Britin starb nach Transplantation einer Raucherlunge

16. Juni 2010, 09:42
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Patienten dürfen "keine brandneuen Organe erwarten"

London  - Einer britischen Frau sind zwei Lungenflügel eines Spenders eingesetzt worden, der 30 Jahre lang geraucht hatte. Die Familie der inzwischen verstorbenen 28-Jährigen war entsetzt, als sie das erfuhr und reichte eine Beschwerde ein. Die Frau hatte an Mukoviszidose gelitten. Im Februar 2009 wurden ihr beide Lungenflügel transplantiert, nachdem sich ihr Gesundheitszustand massiv verschlechtert hatte. Mukoviszidose ist eine unheilbare Stoffwechselkrankheit, die zu einer verschleimten Lunge führt. Bei fortgeschrittenem Verlauf ist eine Transplantation häufig der letzte Ausweg. Im Juli starb die Frau an einer Lungenentzündung.

"Normale Funktion" möglich

Chris Rudge, der Chef des britischen Transplantationsprogramms, verteidigte die Entscheidung und sagte der BBC, dass Patienten keine brandneuen Organe erwarten dürften. Außerdem sagte er, die "Lungen eines Rauchers können ganz normal funktionieren."  Der University Hospital of South Manchester NHS Foundation Trust erklärte, die Ärzte seien den nationalen Richtlinien gefolgt. "Weil Spenderlungen extrem selten sind, und 30 Prozent der Empfänger sterben, bevor sie eine Transplantation bekommen, haben wir und andere Transplantationszentren unsere Kriterien erweitert."

Wegen des Abstands von einem halben Jahr zwischen Transplantation und Tod der Frau sei ein Zusammenhang mit der Organspende in dem britischen Fall unwahrscheinlich. Am gefährlichsten für Transplantationspatienten sei nach wie vor der Mangel an Spenderorganen.

 

Die Familie der Verstorbenen forderte, dass Patienten mehr Informationen über die Organspender erhalten sollten, bevor sie einer Transplantation zustimmen. (APA)

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