Sintflutartige Regenfälle - Bereits 19 Tote

17. Juni 2010, 08:14
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Es ist das schwerste Unwetter in der Region seit über 170 Jahren - Stadt Draguignan steht unter Wasser

Draguignan - Bei schweren Überschwemmungen sind in Südfrankreich mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte Bewohner und Touristen mussten mit Hubschraubern und Booten in Sicherheit gebracht werden und die Nacht in Notunterkünften zubringen, wie die Behörden im Bezirk Var am Mittwoch mitteilten. Es ist das schwerste Unwetter in der Region seit über 170 Jahren. Laut Außenministerium gab es bis Mittwochabend keinen Hinweis auf betroffene Urlauber aus Österreich.

Draguignan steht unter Wasser

Die Stadt Draguignan steht zu weiten Teilen unter Wasser. Autos treiben durch die Straßen. Teilweise ist das Wasser auf den Straßen zwei Meter hoch angewachsen. "Innerhalb weniger Minuten war hier alles 60 Zentimeter tief überschwemmt", berichtete ein AFP-Reporter am Mittwoch Vormittag. "Inzwischen sind wir bei zwei Meter angelangt."

Campingplätze evakuiert

Am schwersten von den Überschwemmungen betroffen ist das Department Var an der Mittelmeerküste. Acht Campingplätze wurden evakuiert, 1.200 Menschen mussten in Notunterkünften untergebracht werden. Stark betroffen waren auch Ortschaften wie Les Arcs und Roquebrune und der Badeort Frejus. In den betroffenen Ortschaften wacht die Polizei darüber, dass niemand plündert.

Bewohner warteten am Hausdach auf Rettung

Es gibt Meldungen, dass Menschen auf Gebäudedächern auf Hilfe warteten. An die 900 Betroffene mussten mit Hubschraubern aus der misslichen Lagen befreit werden. Zwölf Personen gelten noch als vermisst. 96.000 Haushalte sind noch immer ohne Strom, mehr als 13.000 ohne Telefon.

Häftlinge umgesiedelt

Die rund 430 Insassen der Haftanstalt bei Draguignan mussten in Sicherheit gebracht werden. Sie wurden in andere Gefängnisse in der Umgebung verlegt.

Zugverkehr zwischen Nizza und Toulon eingestellt

Der Zugverkehr zwischen Nizza und Toulon wird bis voraussichtlich Donnerstag eingestellt. Trotz vieler Straßensperren wurde der Flughafen Toulon-Hyeres wieder geöffnet. Ein Hochgeschwindigkeitszug mit 300 Passagieren an Bord auf der Strecke von Nizza nach Lille in Nordfrankreich musste seine Fahrt in Luc unterbrechen.

Sarkozy rief zur nationalen Solidarität auf

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy rief am Mittwoch zur nationalen Solidarität auf. Die Regierung müsse den Betroffenen alle nötige Unterstützung zukommen lassen. Innenminister Brice Hortefeux will in die Region reisen. Mehr als eintausend Rettungskräfte sind in der bergigen Region an der Mittelmeerküste im Einsatz.

Ein derart schlimmes Unwetter in der Region gab es nach Angaben des französischen Wetterdienstes zuletzt im Jahr 1827. (APA)

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    Die Stadt Draguignan steht unter Wasser. Durch die Straße treibende Autos werden oft nur an großen Hindernissen gestoppt

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    Draguignan gleicht einem Autoschrottplatz

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    Auch Feuerwehrautos stehen in den Fluten und können nicht eingesetzt werden. Im Bild: Region Var

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    Das kleine Gewässer in Draguignan wurde zu reißenden Fluten

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