Office 2010 ohne Upgrade-Möglichkeit

16. Juni 2010, 13:18
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Experte kritisiert Vorgehen des Unternehmens - Preispolitik gehe auf Kosten loyaler Nutzer

Seit 15. Juni ist Microsofts Office 2010 auch für Privatkunden in Österreich erhältlich, allerdings nicht als Upgrade. Benutzer von Office 2007 können ihre Software Suite nicht gegen einen geringeren Preis aktualisieren, sondern müssen die Retail Version zum Vollpreis erstehen - darüber beschwert sich Suchmaschinen- und Technik-Experte Danny Sullivan in seinem Blog.

Begründung

Microsoft erklärte gegenüber dem WebStandard, dass man das "Office 2010 Angebot vereinfachen" wolle, deshalb sei das Upgrade einer früheren Version auf die neue Office Suite nicht möglich.Auf Nachfrage wurden außerdem die schlechten Verkaufszahlen als Grund für die neue Preispolitik angeführt. Immerhin würde es sich bei mehr als der Hälfte aller verkauften Office Pakete um eine Home & Student Version handeln, bei welcher ein Upgrade in der Vergangenheit ohnehin nicht möglich gewesen sei. Wer Office 2007 zwischen 5. März und 30. September erstanden hat, dürfe dafür ein kostenloses Upgrade durchführen.

Kein Upgrade

Dass Microsoft sich mit einer Vereinfachung des Produktangebotes gegenüber Privatkunden rechtfertigen will, sei für Sullivan unverständlich. Wolle man nicht für Verwirrung sorgen, so sollte man an anderen Stellen ansetzen. Mit zwei "Home"-Versionen - Home and Student sowie Home and Business - und überhaupt dem Angebot drei unterschiedlicher Pakete, würde man ohnehin für wenig Übersicht sorgen.

Benutzergruppe

In den Augen Sullivans würde Microsofts Preispolitik primär loyale Nutzer treffen, welche seit vielen Jahren regelmäßige Versions-Upgrades durchführten. Er sah es als eine Art "Belohnung" und auch der Preisunterschied sei für ihn persönlich nicht unwesentlich. Auf der anderen Seite sieht Sullivan ein, dass es sich bei Office jedes Mal um ein "neues Produkt" handelte, und nicht um ein "Upgrade".

Kostenlose Alternativen

Sullivan wirft auch die Frage der Sinnhaftigkeit einer kostenpflichtigen Office-Version auf. Mit Google Docs und Microsofts Office Web Apps stünden im Internet kostenlose Alternativen zur Verfügung, diese seien als ernsthafte Konkurrenz für Office 2010 zu sehen. "Warum sollte ich Microsoft einen höheren Preis bezahlen, wenn mir das Unternehmen einen Großteil der Software umsonst zu Verfügung stellt", fragt der Experte.

Lizenzunterschiede

Sollte man zu Office 2010 greifen, rät Sullivan strikt vom Erwerb einer sogenannten Product Key Card ab. Meist befindet sich eine vorinstallierte Office-Version auf Fertig-PCs oder Laptops, alternativ gibt es auch eine Version für den Einzelhandel. Zwar spare man dadurch Geld, doch gelte die Lizenz nur für einen Computer. Möchte man System wechseln, oder verfügt neben seinen Desktop Computer auch über einen Laptop, bedarf es einer zweiten Lizenz. Anders bei der herkömmlichen Retail Version, wo Microsoft die Installation auf Desktop-PC und zusätzlich einem mobilen Gerät ausdrücklich gestattet.

Österreich

Office 2010 ist in Österreichs Einzelhandel in drei Versionen erhältlich: Home and Student für 139 Euro, Home and Business für 379 Euro und Professional für 699 Euro. Außerdem gibt es die gleichen Versionen mit Product Key Card für 109 beziehungswesie 249 oder 499 Euro, jene für Studenten, Schüler und Lehrer kostet 59 Euro. (red)

  • Office 2010 wird in drei verschiedenen Retail Versionen angeboten.
    foto: microsoft

    Office 2010 wird in drei verschiedenen Retail Versionen angeboten.

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