Viele Jugendliche ohne Job

16. Juni 2010, 12:07
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Der Arbeitsmarkt erholte sich zwar leicht, die Zahl der Lehrlinge und der Vollzeitstellen ging aber deutlich zurück

Wien - Der österreichische Arbeitsmarkt hat sich im ersten Quartal 2010 leicht erholt. Insgesamt waren in den ersten drei Monaten 4,023 Millionen Personen erwerbstätig und 198.000 arbeitslos. Der Beschäftigungsrückgang im Jahresabstand, der vom zweiten bis zum vierten Quartal 2009 zu beobachten war, scheint damit gestoppt, teilte die Statistik Austria mit. Bei den unselbstständig Erwerbstätigen gab es jedoch immer noch einen Rückgang von 14.200 Personen - der Großteil davon waren Arbeiter.

Ein sattes Minus von 9.100 auf 130.400 gab es auch bei den Lehrlingen, wie es bei der Statistik Austria auf APA-Anfrage hieß. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) blieb im Jahresabstand unverändert bei 54.300, allerdings erhöhte sich ihre Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent.

Die Gesamt-Arbeitslosenquote blieb im ersten Quartal 2010 mit 4,7 Prozent auf dem Niveau sowohl des Vorjahres als auch des Vorquartals, ergab die Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria.

Zahl der Selbstständigen nimmt zu

Das Minus bei den unselbstständig Erwerbstätigen wurde durch den Zuwachs von 15.600 Selbstständigen seit dem Vorjahresquartal wieder ausgeglichen. Das Plus verteilte sich gleichmäßig auf Voll- und Teilzeitjobs.

Bei den unselbstständig Erwerbstätigen gingen vom ersten Quartal 2009 bis zum ersten Quartal 2010 hingegen 32.800 Vollzeitstellen verloren (16.100 Frauen und 16.700 Männer), dafür wurden rund 18.500 Teilzeitjobs (8.700 Frauen und 9.800 Männer) geschaffen.

Bei der Teilzeitquote ist die Geschlechterkluft nah wie vor sehr groß: 44,4 Prozent der unselbstständig beschäftigten Frauen, aber nur 7,5 Prozent der Männer hatten in den ersten drei Monaten des Jahres einen Teilzeitjob.

Der Beschäftigungsabbau im ersten Quartal traf vor allem Junge und gering Qualifizierte. Bei Erwerbstätigen bis 44 Jahren gab es einen Rückgang um 55.800 Personen, davon waren 19.800 zwischen 15 und 25 Jahre alt. Die Zahl der Erwerbstätigen mit Pflichtschul- oder Lehrabschluss schrumpfte um 39.800.

Bei der Männer-Arbeitslosigkeit hat sich der Anstieg im ersten Quartal 2010 etwas abgeschwächt. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent, die Zahl der Männer ohne Job um 5.000 auf 117.600. Die Frauen-Arbeitslosenquote ging leicht von 4,3 auf 4,1 Prozent zurück. In den ersten drei Monaten 2010 waren 80.800 Frauen ohne Job. Bei Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft sank die Arbeitslosenquote um 1,4 Prozentpunkte auf 9,3 Prozent, bei Österreichern stieg sie um 0,2 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. (APA)

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    Der Beschäftigungsabbau im ersten Quartal traf vor allem Junge und gering Qualifizierte.

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