iPhone 4: Vorbestellung führt zu Weitergabe privater Nutzerdaten

16. Juni 2010, 12:10
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Provider AT&T musste Account-System vom Netz nehmen - Zuvor "nicht getestetes" Sicherheitsupdate soll Auslöser sein

Bei der Vorbestellung des neuen iPhones kam es in den USA zu langen Wartezeiten und Sicherheitsproblemen, berichtet Gizmodo. Die Server des US-Exklusivanbieters AT&T kamen zum Absturz, außerdem seien Kunden - im Rahmen der Online-Vorbestellung des iPhone 4 - an fremde Benutzerdaten gelangt.

Erste Probleme

Bereits in den frühen Morgenstunden des 15. Juni soll es in den USA zu langen Wartezeiten vor AT&T-Geschäften gekommen sein. Ein Mitarbeiter von Gizmodo berichtet, dass in etwa "eine Vorbestellung alle 20 Minuten" funktioniert habe. Es sei im System des Unternehmens immer wieder zu einer Fehlermeldung gekommen, das Unternehmen aber habe reagiert. Wer sich das neue iPhone in einem AT&T-Shop reservieren wolle, müsse seine Telefonnummer und Kreditkarteninformation hinterlegen.

Sicherheitsprobleme

Dass es im Rahmen der Serverprobleme auch zu massiven Sicherheitslücken gekommen sei, bestätigen neben einem Unternehmensinsider auch zahlreiche Kunden. Beim Login über AT&T zur Vorbestellung des iPhone 4, sei es zu falschen Weiterleitungen gekommen. Benutzer hätten so Zugriff auf fremde Accounts und damit auf deren Adresse, Anrufe, Telefonrechnungen gehabt. Es sei schwierig gewesen den Fehler zu reproduzieren, da dieser nur gelegentlich aufgetreten sei, und das vollkommen willkürlich. So konnte es einem Nutzer passieren, dass er sich bei mehreren fremden Accounts hintereinander einloggte.

Serverupdate

Ein nicht näher genannter Mitarbeiter, eines AT&T-Partnerunternehmens, führt das Problem auf ein Serverupdate zurück. In der Nacht von Samstag auf Sonntag habe es ein zuvor "definitiv nicht getestetes" Sicherheitsupdate für die AT&T-Server gegeben, dieses hätte die Fehler letztlich verursacht. Unternehmensintern sei es bei allen Systemen und Programmen zu Fehlern gekommen, außerdem könne AT&T Bestellvorgänge zurzeit nicht automatisiert entgegennehmen und bearbeiten. Die unfreiwillige Weitergabe der Benutzerdaten ist auf ein Datenbankproblem zurückzuführen, erklärt der Mitarbeiter.

Aktuell

Nachdem der Fehler bekannt wurde nahm AT&T das eigene Account-System kurzzeitig vom Netz, mittlerweile ist dieses wieder online, allerdings ohne die Vorbestellungsmöglichkeit für Apples neues iPhone. Zu einer Stellungnahme der beiden Unternehmen, hinsichtlich des Problems, ist es bislang nicht gekommen.

Bereits vor einiger Zeit kam es bei AT&T zu einer Datenpanne, damals ergatterten Hacker mehr als 100.000 Nutzerdaten von iPad-Usern.(red)

  • Diese Fehlermeldung mussten zahlreiche AT&T-Kunden hinnehmen.
    foto: gizmodo

    Diese Fehlermeldung mussten zahlreiche AT&T-Kunden hinnehmen.

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