Fleischhacker: Politik-Berichte "radikal" kürzen

16. Juni 2010, 12:18
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"Presse"-Chefredakteur zeigt Verständnis für Politik-Verdrossenheit - Diskussion anlässlich Buch-Neuerscheinung

Wien - Ein Leben ohne Politik - ist das überhaupt möglich? Für rund 30 Prozent durchaus, denn zu diesem Ergebnis ist die Tiroler Journalistin Nina Werlberger in ihrem Buch "Verweigerer - Leben ohne Politik" gekommen. Bei einer Diskussionsveranstaltung am Dienstag schlug "Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker vor, die Politik-Berichterstattung "radikal" zu kürzen - auf das Wesentliche und das Relevante.

"Ich mache mir eher Sorgen um die Geisteskraft jener, die nicht verdrossen von der Politik sind", zeigte Fleischhacker Verständnis für die Verweigerer. So hätten die Wahlergebnisse der vergangenen Jahre gezeigt, dass offenbar nur noch jene zur Urne schreiten, welche die Information verweigern: "Die Verweigerer wählen, die Interessierten nicht."

Er forderte, angesichts des "Affentheaters" in der Politik die Berichterstattung für zwei Wochen komplett "wegzulassen", räumte aber ein, das im eigenen Medium selbst nicht "zusammenzubringen". Der "Presse"-Chefredakteur ist der Meinung, dass sich die Menschen nicht der Politik verweigern, sondern den Personen und der Art, wie Politik gemacht wird. (APA/red)

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