Illy kommt mit blauem Auge davon

16. Juni 2010, 14:53
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Trotz Krise legt der italienische Kaffeeröster im abgelaufenen Geschäftsjahr zu und setzt auf Qualität statt auf Marktanteile

Wien - Die italienische Kaffeeröster-Dynastie illy hat das Krisenjahr 2009 mit einem blauen Auge überstanden. Die Gesellschaftsgruppe "illycaffe", die direkt und indirekt elf Firmengesellschaften kontrolliert und über 700 Mitarbeiter beschäftigt, hat im Vorjahr einen Umsatz von 284 Mio. Euro erwirtschaftet, um 1,5 Prozent mehr als 2008. 45 Prozent des Geschäfts macht das Familienunternehmen in Italien. Wachstumspotenzial sieht illy-Vorstand Andrea Illy vor allem auf den asiatischen Märkten.

Mit etwa 14 Millionen Kunden kommt illy auf einen eher bescheidenen weltweiten Marktanteil, genaue Daten wurden nicht genannt. Denn: "Uns geht es nicht um Marktanteile", wie Illy betonte. "Bei uns dreht sich alles um Qualität". Mit einer Image- und Qualitätsoffensive soll es gelingen, schon bald 20 Millionen illy-Konsumenten zu erreichen - "es ist alles nur eine Frage der Zeit", wie der Firmenchef sagte. 8 Prozent des weltweiten Kaffeemarktes sind wertmäßig dem Premium-Segment, dem illy angehört, zuzuordnen.

In Österreich gibt es illy-Kaffee seit 20 Jahren. Der österreichische Generalimporteur Alois Stangl hat über sein Unternehmen espresso caffee Vertrieb GmbH bisher 5,17 Milliarden Tassen illy-Kaffee in Österreich verkauft, zogen Stangl und Verkaufsleiter Walter Mayer Dienstagabend vor Journalisten anlässlich des Jubiläums Bilanz. Im ersten Jahr der Zusammenarbeit mit illy waren es 420.000 Tassen, im Vorjahr 61,43 Millionen Tassen - also 160.000 Tassen pro Tag. Weltweit werden über sechs Millionen Tassen illy-Kaffee jeden Tag getrunken.

Einstieg in den Kapselmarkt

Großes Potenzial sieht Mayer im illy-Einstieg in den Kapselmarkt mit der dafür eigens entwickelten Espressomaschine von illy. Vertrieben werde das System mit dem Namen "Iperespresso" ausschließlich über den Elektrofachhandel und Küchenstudios, Großfläche sei kein Thema.

Angefangen mit dem Kaffeerösten im illy-Hauptsitz in Triest hat vor bereits fast acht Jahrzehnten Francesco illy, der ungarische Großvater des heutigen illy-Vorsitzenden Andrea. Er hat den Kaffeeröster 1933 in der Hafenstadt Triest gegründet. Heute verkauft das Unternehmen seinen Kaffee in 140 Ländern, aber auch Espressomaschinen, von Künstlern gestaltete Tassen, Pralinen, Kaltgetränke (als Joint Venture mit Coca-Cola) und Kaffeelikör (als Joint Venture mit Campari) zählen zum Produktportfolio. Auch weiterhin will der Kaffeeröster seiner Philosophie treubleiben und nur eine einzige Kaffeemischung verwenden. (APA)

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