Anti-Israel-Demo

Israelitische Kultusgemeinde zeigt Demo-Organisatoren an

16. Juni 2010, 17:25

Muzicant spricht von antisemitischen Botschaften und verlangt politische Konsequenzen - Kritik an SP-Gemeinderat Al-Rawi

Wien - Zwei Demonstrationen gegen die israelische Militäraktion gegen die Gaza-Hilfsflotte in Wien sorgen für Aufregung in der jüdischen Gemeinschaft. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) hat antisemitische Botschaften unter den Teilnehmern geortet und eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt. IKG-Präsident Ariel Muzicant nahm am Mittwoch in einer Pressekonferenz auch die Politik in die Pflicht, die zu den Vorfällen Stellung nehmen solle.

Hakenkreuz mit Davidstern gleichgesetzt

Zu den Demonstrationen, die am 1. und 4. Juni in Wien stattfanden, hatten mehrere pro-palästinensische Organisationen aufgerufen. Beim zweiten Termin waren der Wiener SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi, der eine Rede vor den Demonstranten hielt, und Fritz Edlinger von der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen (GÖAB) beteiligt. Sie sollen sich in Gesellschaft mit Teilnehmern befunden haben, die laut IKG teils antisemitische Transparente schwenkten. So wurde etwa auf Transparenten der David-Stern mit dem Hakenkreuz gleichgesetzt, auf einem Transparent - allerdings bei der ersten Demonstration - war die Aufschrift "Wach auf Hitler" zu lesen, wie die IKG auf Fotos dokumentierte. Auch die Hamas-Fahne wurde hochgehalten.

"Es wurde eine rote Linie überschritten, die wir nicht akzeptieren können", zeigt sich Muzicant entsetzt. "Wo sind die Führer der muslimischen Gemeinde in Österreich, die so eine Hetze organisieren?" Der IKG-Präsident sieht den Straftatbestand der Verhetzung erfüllt und erwartet gerichtliche Konsequenzen. Vor allem seien Übergriffe auf Juden in Österreich seit den Vorfällen in Israel deutlich angestiegen, berichtet er. Mitglieder der Gemeinde, vor allem jene, die durch ihre Kleidung klar als Juden identifizierbar seien, würden beschimpft und bespuckt. Taxifahrer weigerten sich, Juden mitzunehmen. Muzicant hat zwar bereits einmal aufgerufen, die Vorfälle zur Anzeige zu bringen, viele trauten sich allerdings nicht, berichtete er.

Muzicant ist es auch wichtig zu betonen, dass nicht alle Muslime in Österreich, sondern nur eine Minderheit derartig agierten. Er erwartet sich "eine klare Aussage, dass für so etwas kein Platz ist", IKG-Generalsekretär Raimund Fastenbauer vermisst ebenfalls "Worte der Mäßigung". Politische Konsequenzen für Al-Rawi verlangt die Kultusgemeinde von der SPÖ nicht direkt, gibt aber zu bedenken, dass dieser Mitorganisator der zweiten Veranstaltung gewesen sei und die Initiative für die umstrittene und laut Muzicant unausgewogene Resolution im Wiener Gemeinderat gesetzt habe. "Es ist schwierig zu akzeptieren, dass ein Gemeinderat Al-Rawi hier machen kann was er will", meinte auch der Präsident der jüdischen humanitären Organisation "B'nai B'rith", Victor Wagner.

Politikwissenschafter sieht "Allianz des politischen Islam"

Der Politikwissenschafter Thomas Schmidinger sieht in der Zusammensetzung der Demonstranten am 4. Juni eine "Allianz des politischen Islam", allerdings hätten sich auch türkische Rechtsextremisten, wie die Jugendorganisation "Die grauen Wölfe" beteiligt. Aus antisemitischen Antrieb hätten "Gruppen zusammengefunden, die sonst wenig miteinander zu tun haben", dass der Konflikt nach Wien"importiert" werde, könne nicht im Interesse der Parteien sein.

Al-Rawi hatte schon einen Tag vor der Pressekonferenz der IKG reagiert. "Solche Angriffe sind durch nichts zu entschuldigen und sind auf das Schärfste zu verurteilen", meinte er in einer Stellungnahme. "Sollten solche Angriffe von muslimischen Mitbürgern verübt worden sein, so distanzieren wir uns mit aller Deutlichkeit davon." Auch distanzierte er sich von der ersten, "wilden" Demonstration, wo das Plakat "Wach auf Hitler" geschwenkt worden war. Wichtig sei nun, "dass der vorbildliche interreligiöse Dialog zwischen den Religionen in Österreich weiter funktioniert und die guten Kontakte mit allen VertreterInnen der Religionen weiterhin sorgsam gepflegt werden".

Islamische Glaubensgemeinschaft weist "unqualifizierte Angriffe" zurück

Die Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat am Mittwoch die Kritik der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) an der Demonstration gegen die blutig verlaufene israelische Militäraktion gegen die Gaza-Hilfsflotte zurückgewiesen. IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh nannte die Pressekonferenz-Aussagen von IKG-Präsident Ariel Muzicant "unqualifizierte Angriffe" - und warnte, man sollte die Dialogkultur zwischen Juden und Muslimen in Österreich nicht gefährden.

Schakfeh wies auch "aufs Schärfste die unqualifizierten Angriffe auf Omar Al Rawi zurück". Und er wandte sich dagegen, "rechtschaffene Menschen, aufrechte Antifaschisten" als "Hetzer ins Eck" zu stellen - oder "in Geiselhaft" zu nehmen für "jene zwei oder drei Gestalten, ... die außerhalb der Demonstrationskultur der Kundgebung agierten". "Inakzeptable Plakattexte" verurteile die IGGiÖ ebenso wie die Demo-Veranstalter. Und "selbstverständlich sind auch jegliche Übergriffe auf Juden in aller Entschiedenheit zu verurteilen", betonte Schakfeh.

Er wies es aber zurück, die Strategie der Demonstration pauschal als "antisemtisch" zu diffamieren. Damit sollten wohl die "bequemen Denkschranken aufrechterhalten werden, mittels derer die Politik Israels niemals kritisch infrage zu stellen" sei, so Schakfeh.

(APA)

Kommentar posten
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standardniveau
00
28.8.2010, 11:57
sind die palistinänser keine semiten ?

msm
00
20.9.2010, 15:48
Niveau gefragt....

Antisemitismus ist Oberbegriff, Synonym für pauschale Judenfeindlichkeit.
Antizionismus ist Ablehnung des politischen Zionismus und des Staates Israel.
Meint man den Islam, so nennt man diese Abneigung hingegen: Islamischen Antisemitismus.
Einfach genug?

standardniveau
10
25.9.2010, 18:24
eine schöne eigendefinition

Serapis
05
26.6.2010, 10:49
Von wegen Israel/"Mavi Marmara"-Kritik


http://diepresse.com/home/poli... ern.portal

Außerdem: Heute um etwa 12.15 Uhr, "Im Journal zu Gast" im Ö1 hören!

Gut und dann...?
21
22.6.2010, 08:56
Bravo!

hansi goldach
 
12
22.6.2010, 04:03

frage mich, ob denn der restliche wiener gemeinderat
die hammelherde des al-rawi sein koennte.

Kuffner
510
19.6.2010, 21:57
Staatsposter unterwegs?

Ich glaube, dass die israelische Botschaft hier zur Verteidigung von Musicants Untergriff unterwegs ist!

zwergleviathan
67
18.6.2010, 19:57
vor den Frauen und Kindern mit den türkischen Fahnen

habens Angst?

http://www.youtube.com/watch?v=S... re=related

das waren sicher voll die AntisemitInnen

http://www.youtube.com/watch?v=o... Zi2bQ&NR=1

und Hakenkreuze sieht man auch so viele

Diffamiere die Extremisten die überall am Rand mitlaufen und die Kritik an sich ist diffamiert, selbst wenn sie nicht dem Extremismus entspringt

ist ja auch net jeder politisch links orientierte ein Vermummter Steinewerfer vom "autonomen Schwarzen Block"?

oder doch?

msm
00
26.9.2010, 08:26
Angst haben?

...Eine gefährliche Frage, Angst vor der Wahrheit, Angst vor Unterwanderung, Angst vor Rassismus,
Angst vor radikalem Islam, Angst vor einer intoleranten Religion.
...Eine gefährliche Antwort, wie reagiert man darauf? Toleriert man türkische Fahnen, gewaltbereite Demonstrationen in Europa, welche Lösungen bieten sich an. Handelt es sich um einen Protest gegen die Politik des Staates Israel, also um Antizionismus, oder sehen wir hier reinen Judenhaß, Antisemitismus. Sind wir bereit, diesen Haß zu tolerieren, oder mit aller Vehemenz dagegen vorzugehen, die Ursachen dafür, im Rahmen unserer Möglichkeiten, in Österreich, in der EU, zu entfernen?

Der Weise von Zion
83
19.6.2010, 18:28

sie waren wohl dabei, bei ihrem bemühen um verharmlosung von antisemitismus

zwergleviathan
48
20.6.2010, 15:26
nein, aber verleumdungen ihrerseits dulde ich ebensowenig

lernen sie bitte sinnerfassend zu lesen

dann könnten sie sich ihr polemisches Geblubber sparen

Timagoras
 
92
22.6.2010, 00:00
"dann könnten sie sich ihr polemisches Geblubber sparen"


Ihre diktion richtet sich selbst.

wer keine argumente hat, muss zum argumentum ad hominem greifen .....

Timagoras
 
72
19.6.2010, 18:27


wer hat Ihnen denn so was schlimmes angetan, dass Sie sich so wutentbrannt quasi in diese "schlacht" stürzen?

Coimbra
34
"wer keine argumente hat,..."

Die Kritik des Vorposters dürfte Sie und IKG in Ihrer Velrogenheit getroffen haben.

Wenn irgendjemand hier im Forum "wutentbrannt" auftritt, sind es wohl Sie selbst?

zwergleviathan
43
18.6.2010, 19:53
Israel bedroht explizit die Türkei

und demonstrierende Türken sind damit automatisch Antisemiten?

vielleicht bedingt die Dynamik von Demonstrationsveranstaltungen überall und in jeder politischen Richtung die Manifestation radikaler und extremistischer Strömungen

ob die Wahrnehmung einzelner Elemente als Grundstock für die Unterstellung einer bestimmten Ausrichtung aller Teilnehmer verwendet werden darf ist fraglich

faktisch bedingt jedoch die Argumentation der Demo-Gegner immer eine Generalisierung der subjektiven Perspektive

Al Rawis Rede war in keiner Weise antisemitisch

daß Leute sauer reagieren wenn man droht ihren Präsidenten mitzuversenken wenn er eine Schiffsreise nach Gaza vorhätte kann man verstehen

Wer Warum Wann auf der Demo war weiss keiner von uns genau

Göttin Nicotina
13
17.6.2010, 16:15
Den Ankündigungen müssen aber auch Taten folgen:


http://news.yahoo.com/s/ap/2010... a_blockade

Glacis
33
17.6.2010, 16:07
Ist das Transparent,

auf dem das Hakenkreuz mit dem David-Stern "gleichgesetzt" geworden sein soll, nur irgendwo fotografisch festgehalten?

Das stümperhafte Pappschild über AH gibt es ja bei YouTube zu sehen

http://www.youtube.com/watch?v=M... anslated=1

(fast gleich am Anfang).

R. Gallenberg
24
22.6.2010, 09:32
Keine Antwort?

Da diejenigen, die hier lautstark "Antisemitismus" bei den beiden Demonstrationen geltend machen, Ihnen einen wichtigen Beleg schuldig bleiben, müssen wir wohl Verdacht schöpfen, dass die Behauptungen medienwirksam aus der Luft gegriffen sein könnten.

Nicht schön!

neural forex
415
17.6.2010, 15:50

kann der typ eigentlich NIE die schnauze halten?

a grünes stricherl
 
61
oh die juden sollen also die schnauze halten wenn nach hitler gerufen wird

ok ... botschaft angekommen.

Der Weise von Zion
102
19.6.2010, 18:27

nun, sie schnauzbartadorant, solange es solche wie sie gibt, nicht

Timagoras
 
103
18.6.2010, 00:18
"kann der typ eigentlich NIE die schnauze halten?"


ja.

sowas wird hier frenetisch "begrünt".

hier hat wohl schon vor einiger zeit eine fusion von "kroneleserbriefschreibern" und standardpostern stattgefunden ;o)





fabrikant
18
17.6.2010, 14:44

Sich zuerst für (muslimische) Zuwanderung stark machen und dann über das Ergebnis empört sein ist nur peinlich.

mane123
63
17.6.2010, 15:16

Peinlich ist eher das sie dem ganzen nichts besseres als Fremdenfeindlichkeit entgegen zu setzten haben.

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