STANDARD-Interview

"Die Vuvuzela ist definitiv mehr als ein Krachmacher"

15. Juni 2010, 18:41
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Der Jazz-Saxofonist Wolfgang Puschnig hat sich an der Vuvuzela schon versucht. Warum die Tröten ihre Berechtigung haben, erzählt er im STANDARD-Interview

Standard: Der Klang der Vuvuzelas wird mit zum Teil abenteuerlichen Dingen assoziiert - mit verzweifeltem Babygeschrei, Hornissennestern, gar Elefantenwinden. Womit assoziiert ihn das geschulte Ohr, womit assoziieren Sie ihn?

Puschnig: Mit Begeisterung.

Standard: Vuvuzela heißt in der Sprache der Zulu so viel wie "in Musik duschen". Ist das Musik, oder anders gefragt, was ist Musik?

Puschnig: Das ist eine sehr gute Frage, die eigentlich nur ein Philosoph beantworten kann. Ich finde aber, dass diese Klänge nicht allzu viel mit Musik zu tun haben.

Standard: Dennoch haben Sie auf Ihrem Institut für Popularmusik an der Uni einem Workshop Raum gegeben, der die Bildung eines Vuvuzela-Orchesters zum Ziel hatte. Was ist daraus geworden?

Puschnig: Ich habe das unterstützt, aber ich weiß gar nicht, ob es jetzt ein Orchester gibt. Ich glaube, die Nachfrage war nicht rasend.

Standard: Spielen Sie übrigens selbst die Vuvuzela?

Puschnig: Ich habe es schon probiert, und es ist gar nicht so leicht, einen gescheiten Ton aus dem Ding herauszubringen. Leute, die Blechblasinstrumente wie Trompete spielen, sind da im Vorteil.

Standard: Sie spielen aber ein Instrument, das im Porgy & Bess wie die Vuvuzela "Tröte" genannt wird.

Puschnig: Nur in Ermangelung anderer Bezeichnungen. Das ist ein koreanisches Doppelrohrblasinstrument, hat aber mit Vuvuzelas nichts zu tun.

Standard: Ist die Vuvuzela mehr als bloß ein Krachmacher?

Puschnig: Sie ist definitiv mehr als ein Krachmacher. Ich selbst bin kein Fußball-Fanatiker, aber in den Stadien scheint mir das schon passend zu sein.

Standard: Der Eindruck entsteht aber nicht, wenn man sich den Fernsehton der WM-Spiele so anhört. Das ist ein einheitliches Tröten, mal leiser, viel öfter aber lauter. Kann man da überhaupt verschiedene Töne produzieren?

Puschnig: Dadurch, dass es organisiert ist, kriegt es natürlich mehr Power. Aber man kann schon verschiedene Töne erzeugen. Es richtet sich nach den Größen der Dinger und danach, wie sie kombiniert werden. Das wird in afrikanischen Kulturen auch mit verschiedenen Flöten gemacht, mit bestimmten Abfolgen. Das erinnert dann zum Beispiel auch an Marimbas, diese Schlaginstrumente, die ja auch aus Afrika kommen.

Standard: Trotzdem sorgen sie für Diskussionen. Die WM-Spieler verstehen ihr eigenes Wort nicht mehr, die TV-Zuschauer beschweren sich über den Dauerlärm bei den WM-Spielen, und mit Hinweis auf mögliche Gehörschäden wird ein Vuvuzela-Verbot in den Stadien gefordert. Berechtigt?

Puschnig: Verbote wären schwer übertrieben. Das ist eben etwas, das nicht aus unserer Kultur kommt, deshalb wird es abgelehnt. Lärm in Stadien ist ja wirklich nichts Ungewöhnliches, da gibt es Sirenen, die viel lauter sind, es wird getrommelt und gepfiffen. In dieser Art sind früher Kriege unterstützt worden, das ist ja nicht so weit weg vom Fußball. Diese Art der Lautäußerung entspricht der menschlichen Natur. Und wenn man über mögliche Schäden spricht - bei Übertragungen kann das kein Problem sein, man kann ja jederzeit leiser drehen. Und sonst ist jedes Rockkonzert ärger.

Standard: Viel Aufregung also um relativ wenig?

Puschnig: Nach der WM ist das eh wieder vorbei. Ich finde jedenfalls, dass es viel gescheiter ist, man bläst in die Vuvuzela, als man haut seinem Nachbar eins über den Schädel.

Standard: Ein Frage muss schon noch sein: Wer wird Weltmeister?

Puschnig: Keine Ahnung, das Turnier entwickelt sich ja erst. Ich hoffe, dass es eine afrikanische Mannschaft wird, aber ich fürchte, das wird es nicht spielen. (Sigi Lützow, DER STANDARD, Printausgabe, Mittwoch, 16. Juni 2010)

Zur Person:

WOLFGANG PUSCHNIG (54) aus Klagenfurt ist einer der bedeutendsten Jazz-Saxofonisten Europas. Das Gründungsmitglied des Vienna Art Orchestra spielt Altsaxofon, Flöten und Bassklarinette, aber nur sehr selten Vuvuzelas. Puschnig ist Vorstand des Instituts für Popularmusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst. Der dort angebotene Vuvuzela-Workshop wurde von bis zu sieben Personen besucht, gebar kein Orchester. Wohl aber gibt es in Tirol eine sporadisch spielende Formation aus Mitgliedern der Stadtmusikkapelle Hötting.

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ordo ab chao
11
18.6.2010, 00:39
die vuvuzelas nerven einfach nur!

ich war nur froh, dass heut bei frankreich - mexiko wenig bis nix davon zu hören war.

MajorTom11
00
18.6.2010, 08:32
Soundtechnisch

war dieses Spiel für mich das erste richtige Fußballspiel ... man konnte sogar Fan-Gesänge hören und unterschiedliche Lautstärken bei gelungenen Aktionen ausmachen.

Stefan_1982
00
17.6.2010, 14:31

Hier gibts es auch feine Soundproben, inkl. Text: http://www.blois.at/2010/05/1... s-sommers/

xxhour666
00
17.6.2010, 10:48

http://www.heise.de/newsticke... 24063.html

Sicher nicht aufgrund von Kundenbeschwerden ;)

fahrenheit 451
00
17.6.2010, 12:56

gibts bei ard, zdf und orf auch schon ^^

alest99
31
17.6.2010, 06:36
Einfach nur geil

Ich kann nur sagen die vuvuzela und ihr lärm sind einfach nur geil!

Emil Sacklinger
 
00
17.6.2010, 10:25
vuvuzela forever

trööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööt!

2010sdafrika
10
16.6.2010, 22:50
Umfrage zur Vuvuzela

Schon hat die Fußball-WM 2010 begonnen, da taucht für so manchen Fußball-Fan eine negative Begleiterscheinung auf – die Lärmkulisse der Vuvuzela. Der „Krachmacher“, so die wörtliche Übersetzung aus der Sprache isiZulu, eröffnet dem Zuschauer ein Erlebnis der afrikanischen Art und untermauert die Freude der südafrikanischen Fans am Fußball. Andererseits kann die Geräuschkulisse der Vuvuzela für so manche Erkrankungen verantwortlich sein.

Ich möchte daher auf einen Artikel und zu einer Umfrage im Südafrika-Portal hinweisen. Was haltet ihr von der Vuvuzela?
http://2010sdafrika.wordpress.com/2010/06/1... -vuvuzela/

alfred miller
01
16.6.2010, 18:14
Sky mit neunem Filter

Angeblich hat Sky einen Tonfilter entwickelt, der ab sofort eigesetzt wird und die gewohnte Stadienatmosphäre liefern soll

Easy Rawlins
00
16.6.2010, 21:37

Der funktioniert tatsächlich sehr gut. Zwischen ORF und Sky umschalten ist jetzt ein ein gewaltiger Unterschied für die Ohren.

Für jene, die kein Sky haben, kann man nur hoffen, dass der ORF da bald nachzieht.

fahrenheit 451
00
16.6.2010, 19:44

probier es doch einfach mit orf hörfilmspur. ist 42,90 im monat gespart.

c1at
01
16.6.2010, 16:40
lieber das

wespengetöse als das übliche prolo-gebrüll.

diskdusk
 
00
16.6.2010, 16:21

Mich nervt dieses ständige Summen und Brummen im Ohr auch schon. Man sollte das Vuvuzela-Gejammere verbieten, das ist intellektuelle Körperverletzung!

Das wichtigste Posting das Sie je lesen werden
02
16.6.2010, 16:09

Ich find die Dinger super! Sollen sich die Fussballdeppen doch gegenseitig in Grund und Boden tröten!

Andreas Oweler
00
16.6.2010, 15:29
Mein Nachbar hat sich extra zur WM ein neues TV mit vollem Pfund HDTV zugelegt

Jetzt hat er eine Bildauflösung welche sogar Blinde sehen lässt und einen Ton wie zu Kaiser Wilhelms Zeiten.

Arme Sau :-)

Whateverman
13
16.6.2010, 15:26

Zu der Stimmung im Stadion fällt mir nur frei nach Herbert Prohaska ein: "Da san a paar Hu**ki*der dabei"

Synchronschachklub "Rudolf Nurejew"
06
16.6.2010, 15:20
vuvuzelas und heinz prüller = fußball-formel 1

wenn zum vuvuzela-monotongetröte noch heinz prüller auf seine datenbank des belanglosen wissens zugreifen und daraus zu jedem spieler, trainer, schiri und fifa-funktionär alles vorlesen würde, was wir nie über sie wissen wollten - besonders, wenn gerade ein tor fiele -, dann hätten wir endlich fußball-formel 1!

Andreas Oweler
22
16.6.2010, 15:10
Der Fussball ist zu GAST in Afrika

und mit ihm über eine Mrd. Fussball-Fans in aller Welt an den TV - Geräten, die Fussball FEIERN möchten. Wie hier der Gast in Afrika behandelt wird, ist in meinen Augen grenzwertig. Denn als Gastgeber sollte man doch bemüht sein, dass der Gast sich wohl fühlt, auch die Gäste an den TV-Geräten. Aber hier muss der Gast auf die Untriebe des Gastgebers aus fadenscheinlichen kulturellen Gründen Rücksicht nehmen und dieses akustische Körperverletzung hinnehmen, wenn er die Spiele miterleben möchte. Für mich steht fest, die schlechteste WM aller Zeiten und das unabhängig davon, welche Elf den Titel holt. Afrika beleidigt die über eine Mrd. Fussballgäste aus aller Welt an den TV-Geräten, indem es nicht gewillt ist, dass Übel zu beseitigen.

Emil Sacklinger
 
00
17.6.2010, 10:46
gastfreundlichkeit pur


die südafrikaner sind selten gastfreundlich - die verlieren aus purer gastfreundschaft; lassen wir ihnen doch den genuß des fröhlichen trötens.

king of prussia golf association
01
16.6.2010, 17:07

ja, das ist natürlich ein gutes argument.

fußball fußt ja konzeptionell auf nichts anderem als auf gastfreundsschaft.
besonders gut kann man dieses konzept ja daran erkennen, daß im normalfall immer die gastmannschaft besonders angefeuert wird, gegenerische hymnen mitgesungen und nicht ausgepfiffen werden.
in england war es ja auch lange gang und gebe, mit gegnerischen hools ein oder zehn bierchen zu kippen, und dann gemeinsam singend ins stadion zu marschieren.

ja und auch neutrale zuseher bejubeln alle beteiligten mannschaften, besonders gut war das ja bei der letzten EM zu sehen, als das generöse österreichische publikum die mannschaft deutschlands gefeiert hat.

diskdusk
 
01
16.6.2010, 16:27

Und wie würden Sie sich als Gastgeber fühlen, wenn Sie versuchen gute Stimmung zu machen und dann kommen die "Gäste" (die in Europa in ihren Wohnzimmern sitzen) und haben NICHTS über das Turnier zu sagen außer Gejammere dass einem die Euphorie der Gastgeber akkustisch nicht zusagt und dass bitte alles was dem europäischen Ohr nicht gewohnt erscheint zu verbieten ist. Das ist RESPEKTLOS. Auch ein Gast muss gewisse Verhaltensregeln einhalten.

Mir geht das einheitliche Brummen auch auf die Nerven, aber bei verbitterten Misanthropen wie Ihnen werde ich bald zum Vuvuzela-Fan.

Das wichtigste Posting das Sie je lesen werden
22
16.6.2010, 16:07

Na genau, wenn mia im Ausland san, dann muss gefälligst ein Schnitzel am Teller liegen und die Leut sollen deutsch reden, weil wir sind schließlich GAST! Alles andere is a reine Frechheit, so schauts aus!

alfred miller
22
16.6.2010, 14:44
Wie wärs mit ein bisschen Gastfreundschaft

Gäbe es bei uns einen Event, der weltweit übertragen wird, würde man dafür sorgen, dass sich die Gäste wohlfühlen und auf ihre Wünsche eingehen. Der gelernte Österreicher würde sich sogar über Gebühr verbiegen, nur um sich bei allen beliebt zu machen. Zu überlegen, wie sich Gäste wohlfühlen, wäre ein einfaches Gebot der Gastfreundschaft. Daran scheinen die eintönigen Tröter keine Sekunde zu denken. Es fehlt denen einfach an Respekt vor dem Sport und den weltweiten ZuschauerInnen. Schade, aber es bleibt nichts anderes, als über dieses kindliche, unreife Verhalten hinwegzusehen oder zu -hören.

Jacek Klaus Krzywónek: Feehler!
13
16.6.2010, 14:27
das wirklich störende

ist dieses vuvuzela-gejammere.

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