Rumänen spießen ihre Regierung auf

15. Juni 2010, 22:15

Turbulenter Protest gegen Sparpläne vor dem Parlamentspalast von Bukarest

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foto: epa/mihai barbu
Vor dem Parlamentsgebäude versammelten sich am Dienstag während der Parlamentssitzung etwa 2.000 Gewerkschaftsvertreter und Pensionisten, die den Sturz der Regierung sowie von Staatspräsident Traian Basescu forderten.

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Dabei kam es auch zu Handgreiflichkeiten zwischen Sicherheitskräften und Protestierenden. Diese waren sichtbar aufgebracht über die geplanten Sparmaßnahmen im öffentlichen Sektor.

Foto: AP/Vadim Ghirda)

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Die Demonstranten zündeten auch das Konterfei von Staatspräsident Traian Basescu an. Die Beamtengehälter sollen nach den Plänen der Regierung um 25 Prozent, Gehälter um 15 Prozent gekürzt werden. Auch Sozialleistungen wie Arbeitslosen- und Kindergeld werden um 15 Prozent verringert.

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Auch den Vergleich mit Adolf Hitler musste Basescu über sich ergehen lassen. Der ältere Mann rechts schaut ob des auf einem Bild mit Zweifingerbart und Seitenscheitel umgestalteten Staatspräsidenten allerdings eher skeptisch.

Foto: AP/Vadim Ghirda

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Derweil scheiterte im Inneren des Gebäudes der Misstrauensantrag gegen die Regierung. Damit versuchten die oppositionellen Sozialdemokraten (PSD) und die Nationalliberalen (PNL) die von der Regierung angekündigten Sparvorhaben zu verhindern.

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Nur fünf Stimmen fehlten nach ersten inoffiziellen Auszählungen der Opposition, um das Kabinett des liberaldemokratischen Premier Emil Boc (PDL) zu stürzen. Für ein erfolgreiches Durchbringen des Misstrauensantrags wären mindestens 236 Stimmen notwendig gewesen.

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Die WM ist derzeit überall. Ein Mann trug inmitten der in roten Kutten gekleideten Menschen ein Trikot des argentinischen Fußballspielers Lionel Messi.

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Die Demonstranten äußerten sich äußerst symbolhaft. Ein Prosteriernder bearbeitet mit einer Kneifzange die Nase einer Puppe, die stellvertretend für die Ministerriege Rumäniens stehen soll.

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Ein Rumäne verkleidete sich als der Tod.

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Bei den Auseinandersetzungen mit der Polizei verletzte sich eine Frau an der Hand.

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Die Demonstranten schafften es schließlich die Absperrungen der Sicherheitstruppen zu durchbrechen und versuchten, ins Parlamentsgebäude einzudringen, was ihnen allerdings nicht gelang.

Foto: AP/Vadim Ghirda)
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Auch die Feuerwehr musste anrücken.

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Das Ende vom Lied. Zerstörte Puppen liegen auf dem Asphalt vor dem Parlamentsgebäude vor den Füßen einer Reihe von Sicherheitskräften.

Foto: Reuters/Bogdan Cristel
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Ein Mann schwenkt eine etwas eigenwillig umgestaltetete Staatsflagge - mit einem 'V' als Wappen.

Foto: Reuters/Bogdan Cristel

(anba, derStandard.at, 15.6.2010)
Kommentar posten
15 Postings
Der Alte vom Berge
00
NOCH sind es Puppen.

^^

StandardLeser2
00
So viel Hass und Gewalt !!!!!!

schrecklich :-(

Grammelschmalzbrot
00
17.6.2010, 11:07
Willkommen in Europa!

lukav jez
15
16.6.2010, 08:50

Sehr eigenartige Bildtexte, das beginnt schon beim Titel: "Rumänen spießen ihre Regierung auf", dabei nehmen "die" Rumänen bloß ihr demokratisches Recht, gegen die Einsparungen der Regirrungen zu protestieren, in Anspruch.
Und weiter unten: "Bei den Auseinandersetzungen mit der Polizei verletzte sich eine Frau an der Hand." war der/die TexterIn dabei? Wurde die Frau nicht vielleicht doch von der Polizei verletzt? Das 2. Bild zeigt immerhin, dass die Polizei nicht zimperlich vorgegangen ist.
In Rumänien wie auch anderswo: Wir zahlen nicht für eure Krise!

leaping frog
20
17.6.2010, 12:24
anscheinend waren sie aber dabei.

Randalf X.
31
16.6.2010, 15:53
Es war einmal vor vielen hundert Jahren ...

... ein Graf namens Vladimir Dracul in den fernen Karpaten. Dieser lies 1000de Türken auf mehreren Meter langen Holzspießen pfählen und als Wald vor den heranrückenden türkischen Truppen aufstellen. Der Sultan sah dies und war so entsetzt davon (seine Truppen wahrscheinlich auch), daß er wieder abzog.

Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Vlad... handlungen

Die Demonstranten dürften sich an ihrem Ahnherren ein Beispiel genommen haben.

StandardLeser2
01
daran hab ich auch denken müssen

schrecklich, dass hier einige Poster das Pfählen auch noch begrüßen und als Demostrationsrecht beklatschen..

Mormoloc
00
25.6.2010, 08:45
Der hieß Vlad, seines Namens der Dritte, und nix Karpaten - Walachei.

Tztztz...

Tazmanian Devil
02
17.6.2010, 12:51
Es war einmal vor............

also ich glaube nicht, dass er ''VLADIMIR'' genannt wurde sondern wie du überall entnehmen kannst ''VLAD Draculea TEPES''--> siehe Wikipedia,.......... nicht besonders schlau von DIR.

Ava Tar
012
15.6.2010, 23:32
Die rumänische Bevölkerung

hat eine bemerkenswerte Tradition im Umgang mit Regierenden, die allzu sehr gegen das Volk regieren. Sie sollten sich mehr in Europa einbringen.

Mormoloc
00
25.6.2010, 08:46
Gar keine Tradition haben die - Capul plecat sabia nu-l taie.

voigt-kampff
13
16.6.2010, 10:02
Ich denke da auch an...

einen großen Sohn Rumäniens, der ja die Kunst, einen Einlauf mit dem Holzpfahl vorzunehmen, geradezu meisterlich beherrscht hat...

Mormoloc
00
25.6.2010, 14:05
Da es Rumänien als Staat erst seit (großzügig gesehen) 1859 gibt - an wen denken Sie?

voigt-kampff
00
28.6.2010, 17:05
Ach, sind'S doch nicht so spießig!

Herr und Frau Österreicher
 
19
16.6.2010, 10:00

Ja - obwohl es lange eigenartig ruhig war im Land!
Europa muss Griechenland und Rumänien werden...

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