

muad'dib
00
17.6.2010, 13:08

[x]

Mirstetta Toni
00
17.6.2010, 11:38

wäre endlich an der zeit.

schaumamal4
34
17.6.2010, 09:00
Gis abmelden !!!!

Ich werde mich bei der GIS abmelden, da die Privatsender sowieso österr. Nachrichten anbieten. Sollte mich einmal eine Eigenproduktion interessieren, schau ich halt in der Tv-Thek (max. 1 Sendung oder Auschnitt pro Monat).Filme und Serien schaue ich sowieso zeitversetzt dank meines Festplattenrekorders und die Werbepausen gibts nur im schnellen Vorlauf.
Dieses Gesetz ist eine riesen Chance für die Privaten, die sie nur nützen müssen und nicht jammern.
Schaumamal wie viele sich abmelden, und wo dann die Reichweite der "ORF-Obergscheiten" landet.





Sigmund_Marx
12
17.6.2010, 09:57

nachrichten bei den privaten. gute idee. dann wissen sie immer ganz genau, was lugner, katzi und bambi so treiben.

schaumamal4
00
17.6.2010, 13:21

Und sie wissen natürlich mehr nach 3 Minuten Info in der 9 Uhr ZIB oder 10 Minuten Hauptnachrichten um 19:30 wie sich die Welt dreht. *ggg*
Agenturberichte oberflächlich von überbezahlten Redakteuren überarbeitet, so schauts aus!

Aber wir können ja kurz einmal ihr Wissen bzgl. BP-Katastrophe testen. Wußten sie das Transocean (BP) schon einmal 1979 so einen "Unfall" hatte. Nur damals hieß die selbe Fa. anders. Die Aktion "Top Hat" nannte man damals "sombrero", und ist auch gescheitert (war aber keine Tiefbohrung). Die Quelle damals konnte auch nur Entlastungsbohrungen gestoppt werden.

Wenn sie Lugner & Co als Nachrichten einordnen, dann bleiben sie bitte beim ORF.

muad'dib
00
17.6.2010, 13:10

das ist leider tatsächlich ein problem.
"vernünftige" information (wenn schon durch den fernseher) bekommt man auf keinen fall von unseren privaten.

ceterum censeo faymanem esse d...
31
17.6.2010, 08:51
Wrabetz ist mit ....


... Strache persönlich befreundet. Deshalb will die FPÖ zwar für sich was herausschlagen, würde aber nie dagegen stimmen.

Dazu kommt noch seine Herkunft aus einer angesehenen roten Familie und ein einflussreicher schwarzer Schwiegervater - und schon wissen wir, warum ausgerechnet dieser Inkompetenzler ORF General geworden ist.

Wer es nicht glaubt, der prüfe nach.

telemike
11
17.6.2010, 08:12
"APA titelte irrtümlich" ...

Die APA ist für ihre Meinungsmache und irreführenden Informationen bei Insidern bekannt. Es war also kein Irrtum, sondern System.

Mike Myers
00
17.6.2010, 08:05
"# Der ORF-Chef, hier im Parlament, kann die Börse zücken: Donnerstag soll ihm das ORF-Gesetz 160 Millionen extra bescheren."

Verdammt, wenn ich mein Börserl zücke, wollen alle was rausnehmen und keiner was reinstecken...

igit
01
17.6.2010, 07:23
45% Frauenquote bei ORF-Hacklern

und keine Frauenquote fürs Management - geht es um fehlende Körperteile?

M.jan.
30
17.6.2010, 07:20
Privatisierung

Den gleichen SCHMARREN können die privaten auch spielen. Und der steuerzahler spart sich einiges. Mfg.

Rent a Democracy
00
17.6.2010, 09:59
Sie könnten,

aber sie bringen lieber den Lugner, wie er mit seinen noch fast minderjährigen Freundinnen streitet.

Fritz Meyer
02
17.6.2010, 06:33
"Die Privatsender appellierten an alle Abgeordneten, das „existenzgefährdende" ORF-Gesetz abzulehnen."


Für all diejenigen, die die Absichten hinter dem Gesetz immer noch nicht verstanden haben, lest's den Kommentar auf Fefes Blog:

http://blog.fefe.de/?ts=b2eb2ad6

"Das wäre wirklich eine Schande für Österreich, wenn sie im Rahmen einer korrupten Appeasementpolitik gegenüber den im Untergang befindlichen Zeitungsverlegern wegwerfen."

Fritz Meyer.

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