Keine Kundenverluste, Bankgeschäft läuft normal

16. Juni 2010, 13:51
6 Postings

Post-Chef Georg Pölzl wehrt sich gegen Vorwürfe des Betriebsrates, wonach die Post unter Kundenflucht leide

Wien - Post-Chef Georg Pölzl weist die Vorwürfe des Betriebsrates, wonach die Postämterschließungen zu einer Kundenflucht führen und das Bankgeschäft in den Filialen beeinträchtigen, entschieden zurück. "Wer das sagt, sagt die Unwahrheit", betonte Pölzl bei einem Vortrag vor Finanzanalysten. Bei Überweisungen bei Post-Partnern (Greisler, Gemeindeämter, etc.) gäbe es überhaupt keine Probleme, das Geschäft mit Sparbüchern und Konten werde teilweise von Partnern angeboten, an einer Verbesserung werde mit der BAWAG P.S.K. gearbeitet. Und Finanzprodukte seien schon zuvor in Klein-Postämtern nicht absetzbar gewesen. Dass das Bankgeschäft zur Zeit allgemein nicht erfreulich ist, ist bekannt, verwies Pölzl auf die Finanzmarktkrise.

An der Umwandlung von Postämtern in Post-Partner werde festgehalten, ebenso am Ausbau der Geschäftsstellen. Derzeit habe man bereits rund 1.700 Filialen (Ämter wie Partner), "demnächst" will Pölzl an die 2.000 haben. Außerdem will er das E-Business der Post expandieren. Erst kürzlich hat die Post eine elektronische Postkarte vorgestellt. Überlegenswert sei, ob das teilstaatliche börsenotierte Unternehmen auch einen Marktplatz für Versandhändler anbieten sollte. Hoffnung setzt Pölzl auch auf den elektronischen Brief, der im Rechtsverkehr zwischen Anwälten und Gerichten schon der Standard sei.

Wachsen will Pölzl auch im Ausland. Er verwies am Mittwoch auf die Marktliberalisierung in Südosteuropa im Jahr 2013. "Das sehen wir natürlich als Chance, in diese Märkte einzusteigen". Derzeit macht der Österreich-Anteil des Postgeschäftes rund 1,7 Mrd. Euro von konzernweit 2,4 Mrd. Euro aus.

Am Ausblick für 2010 hielt Pölzl fest. Mittelfristig will die Post um 1 bis 2 Prozent wachsen. Beim Paketgeschäft soll es ein Plus von 6 bis 9 Prozent geben, im Briefgeschäft hingegen ein Minus von 3 bis 5 Prozent. Die Ebitda-Marge soll wie bisher bei 10 bis 12 Prozent liegen, die Dividende bei 1,50 Euro konstant bleiben. "Wir waren wahrscheinlich das dividendenstärkste Papier am Markt", meinte Pölzl. Kritik der Arbeiterkammer an der Dividendenpolitik wies er zurück. Es sei ja nichts "unsittliches", ein ertragsstarkes Unternehmen zu sein. (APA)

 

 

Share if you care.