Disharmonie in der Hörstadt

15. Juni 2010, 19:17
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foto: linz 09

Linz - "Eine unglaubliche, internationale Blamage". Peter Androsch ist von der Linzer Stadtpolitik schwer enttäuscht. Dieser Tage musste der ehemalige Linz-09-Musikchef erfahren, dass vonseiten der Stadt kein Interesse an einer Finanzierung des höchst erfolgreichen Kulturhauptstadtprojekts "Hörstadt" besteht. Betroffen davon ist vor allem das so genannte Akustikon, nur wenige Schritte vom Hauptplatz entfernt in der Linzer Pfarrgasse. Mit 30. Juni ist die, auch international erfolgreiche, Reise ins Ohr zu Ende und dem Klang- und Forschungsraum im Herzen von Linz wird für immer der Ton abgedreht.

Zur Weiterführung hatte Androsch ein Finanzkonzept ausgearbeitet, an dem sich aber weder Stadt noch Land (jeweils 125.000 Euro pro Jahr, Gesamtbudget Akustikon: 650.000 Euro) beteiligen wollten. Offizielle Begründung: Beim Bund und der Linzer Bruckner-Universität sei man in Sachen Mitfinanzierung auf taube Ohren gestoßen. "Es ist durchaus auffällig, dass sich die groß angekündigte Nachhaltigkeit von Linz 09 offensichtlich nur auf traditionelle Institutionen beschränkt", ärgert sich Peter Androsch. (mro/DER STANDARD, Printausgabe, 15. Juni 2010)

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