Wirksamkeit von "Rosa Viagra" hinterfragt

16. Juni 2010, 16:29
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Mittel Flibanserin habe Kriterien zur Wirksamkeit des Medikaments nicht erreicht

Washington - Das neue Medikament von Boehringer Ingelheim zur Luststeigerung bei Frauen hat bei US-Experten Fragen aufgeworfen. Das Mittel Flibanserin habe in zwei Studien vorher vereinbarte Kriterien zur Wirksamkeit des Medikaments nicht erreicht, hieß es in Unterlagen, die die US-Gesundheitsbehörde FDA wenige Tage vor einer wichtigen Anhörung zu der Arznei am Mittwoch zugänglich machte.

In den Dokumenten wurde zudem auf Berichte über Müdigkeit und Benommenheit bei Einnahme des Mittels verwiesen. Zudem sei nicht klar, ob die Hinweise im Beipackzettel ausreichten, um Frauen auf die zahlreichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hinzuweisen. Die Verträglichkeit des Präparats sei moderat.

Am Freitag tagt ein Beraterausschuss zu dem Medikament und soll eine Zulassungsempfehlung aussprechen. Üblicherweise folgt die US-Gesundheitsbehörde dann dem Votum ihrer Expertengremien. Die in den USA bereits als "Rosa Viagra" bekannte Pille gilt als der bisher aussichtsreichste Versuch, ein Viagra-Pendant für Frauen zu finden. Flibanserin zielt aber nicht auf die Blutgefäße ab wie das von Pfizer entwickelte Medikament Viagra und verwandte Potenzmittel für Männer und ist auch kein Hormonpräparat. Der Wirkstoff soll bei Frauen genau bei den Neurotransmitter-Systemen im Gehirn ansetzen, die eine Rolle beim sexuellen Verlangen spielen. (APA/Reuters)

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